Jahrgang 
1876
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24.

des Unterrichtes des Letzteren in der von ihm geführten 6a Mädchenklaſſe die Lehrerin Fräulein Hoeltz übernahm, welche im October 1875 dahier die vorgeſchriebene Prüfung für höhere und mittlere Schulen abgelegt hatte.

Eine bedeutendere Aenderung machte der Erſatz für Herrn Kolb nöthig. Seine Klaſſe wurde dem Herrn Gräf, bis dahin Klaſſenlehrer der 1a Vorſchulklaſſe, übertragen, während die letztere Herrn Fertig zufiel und Fräulein Hoeltz nunmehr mit 21 wöchentlichen Stunden in der 6. Mädchenklaſſe beſchäftigt wurde.

Fräulein Herold wurde während ihrer längeren Krankheit von der Hilfslehrerin Fräulein Heydmann vertreten; derſelben wurden nach dem Tode der Fräulein Hoffmann 8 Stunden wöchentlichen Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten bis zum Ende des Schuljahres übertragen.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler und Schülerinnen war im Ganzen ein zufriedenſtellender; ſelbſt unter den im Winter hier herrſchenden Kinderkrankheiten litt der Schulbeſuch weniger, als man hätte erwarten müſſen. Leider wurden uns durch den Tod drei Schüler entriſſen, Friedrich Praël(O. IIIb)., Emil Umpfenbach(Vorſchulklaſſe 1b) und Karl Janſon(Vorſchulklaſſe 3 b).

Hinſichtlich der Entwickelung und zukünftigen Stellung der Schule iſt zu bemerken, daß zu Oſtern 1876 die 5te Mädchenklaſſe in zwei parallele Coetus getheilt wurde, entſprechend den zwei Parallelcoetus der beiden 6ten Klaſſen, aus welchen die 5te Klaſſe entſtanden war. Das hierzu nöthige Klaſſenzimmer wurde dadurch gewonnen, daß eine weitere Knabenklaſſe in das Waiſenhausgebäude verlegt wurde. Eine ähnliche Theilung der 4ten Mädchenklaſſe, welche bei deren ſtarken Frequenz(im Sommer zählte ſie 64 Schülerinnen) ſehr erwünſcht geweſen wäre, konnte nicht durchgeführt werden. Die Misſtände, welche die ſtarke Schülerzahl in faſt allen Klaſſen mit ſich brachte, werden nun hoffentlich bald durch die bevorſtehende Eröffnung einer Anzahl neuer Schulen aufgehoben werden. Ueber die Art und Stellung der neuen Schulen gibt zunächſt nachſtehender Beſchluß der Behörde Aufſchluß:

Nachdem die Schuldeputation Anordnung dahin getroffen hat, daß die in dem Schulhauſe der ehemaligen Mittleren Bürgerſchule zu gründende gehobene Mädchenbürgerſchule als eine paritätiſche Schule mit proteſtantiſchem und katholiſchem Religionsunterricht zu Oſtern 1876 mit den Klaſſen VIII III und zum Herbſt 1876 mit der Coetusklaſſe VIIIb und dieſe Klaſſe bis zu dem Zeitpunkte, an welchem der Umbau des obgedachten Schulhauſes bewerkſtelligt ſein wird, in dem Schulgebäude an der Adlerflychtſtraße proviſoriſch untergebracht werde, beſchließt das Curatorium:

1. Die im ehemaligen Waiſenhauſe zu errichtende Realſchule 2. Ordnung für Knaben ebenfalls

paritätiſch mit proteſtantiſchem und katholiſchem Religions⸗Unterricht zu Oſtern 1876 mit Klaſſe IX und zum Herbſt 1876 mit der Coetusklaſſe IX b zu eröffnen, und dieſe Klaſſen bis zu dem Zeitpunkte, an welchem der Umbau des Waiſenhauſes bewerkſtelligt ſein wird, in dem Schulgebäude an der Adlerflychtſtraße proviſoriſch unterzubringen.

2. Die Schulen an der Adlerflychtſtraße, deren Mädchenabtheilungen paritätiſchen Religionsunterricht (proteſtantiſch und katholiſch), deren Knabenabtheilungen jedoch nur proteſtantiſchen Religions⸗ unterricht erhalten, zu Oſtern 1876 mit der unterſten Klaſſe beider Abtheilungen und zum Herbſte 1876 bei etwa eintretendem Bedarfe mit der entſprechenden Coetusklaſſe zu eröffnen.

3. Indem hiernach zu Oſtern 1876 für das vorhandene Bedürfnis von Schulen ausreichende Fürſorge getroffen iſt, wird die höhere Bürgerſchule, welche durch Errichtung von Parallelen Aushülfe geſchaffen hat, zunächſt in der Weiſe reduciert, daß die Parallelen der unterſten Klaſſen der Mädchen⸗ und der Knabenabtheilung ſofort eingezogen, die Parellelen der übrigen Klaſſen der Knabenſchule aber zu Oſtern 1877 der Schule im ehemaligen Waiſenhaus ein⸗ verleibt, und die übrigen Klaſſen der Mädchenabtheilung, falls und ſoweit ſich Schülerinnen freiwillig zum Uebertritte in die gehobene Mädchenbürgerſchule anmelden, ebenfalls ſofort, oder eventuell demnächſt eingezogen werden.