Jahrgang 
1914
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Anhang.

Bericht über die Reiſe nach baris.

Am 19. Juli 1913, morgens um ³7 Uhr, verſammelten wir uns in der großen Halle des Hauptperſonenbahnhofes, um mit dem um 732 Uhr nach Paris auslaufenden Zuge die Neiſe nach der großen Weltſtadt anzutreten. Die Reiſe ging zunächſt nach Mainz, Bingen, durch das herrliche Nahethal an Kreuznach und Münſter a. Stein vorbei. Bald merkten wir, daß unſer Zug ſich durch eine Induſtriegegend bewegte. Wir befanden uns in dem Saarbecken und ſahen mit Erſtaunen die Rieſenſchlote und mächtigen Förderkörbe der Zechen. Wir dampften weiter an Forbach, Benningen, Remilly vorbei nach Metz und liefen nach kurzer Zeit in den großen Bahnhof dieſer Stadt ein. Nach kurzer Raſt ging es weiter, und wir näherten uns der franzöſiſchen Grenze. Nachdem wir die letzte deutſche Nation Novéèant verlaſſen hatten, war es doch manchem Teilnehmer etwas unbehaglich zumute, denn die meiſten waren noch nie außerhalb des Laterlandes geweſen.Pagny sur Moselle leuchtete es uns bei der nächſten Station in großen Lettern entgegen undTout le monde descend hörten wir rufen. Wir verließen mit unſeren Taſchen und Köfferchen den Wagen und gingen in die Zollhalle, wo ſich die Reviſion ziemlich ſchnell vollzog, denn auf die Frage:OQuelque chose à déclarer?? konnten wir alle mit reinem Gewiſſen antworten:Non Monsieur« Unſer Leiter wandte ſich ſofort an einen Mann, welcher mit einer weißen Mütze auf dem Kopfe und einer roten Fahne in der Hand den Stationsvorſtand vorſtellle, um von ihm die bereits vorbeſtellten Fahrſcheine zu erhalten. Sodann begaben wir uns wieder auf den Bahnſteig und harrten des Zuges, der uns weiterbringen ſollte. Während wir dann durch das franzöſiſche Land fuhren, betrachteten wir die ſich vor unſeren Blicken hinziehenden Dörfer. Nach nicht allzu langer Fahrt erreichten wir Frouard und hatten hier beim Lerlaſſen des Zuges Gelegenheit, eine größere Anzahl franzöſiſcher Infanteriſten zu ſehen, welche das Intereſſe eines jeden erregten. Nachdem wir ſo eine Zeitlang geſtanden hatten, ertönte plötzlich der Ruf des Bahnvorſtandes:Attention, Paris-Exprès!

Allmählich kam eine ziemlich fröhliche Stimmung in unſere Geſellſchaft, die ſich noch erhöhte, als bei Vitry le Francois der erſte franzöſiſche Wein, ſowie echte Madeleine gekoftet wurden. Was Metz für Deutſchland iſt, das iſt Chalons sur Marne für Frankreich; das konnte man deutlich beim Einfahren in dieſe Station ſehen. Eine ganze Reihe von Infanteriften halten hier mit aufgepflanztem Bajonett Wache, während ein Effizier zur ſteten Kontrolle hin⸗ und hergeht. Während wir an dem Marnekanal entlang fuhren, beobachteten wir, wie die Schiffe von Pferden gezogen wurden. Immer mehr näherte ſich unſer Zug der Weltſtadt. Eine halbe Stunde noch, und wir fuhren zwiſchen den erſten Häuſern derſelben dahin. Hier ſahen wir auch zum erſtenmale Eiſenbahnwagen mit zwei Stockwerken, mit denen alle Pariſer Corortzüge ausgerüſtet ſind. Nach einer weiteren Viertelſtunde liefen wir in den Pariſer Oſtbahnhof(Gare de l'Est) ein.

Da es bei unſerer Ankunft gerade in Strömen regnete, ſtiegen wir direkt hinab zur Métropolitain, das iſt die Untergrunddahn von Paris. Als wir uns alle erſtaunt noch die Einrichtung dieſer Bahn betrachteten, rollte plötzlich der Zug heran. Er beſteht aus 5 Wagen, und jeder iſt mit 3 Schiebetüren verſehen, um ein ſchnelles Aus und Einſteigen zu ermöglichen.

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