21
schein. Um 6 Uhr kamen wir nach flotter Fahrt in froher und zugleich gehobener Stimmung in Niederschön- weide an. 8
Den Morgen des folgenden Tages verwandten wir noch zu einem Rundgang durch die Stadt, um am Nachmittag die Rückreise anzutreten.“
Herr Kandidat Bonnet führte einen Stenographiekursus nach dem System Stolze-Schrey durch, an dem sich 25 Schüler beteiligten. Aus den Beiträgen der Schüler wurde eine stenographische Bücherei begründet. 16 Schüler schlossen sich zu einer Vereinigung zusammen, die für die weitere Pflege der Stenographie am Goethe- gymnasium Sorge tragen soll.
Herr Prof. Dr. Mann unterrichtete 31 Schüler und 2 Hospitantinnen in Gabelsbergers Stenographie nach dem Lehrgang von Gandt& Heinze. Die mindestens einstündigen Kurse fanden wöchentlich statt. 25 Teil- nehmer werden sich im nächsten Jahre an einem höheren Kursus beteiligen. Die Einschreibegebühren, 3 ℳ für den Schüler, wurden dem Dispositionsfonds des Direktors überwiesen.
Unser Gymnasium hat seiner alten Ehrenpflicht, den Lehrern anderer höherer Lehranstalten, die unsere Unterrichtsart kennen lernen wollen, Gastfreundschaft zu gewähren, gern genügt. Besonders wertvoll wurden für uns die Beziehungen, die durch den Besuch eines großen Teils der Herren Kollegen des Leipziger Nikolai- Gymnasiums angeknüpft wurden. Wir gewannen aus dem Gedankenaustausch viele Anregungen und erwägen auch unsererseits ernsthaft, was zu einer Fortbildung der Reformgedanken, namentlich zu einer freieren Gestaltung des Unterrichts auf der Oberstufe, geschehen könnte.
2. Das Königliche Pädagogische Seminar.
Im Schuljahre 1913/14 gehörten dem Pädagogischen Seminar an die Herren: Rudolf Bonnet, Georg Boos, Fritz Georg, Dr. Josef Görres, Heinrich Reh, Gustav Roos und Dr. Ludwig Siebert. Als Lehrer waren während dieser Zeit außer dem Direktor tätig die Herren Professoren Dr. Max Banner, Adolf Presber und Dr. Julius Schmedes.
Der Königliche Provinzialschulrat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Kaiser unterzog das Seminar einer Revision am 28. und 29. Januar 1914.
3. Revisionen und Prüfungen.
Die schriftliche Prüfung der Abiturienten des Herbsttermins fand vom 25. bis 29. August 1913 statt, die mündliche, unter dem Vorsitz des Direktors, am 19. September. Vom 30. Januar bis 3. März 1914 dauerte die schriftliche Reifeprüfung des Ostertermines; Herr Geh. Regierungsrat Dr. Kaiser leitete die mündliche Prüfung am 3. und 4. März d. Js. Bei seiner Anwesenheit zur Revision des Seminars besuchte der Herr Decernent unseres Gymnasiums auch den Unterricht anderer Klassen. Herr Senior Professor D. Bornemann war als Ver- treter des Kuratoriums bei den Prüfungen zugegen.
4. Schulfeierlichkeiten und Turnspiele.
Bei den Festlichkeiten der Anstalt wirkte das von Herrn Professor Dr. Wünnenberg geleitete Orchester mit. Die Instrumente waren folgendermaßen besetzt:
Violine: Sternau, Lemmé OTa, Stock, Kolbe, Sturm UIb, v. Steiger OIIa, Seligmann OIIb, Feibusch, d'Orville, Dreyfuß UII b, Mettenheimer O III a, Eyermann UIIIb, Witebsky, Lorch IVa.— Bratsche: Zugehör Va, Ohl Vb.— Cello: Kahn UIb, Wolf OIII b, Qnincke O III b.— Baß: Schleußner O01Ib. Ephraim OIIa.— Flöte: Sondheimer, Salomon OIIa, Strauch 0I b, Girgensohn UIIa, Mettenheimer Vb.— Klarinette: Bermann 0II b, v. Metzler UIIIa.— Horn: Keller U II a, Weiß O IIIb, Paul IV a, Ephraim Vb, Trompete: Scherpner UIIb, de la Fontaine UIIIb.— Posaune: Raudnitz UIIa.— Bariton: Weller UIIa. — Pauken: Willy Stern OIIIa.— Schlagzeug: Solm UIIb, Luce IV b, Nahm IVa.— Klavier: Walter Stern OIIIa.— Harmonium: Schmitt UIIb.— Oboe: Lorch IV b.
Vom 6. bis 8. Mai fiel der Unterricht wegen der Anwesenheit Seiner Majestät anläßlich des Sänger- wettstreites aus. Freikarten, die unserem Gymnasium in reichlicher Zahl zur Verfügung gestellt waren, ermög- lichten vielen Schülern den Besuch der hochinteressanten Vorführungen.


