Jahrgang 
1914
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Herr Oberlehrer Dr. Pfeffer war für das erste Vierteljahr zu einem Studienaufenthalt nach Frankreich beurlaubt. Herr Professor Dr. Preiser erhielt für den Rest des Schuljahres Urlaub nach Italien; mit der Vertretung wurden die Herren wissensch. Hilfslehrer Dr. Heyl und cand. sem. Boos beauftragt.

Herr Zeichenlehrer Thielmann mußte sich im August einer schweren Operation unterziehen, die zu unserer großen Freude glücklich verlief, aber doch in ihren Folgen noch so nachwirkte, daß der verehrte Herr Kollege für den Rest des Schuljahres beurlaubt werden mußte. Seine Vertretung übernahm Herr Zeichenlehrer und Kunstmaler Dornbusch aus Apenrade, vorher am Kgl. Gymnasium zu Konitz tätig.

Herr Professor Dr. Bölte wurde zum korrespondierenden Mitgliede des Kaiserlichen Archaeologischen Institutes ernannt.

Die auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs oder durch Erlaß des Herrn Ministers zur Ver- fügung gestellten Prämienbücher wurden folgendermaßen verteilt: Beim Regierungsjubiläum des Kaisers erhielten Prämien: Holzamer OI B, Klarmann UI B, Mettenheimer O II b, Klarmann U II a, Wolf O III a, Schopflocher O III b, Preiser U III a, Salomon IV a, Salomon V b, Becker VIb. Bei der Feier zur Erinnerung an die Schlacht bei Leipzig wurden an die Schüler Schott OIIb, Vogel UIIa, Drechsler U II b, Mössinger O III a, Rose U III a Bücher als Zeichen der Anerkennung für Fleiß und Leistungen gegeben. Bei der Feier von Kaisers Geburtstag wurden die Unterprimaner Rudolf Klarmannn und Julius Westheimer durch Prämien ausgezeichnet.

Als Preis der Boppstiftung zur Erinnerung an den früheren Oberlehrer unseres Gymnasiums Herrn Professor Dr. Karl Bopp wurde dem Oberprimaner Wilhelm Süß bei der Progressionsfeier das Buch von Weber und Wellstein:Encyclopädie der Elementar-Mathematik überreicht.

Herr Moritz von Metzler schenkte M. 100. zur Anschaffung von Stereoskopen für den geographischen Unterricht. Herr Stadtrat Mössinger M. 50. als Weihnachtsgabe zur Unterstützung eines unbemittelten Schülers, der Verein ehemaliger Goethegymnasiasten M. 50. als Beihilfe für die Rudermannschaft, die zur Huldigungs- fahrt vor Sr. Majestät dem Kaiser nach Berlin fuhr. Herr Dr. Seehaußen M. 10. für die Lehrerbibliothek.

Herr Joseph Hamburger, Münzhändler in Frankfurt a. M., machte der Anstalt eine aus dem Besitz des verstorbenen Redakteurs Dr. ammeran stammende Sammlung von Nachbildungen römischer Waffen, von Gipsabgüssen römischer Porträtköpfe und anderen Modellen zum Geschenk. Hierunter befinden sich drei verschiedene Arten des römischen Pilums und zwei Helme, unter denen besonders ein vorzüglich reproduzierter Gladiatoren- helm zu erwähnen ist. Von der Witwe des genannten Herrn Dr. Hammeran erhielten wir durch Vermitt- lung des Herrn Hamburger einen Gipsabguß der Atlasmetope vom Zeustempel in Olympia.

Herzlichen Dank auch an dieser Stelle den freundlichen Gebern

Uber die Huldigungsfahrt zur Feier des Jubiläums Seiner Majestät berichtet einer der Teilnehmer wie folgt:

Nach eifrigem Training auf dem Main traten wir am Abend des 5. Juni unter der Führung des Herrn Professors Dr. Kniebe die Reise nach Berlin an. Nach guter Fahrt kamen wir am nächsten Morgen an. Eine frohe Uberraschung bereitete uns Herr Provinzial-Schulrat Dr. Bruhn, unser früherer Direktor, indem er uns in freundlichster Weise willkommen hieß und zum Mittagessen einlud. Um uns nach der Reise bei dem warmen Wetter zu erfrischen, besuchten wir ein Schwimmbad an einem Arme der Spree. Am Nachmittag fuhren wir nach Niederschönweide, wo uns im Clabhaus unsere Schlafstellen gezeigt wurden. Ein Berliner Ruderverein hatte uns in zuvorkommender Weise ein Boot zur Verfügung gestellt, das wir am selben Nachmittag noch instand setzten. Den Tag beendete eine Begrüßungsfestlichkeit, die die Berliner Vereine zu Ehren der auswärtigen Ruderer veranstalteten.

Am nächsten Morgen fand eine Probe für die Auffahrt statt. Den Nachmittag benutzten wir dazu, unter Führung des Herrn Professors Dr. Kniebe einen Rundgang durch die Stadt zu machen und die Samm- lungen des Zeughauses zu betrachten. Am Abend sahen wir im Königl. Schauspielhaus eine für die Teilnehmer an der Huldigungsfahrt veranstaltete Aufführung von LessingsMinna von Barnhelm.

Am nächsten Morgen, es war der 7. Juni, fuhren wir mit allen Rudermannschaften zusammen an den festlich geschmückten Tribünen vorbei und zogen hinter Grünau die Boote an den Strand. Von unserem Platze aus konnten wir die Kaiserregatta sehr gut beobachten. Nachdem sie beendet war, begann um 3 UIhr die Aufstellung zur Huldigungsfahrt. Wir lagen außen, an der den Tribünen zugekehrten Seite. Der Kaiser hatte vor den Tribünen auf seinem Motorboote mit dem Gefolge Platz genommen und ließ die Boote an sich vorbeifahren. Soweit man blicken konnte, war der See mit den laubbekränzten und beflaggten Booten bedeckt, die mit takt- mäbßigen Ruderschlägen vor dem Kaiser vorbeifuhren. Während der ganzen Veranstaltung war schönster Sonnen-