Jahrgang 
1911
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die br andenburgisch-preußischen Herrscher sind vom großen Kurfürsten an in Porträtmünzen ver- treten, besonders reichlich Friedrich der Große; eine große Reihe von Münzen und Medaillen illustrieren die französische Geschichte von Ludwig XIV. bis Napoleon I. Abgesehen von diesen Ländern haben wir Münzen mit Porträts von folgenden historischen Persönlichkeiten neu erworben: Philipp II. von Spanien, Kurfürst Moritz von Sachsen, Wallenstein, Gustav Adolf, Christine Von Schweden, Karl XII., Bernadotte, Peter der Große, Katharina II. und Alexander I. von Rußland, Jérôme, König von Westfalen. Dazu kommt noch eine große Anzahl von Medaillen auf geschichtliche Er- eignisse, z. B. aus dem Jahre 1848(Prancofurtensien) Unsere Absicht, die vor der Einführung dqes Reichsgeldes g angbaren Munzsorten sowie diejenigen Münzbenennungen, die in den Lesebüchern oder sonst in der Literatur Erwähnung finden, durch gute Beispiele vertreten zu sehen, ist nahezu verwirklicht. Wir können jetzt unseren Schülern, was besser ist als eine noch so genaue Erklärung, eine Zecchine, einen Goldgulden, einen Louisdor, eine Ppistole, einen Friedrichsdor, einen Dukaten in die Hand geben. Wir können ihnen an der Hand der Münzen einen lebendigen Begriff von der früheren Zerrissenheit unseres Vaterlandes vermitteln. Wir haben jetzt Beispielstücke für die meisten der früheren Wäbrungen: Groschen, gute Groschen, Silbergroschen, Neugroschen, böhmische Groschen, schlesische Gröschel, Mariengroschen usw., verschiedene Sorten von Pfennigen, Kreuzern, Hellern, Schwaren, Groten, Schillingen, Stübern, Batzen, Gulden und Talern, auch längst vergessene Münzsorten wie Albus, Räderalbus, Händelpfennig, Wendenpfennig, Kaiser- denare des frühen Mittelalters, Halbbrakteaten und Brakteaten. Für das Altertum haben wir wenig erworben, da für dieses Gebiet die Benutzung einer hiesigen privatsammlung antiker Münzen möglich ist. Erwähnt sei nur ein Denar des M. Antonius mit vorzüglichem Porträt und ein Denar des Augustus mit dem Bildnis OQaesars, zu dessen Häupten der Komet sichtbar ist, ferner einige keltische Münzen(meist von Herrn Jos. Hamburger geschenkt), qarunter auch Ring- oder Radgeld. Unsere Sammlung französischer Assi- gnaten ist fast vollständig; es fehlen nur noch die Werte 1000 frs. und 5000 frs. Um unsere Sammlung den Schülern möglichst zugänglich zu machen, veranstalten wir jetzt in einem Aushängekasten öfters wechselnde Ausstellungen von Münzgruppen und Serien.

VI. Stiftungen und Unterstützungen Von Schülern.

1. Witwen- und Waisenkasse.

An Gaben, einschließlich der Einschreibegebübr, sind bis zum 28. Februar für die Witwen- und Waisen- kasse eingegangen: 485.40. Allen Gebern wird herzlicher Dank gesagt.

2. Unterstützung von Schülern.

1. Für den zur Unterstützung bedürftiger Schüler des Goethe-Gymnasiums bestimmten Dispositions- fonds des Direktors empfing dieser: Von Frau C. Goeschen 100, von Herrn Baron von Koenigswarter 300, von Herrn Oberlandesgerichtsrat Dr. W. Leser 100, von Frau L. Oppenheimer 100, von Herrn Justizrat Dr. H. Oswalt 100, von Prau M. Seefrid 50, von Herrn Ingenieur K. Ziegler 100, von Herrn J. S. 100, von Ungenannt 50, von den Abiturienten Happel, Keller, Neubürger, Parrisius, Rolfes, Salin, Scharff, Seligmann, Wiesel, Wormser 240, von Herrn stud. jur. W. Auerbach 20, im ganzen ℳℳ 1260. Hiervon wurden teils einzelne Schüler mit kleineren oder größeren Beträgen unterstützt, teils Schulbücher für die Schulbüchersammlung beschafft.

Der gegenwärtige Kassenbestand beträgt 506.42. Den freundlichen Gebern spreche ich auch an dieser Stelle meinen herzlichen Dank dafür aus, daß es mir so ermöglicht wurde, in Fällen der Not oder eines ent- schiedenen Bedürfnisses hilfreich einzugreifen.