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Schon schimmerten in der Ferne vor uns die schönen Ufer des Mains, und nach einstündigem Marsche über die Wiesen im Tal kamen wir glücklich in Miltenberg an. Einige Nachzügler freilich trafen erst 2 Stunden später ein. Wenn es auch schon fast 4 Uhr war, mundete doch das Mittagessen vortrefflich, und nochmals wurden frohe Lieder angestimmt.— Dann bestiegen wir um 6° Uhr an Ort und Stelle die Bahn und fuhren über Aschaffenburg nach Frankfurt zurück.
5. Lehrplan der Anstalt.
Unser Lehrplan kann der Geschichte in Obersekunda und Unterprima nur je 2 Wochenstunden ein- räumen. Schon der Begründer unserer Anstalt hegte den Wunsch, zum Ersatz den Geschichtskursus der Ober- klassen statt in Obersekunda vielmehr in Untersekunda mit der griechischen Geschichte zu beginnen, doch hatte die Behörde damals Bedenken, eine solche Abweichung vom allgemeinen Lebrplan zu gestatten. Jetzt ist es uns erfreulicherweise erlaubt worden, versuchsweise unseren Geschichtslehrplan in dieser Hinsicht zu verändern. Die neue Pensenverteilung wirkt auf die mittleren und unteren Klassen bis nach Quarta zurück, sodaß sich für die Zukunft folgende Stoffverteilung ergibt:
IV. Griechische und römische Geschichte bis zum Ende der Völkerwanderung.
UIII. Mittelalterliche und neuere Geschichte vom Ende der Völkerwanderung bis 1648.
0 III.(Sommer: 2, Winter: 3 Std.) Neuere und neueste Geschichte bis 1871.
U II. Griechische Geschichte. Wiederholungen aus der deutschen Geschichte mit Ergänzungen aus der Geschichte der neuesten Zeit, insbesondere über die sozialpolitische Gesetzgebung, verteilt auf das ganze Jahrespensum.
O II. Römische Geschichte. Mittelalterliche Geschichte bis 843.
U I. Mittelalterliche und neuere Geschichte bis 1648.
0 I. Neuere und neueste Geschichte.—
Als Ergebnis ihrer Arbeit an den Studientagen lieferten folgende Oberprimaner gröbßere Arbeiten ein:
OTa. Fellenberg: Die Zeitung im alten Rom(nach Boissier, Tacite).— Flersheim: Die Kon- tinentalsperre und ihre Einwirkung auf Frankfurt a. M.— Hainebach: Die Naturlyrik bei Lenau und Eichendorff. — Kloos: Der Typus des Geizhalses in Balzacs Novelle„Eugénie Grandet“.— Ladenburg: Flauberts Salammbo und die Geschichte des karthagischen Söldneraufstands bei Polybios.— Rädojeviè: Die äußere Politik der Hansa(nach Dietrich Schäfer).— Sschmidt-Fellner: 1. Die Vorfabel von Ibsens Wildente. 2. Wie bewahrheitet sich Rellings Definition der Ideale an Hjalmar Ekdal?— Spier: 1. Der Typus des Parvenu bei Moliere und Sandeau. 2. Die Zusammenkunft Ludwigs XI. mit Karl dem Kühnen in Péronne bei Scott und Oommynes.— Sternberg: Die Entstehung des Krieges 1870/71(nach Sybel und Benedetti).— Weise: Die Entwicklung der Idee des Nationalstaates bei Novalis, Schlegel, Fichte, Adam Müller.— Wulff: Das Ergebnis des Platonischen Euthyphron und seine Ergänzung durch die Politeia.
OIb. Adler: 1. In welcher Weise paßt sich das römische Vermögensrecht allmählich den Forderungen des gesteigerten Verkehrs an?(nach Sohm, Institutionen). 2. Was verdankt Racine in seinen„Plaideurs“ den „Wespen“ des Aristophanes?— Deckert: Welche Beweise gibt es für das einstmalige Vorhandensein eines Meeresarmes in der Oberrheinischen Tiefebene; was für Schlüsse können wir daraus ziehen über sein Wesen, seine Ausdehnung und seine Entwicklung?— Fucker: 1. Spuren babylonischer Kultur in unserem heutigen Kulturleben. 2. Das Verhalten Garibaldis und seiner Söhne im deutsch-französischen Kriege.— Henkel: 1. Darstellung des Inhalts der Schopenhauerschen Schrift„Uber den Willen in der Natur“. 2. Die Berechnung algebraischer und geometrischer Maxima und Minima mit Hilfe der Elementarmathematik sowie der Differential- rechnung.— Kurzrock: Die Tierwelt in den Gleichnissen Homers.— Mayer: Entstehung und Entwicklung von Paniken im Kriege.— Nawratzki: 1. Das Verhältnis unserer klassischen Schriftsteller zur französischen Revolution. 2. Hat Grillparzer in seiner Medea den Euripides wirklich verbessert?— Neukirch: 1. Die Aequitas als Entwicklungstendenz des römischen privatrechts(unter Ausschluß des Familien- und Erbrechts; nach Sohm, Institutionen). 2. Molières und Kleists Amphitryon.— Roediger: Die Bedeutung des Einflusses der deutschen Literatur in England um die Wende des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts.— Schmidt- Polex: Wem verdanken die österreicher den Seesieg bei Lissa?(nach Friedjung, Kampi um die Vorherrschaft). — UIImann: 1. Der Trachenberger Operationsplan und seine endgültige Gestaltung durch Radetzky. 2. Schillers Bearbeitung von Goethes Egmont.— Weißmann: Tibull als Dichter und Mensch.— Wendel: Plautus' Trinummus und Lessings Jugendlustspiel„Der Schatz“.


