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Aufgaben für die Reifeprüfung Ostern 1911. Abt. A: 1. Vermehrt man in einer arith- metischen Reihe von 3 Gliedern, deren Summe 18 ist, das erste Glied um 8, während man die beiden audern ungeändert läßt, so entsteht eine geometrische Reihe. Wie heißen die beiden Reihen? 2. Ein Dreieck(A= 5,3 cm, b= 3 cm, c= 5 cm) durch eine Gerade mit vorgeschriebener Richtung stetig zu teilen, und zwar 80, daß das Teildreieck mittlere geometrische Proportionale wird. 3. Ein Dreieck zu brechen aus Pp—= 130 cm, he= 60 cm, †= 131⁰ 24 44“. 4. Die Gleichung einer Parabel ist y²= 4, die eines Kreises X*+‿ 4 x+ y²= 9. In einem Schnittpunkt der beiden Kurven sind an sie Tangenten gezeichnet, und außerdem ist auf die Parabeltangente vom Brennpunkt das Lot gefällt. Welchen Inhalt hat das aus den drei Geraden gebildete Dreieck?
Abt. B: 1. Ein gegebenes Dreieck in ein anderes rechtwinkliges zu verwandeln, dessen Radius 5 des Inkreises gegeben ist. 2. Auf einer geraden Straße geht unter einem Winkel von 35 eine Nebenstraße nach links und 10 km weiter eine zweite nach rechts unter einem Winkel von 65°. Auf der ersten Neben- straße trifft man nach 30 km einen Ort A, auf der zweiten nach 20 km einen Ort B. Wie weit ist A von B entfernt? 3. Ein Kugelradius ist stetig geteilt, so daß das kleinere Stück dem Mittelpunkte anliegt. Durch den Teilpunkt ist senkrecht zum Radius eine Ebene gelegt, und in das größere abgeschnittene Kugelsegment ist eine gerade Pyramide mit quadratischer Basis hineingestellt. Wie groß ist ihr Volumen? 4. Um den Mittelpunkt einer Ellipse denke man sich den ihr flächengleichen Kreis beschrieben. Wie groß sind die Koordinaten der Durchschnittspunkte der Ellipse und des Kreises? Welchen Inhalt hat das von ihnen gebildete Rechteck? Wie kann man den Kreis und die vier Durchschnittspunkte aus dem Axenkreuz der Ellipse konstruieren?
Physik. Abschluß der Akustik; Optik und mathematische Geographie; Wiederholungen und Ergänzungen. 2 St. Abt. A: Lattau; Abt. B: Wünnenberg.
Unterprima. Ordinarius der Abt. A: Prof. Dr. Ziehen. der Abt. B: Oberl. Schieck.
Religionslehre(Evangelische): Lektüre ausgewählter Stellen aus paulinischen Briefen; Johannesevangelium(in Abt. B z. T.) Alte und mittlere Kirchengeschichte bis zur Refor- mation. Zusammenfassende und gruppierende Wiederholungen. 2 St. Abt. A: Weber; Abt. B: Hauschild.
Deutsch. Shakespeare, Abt. A: Julius Caesar, Coriolan; Abt. B: Macbeth. Klopstocks Oden. Lessings Laokoon(dazu in A: Schillers Spaziergang) und Hamburgische Dramaturgie in Auswahl. Minna von Barnhelm, dazu Kleist, Zerbrochener Krug(in A: Grillparzer, Weh dem, der lügt!). Abt. A: Emilia Galotti, Nathan. Abt. B: Abhandlung über die Fabel und Auswahl aus der deutschen Fabeldichtung, dazu Goethes Reineke Fuchs. Abt. A: Volkslied. Hutten. Überblick über das 16. und 17. Jahrhundert. Abt. B: Luther, kleine Prosaschriften. Vorträge. Acht Aufsätze. 3 St. Abt. A: Merian- Genast; Abt. B: Kniebe.
Themata der Aufsätze in A: 1. Antwerpen in Raabes Schwarzer Galeere und Eyths Blin- dem Passagier. 2. Inwieweit ist Lessing eine psychologische Durchführung des Konflikts in„Minna von Barnhelm“ gelungen? 3. Durch welche Mittel beherrscht Marinelli den Prinzen?(Klass.-Aufs.) 4. Welchen Umständen verdankt das Frankenreich seine Entwicklung? 5. Galomir und der Bischof, die Endpunkte auf der Stufenleiter der Charaktere in Grillparzers Lustspiel„Weh dem, der lügt!“ 6. Des Michael Kohlhaas Verhältnis zu den Seinen(nach Kleists Novelle). 7. Das 23. Stück von Lessings Laokoon und die Gestalt des Dorfrichters Adam in Kleists Zerbrochenem Krug. 8. Die Bedentung des ersten Aufzugs von Shakespeares Coriolan.(Klassenaufsatz.)


