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durch die Parkanlagen des Schlößchens Eisenberg in langem Zuge auf die Landstraße nach Lauterbach. In der Nähe von Lauterbach wurde der Basaltbruch besichtigt; die Entstehung der säulenartigen Formation des Gesteins wußte uns Herr Jäger durch einen improvisierten Vortrag anschaulich zu erklären. Auch das Mittagessen in Lauterbach wurde noch durch Darbietungen musisch begabter Teilnehmer verschönt. Dann fuhren wir nach Fulda, wo wir einen kurzen Aufenthalt benutzten, um die Stadt und insbesondere den Dom mit dem Bonifatius- grabe zu besichtigen. Gegen 8 Uhr trafen wir alle wieder in Frankfurt ein.“
Am 15. und 22. September fand wie alljährlich auf der Hundswiese ein gymnastischer Wettkampf von Schülern der höheren Schulen statt. Die Teilnehmer, nach Ober- und Unterabteilung(I und O II; UII und IID) geschieden, maßen sich in volkstümlichen Turnübungen(Weitsprung, Kugelstoß bezw. Schleuderballweitwurf und Laufen) und im Stafettenlaufe. Folgende Preise fielen dabei Schülern unserer Anstalt zu:
1. Im Turnen der Unterabt.: Karl von Eckartsberg U IIb 9. Preis, Hans von Eckartsberg UII b 11. Preis.— Im Stafettenlaufe; a) über 400 m, Oberabt.: Kahn, Oeser OIa, Kühner OIb, Kloos UIa: 1. Preis; b) über 1000 m, Ober- und Unterabt.: Bode, Kahn, Oeser O Ia, Kühner, Oswald OIb, Haag, Kloos, Knecht, Ladenburg U Ia, K. von Eckartsberg UIIb: 1. Preis; c) Uber 400 m Unterabt.: Lemmé UIIa, Karl und Hans von Eckartsberg UIIb, Singer OIIIa: 1. Preis.
Bei einem zweiten Laufe, den die unter c genannte Mannschaft am 22. September gegen größere Kon- kurrenz machte, konnte sie den ersten Platz nicht behaupten, erhielt aber den 2. Preis.
Uber eine im Interesse des Zeichenunterrichts unternommene Skizzierfahrt an die Lahn berichtet einer der Teilnehmer:
„Am ersten Tag der Herbstferien, Sonntag den 26. September, fuhren 7 Schüler mit Herrn Zeichenlehrer Thielmann nach Limburg, wo auf einem Gang durch die Gassen der Stadt die reichlich vorhandenen hübschen Fachwerkhäuser und malerischen Winkel und Straßenbilder betrachtet wurden. Nun gings an die Lahn, um die Perle des Tales, den Limburger Dom, von seiner eindrucksvollsten Seite kennen zu lernen. Einige sahen sich dann das Dominnere an, während andere sich gleich an die Arbeit machten. Am Nachmittag brachte uns ein Motorboot lahnaufwärts an dem die ganze Landschaft beherrschenden Dietkirchener Gotteshaus vorbei nach Esch- hofen. Von da marschierten wir 1 ½ Stunde weit zu dem freundlich gelegenen Runkel, das uns dann die zwei folgenden Tage beherbergte. Das alte Nest bot reichlich Gelegenheit zum Zeichnen und Malen. Der wackelige Glocken- turm, die trotzige Steinbrücke, das vielgestaltige Schloß mit seinen Torbogen und Vorgebäuden und all das übrige alte, epheuumrankte Gemäuer hielt uns die beiden Tage voll beschäftigt. Nur einige Stunden verließen wir Runkel, um in dem benachbarten Villmar die bekannten Marmorbrüche und die Steinschneiderei und schleiferei zu besichtigen. Am Dienstag Abend kehrte die kleine Schar wohlbefriedigt nach Frankfurt zurück.“
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar in derselben Weise wie vor zwei Jahren gefeiert; den Plan hatte diesmal Herr Professor Dr. Mann entworfen, der auch das Hoch auf Seine Majestät den Kaiser ausbrachte. Ich lasse das Programm hierunter folgen:
1. Orchester: Treuschwur. Festklänge von C. Kistler. 2. Deklamation: C. F. Meyer, Deutsche Libertät(Pülm O IIa). 3. Chor: Geibel, Durch tiefe Nacht ein Brausen zieht. Musik von Mendelssohn. 4. Deklamation: C. F. Meyer, Kaiser Friedrich II.(Jaffé O IIb). 5. Chor: Rückert, Barbarossa. Musik von Burbach. 6. Deklamationen: a) Hoffmann von Fallersleben, Aus dem Jahre 1812(Wolff O IIa). b) von Schenkendorf, Das Bild zu Gelnhausen bei Hanau(Tönges Vb). 7. Orchester: Finnländischer Reitermarsch. 8. Deklamationen:
A. Drei Sonette(Salin O Ib) a) Rückert, Geharnischte Sonette, Nr. 2. b) Geibel, Deutsche Klagen vom Jahre 1844, Nr. VII. c) Geibel, Für Schleswig-Holstein, Nr. V. B. Geibel, Wann, o wann?(Meyer O IIIa). O. C. F. Meyer, Der Schmied(Merian-Genast O IIa). 9. Chor und Orchester: Schiller,„Holder Friede“. Musik von Romberg. 10. Rede des Unterprimaners Schmidt-Fellner: Die deutsche Kaisersage. 11. Kaiserhoch. 12. Allgemeiner Schlußgesang:„Heil dir im Siegerkranz“.


