21 mündliche fand vom 3.—5. März unter dem Vorsitz des Direktors statt. Als Vertreter des Kuratoriums wohnte der Reifeprüfung Herr Justizrat Dr. Helff bei. In die Reifeprüfung traten 28 Oberprimaner dein, die sie sämtlich bestanden.
Der Zeichenunterricht wurde am 12. August 1909 von Herrn Professor Jung aus Kassel revidiert.
4. Schulfeiern und Beteiligung der Schule an Festlichkeiten.
Bei dem Schülerkonzert in der Festhalle am 27. Mai 1909 beteiligten sich Alt und Sopran am Ein- gangschor:„Die Himmel rühmen“ und am Schlußchor„Wir treten zum Beten“. Das ganze Orchester, vereint mit den Schülern anderer Schulen, begleitete beide Lieder und spielte die Marche célèbre von Lachner und das Largo von Händel. Den Schlußchor und die Marche célébre leitete Herr Prof. Dr. Wünnenberg.
Bei den innerhalb der Räume der Anstalt gefeierten Schulfesten wirkte auch im verflossenen Schuljahre der Orchesterverein mit, den mit opferwilligem Aufwand an Zeit und Mühe Herr Prof. Dr. Wünnenberg leitete. Die einzelnen Instrumente waren in folgender Weise besetzt:
Violinen: Kahn, Reinert OIa, Keller OIb, Knecht, Sternberg UIa, Mayer UIb, Altstadt OIIa, Rau, Lemmé UIIa, Stipp, Girgensohn OIIIa, Freund, Uzielli UIIIa.— Bratsche: Kloos UIa, Schrader OIIa. — Violoncell: Mayer OIa, Goeschen 0Ib, Reidenbach OIIIb.— Baßgeige: Schleußner OIIIb.— Flöte: Scharff OIa, Sondheimer IV a, Strauch IVb.— Klarinette: Salin OIb, Bermann, Ellinger IV b.— Trompete: Färber, Walther UIIa.— Posaune: Schöll O IIIa.— Pauken: Wiedenfeld OIa.— Schlag- zeug: Vogel UIIa, Joseph OIIIa.— Klavier: Schmidt-Fellner UTa.— Harmonium: Giebel OIIa.
Infolge eines Versehens unterblieb im vorjährigen Programm eine Notiz über das Maifest des Schuljahres 1908/09, das doch jedenfalls deshalb bemerkenswert war, weil es in den Oktober fiel. Nachdem wir aus Gründen, die kaum triftig zu nennen waren, den günstigsten Termin im Mai versäumt hatten, stellte sich bald dieses, bald jenes Hindernis in den Weg, so daß wir schließlich den 14. Oktober wählten. Bereut haben wir es nicht, da die Wanderung bei der milden Herbstsonne besonders erfreulich war.
Das diesjährige Maifest wurde Freitag, den 7. Mai, in gewohnter Weise qurch Ausflüge der einzelnen Klassen begangen.
Das Sedanfest wurde nach altem Brauch durch ein Preisturnen auf dem Oberforsthaus gefeiert. Die Ansprache hielt Herr Oberlehrer Dr. Noll.— Folgende Schüler seien als Preisträger hier verzeichnet. I. Abt.: 1. Oeser OIa, 2. Beiser OIb, 3. Kahn OIa, 4. Bode OIa, 5. Kuhn UIb, 6. Parrisius OIa, 7. Happel OIb, 8. Schultze UTa.— II. Abt.: 1. Altstadt O II a, 2. Lesser O IIa, 3. Hauck OIIb, 4. v. Neufville O IIb.— III. Abt.: 1. Karl v. Eckartsberg UIIb, 2. Hans v. Eckartsberg UIIb, 3. Münz UIIb.— IV. Abt.: 1. v. Gold- schmidt OIIIb, 2. Stipp OIIIa, 3. Singer OIIIa.— V. Abt.: 1. Kolbe UIIIb, 2. Eisele UIIIb.— VI. Abt.: 1. Burtzlaff IVa.— VII. Abt.: 1. Schidlitzki Va.— VIII. Abt.: 1. Eisele VIa.
Die Turnfahrt der Oberklassen, die Herr Professor Dr. Wünnenberg vorbereitet hatte und an der außer ihm und dem Direktor die Herren Kollegen Jäger und Thielmann teilnahmen, fand am 7. und 8. Sep- tember statt. Ich gebe den Bericht eines der teilnehmenden Schüler in verkürzter Form wieder:
„Dienstag, den 7. September, 6.45 früh, verließen wir Frankfurt und erreichten gegen 10 Uhr das nächste Ziel unserer Fahrt, Steinau. Der bleifarbene Himmel erweckte zunächst allerlei Befürchtungen, ließ uns aber nachher mit einigen Regenschauern davonkommen. Ein nicht eben leichter Marsch über Berg und Tal, über Sturzacker und Gräben brachte uns auf die Straße nach Freien-Steinau, das wir etwa um 1 Uhr erreichten. Als wir hier nach beendetem Frühstück alle bereit waren, weiter zu marschieren, wurde uns eine an- genehme Oberraschung zu teil, denn fünf große Leiterwagen standen zu unserer Weiterbeförderung bereit. Nach etwa zweistündiger Fahrt kamen wir in Grebenhain an, wo noch einmal gerastet wurde. Eine große Anzahl der Teilnehmer des Ausflugs machten hier im Freien mehr oder minder erfolgreiche Kochversuche. Dann wurde der Weitermarsch angetreten, und nach kurzem Aufstieg sahen wir das Ziel unseres Tagesmarsches, Herbstein, vor Augen, ein sauberes, zum größten Teil nach einem Brande neu erbautes Städtchen. Im Deutschen Haus war alles für uns vorbereitet, und hier wurden zunächst die Quartierbillets verteilt; die Quartiere wurden auf- gesucht, und gegen 8 Uhr versammelten sich dann wieder alle Teilnehmer zum Abendessen. In fröhlichem Bei- sammensein verliefen rasch die Stunden bis Mitternacht; zwei mehraktige Komödien trugen zur Hebung der allgemeinen Stimmung bei. Als wir am andern Tage um 8 Uhr zum Frühstück erschienen, waren alle des Lobes ihrer Quartiere voll. Gegen 9 Uhr brachen wir dann auf und marschierten auf einem schönen Wiesenpfade, zuletzt


