Jahrgang 
1909
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1908. 10. Dezember. Zwei Exemplare der Geschichte des Preußischen Staates von Berner werden der Anstalt über- wiesen mit der Bestimmung, sie Schülern als Prämien zukommen zu lassen. Die Bücher wurden an Kaisers Geburtstag den Quartanern Theodor Seefried und Emil Kahn überreicht.

1909. 15. Januar. Ein Exemplar des Bohrd'schen WerkesDeutsche Schiffahrt in Wort und Bild wird der Anstalt überwiesen mit der Bestimmung, es am Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs einem Schüler als Prämie zukommen zu lassen. Das Buch wurde dem Unterprimaner Alfred Bode überreicht.

1909. 9. Februar. Die kirchliche Aufsicht über den evangelischen Religionsunterricht an Stelle des verstorbenen Ober-Konsistorialrats D. Dr. Ehlers wird von Herrn Konsistorialrat Kayser ausgeübt werden.

b) Verfügungen des Kuratoriums.

1908. 6. Juli. Das Kuratorium kann eine Haftpflicht der Stadt für im Schulgebäude abhanden gekommene Kleidungsstücke usw. grundsätzlich nicht anerkennen.

1908. 1. September. Es wird daran erinnert, daß es nicht gestattet ist, Fahrräder über den Eisernen Steg zu befördern.

1909. 3. Februar. Die Ubertragung des bisher von Herrn Rabbiner Dr. Seligmann in Sekunda und Obertertia erteilten jüdischen Religionsunterrichts von Ostern 1909 ab an Herrn Rabbiner Dr. May wird genehmigt.

III. Chronik.

lI. Lehrer und Schüler.

Ostern 1908 schied Herr Oberlehrer Dr. Richard Pappritz aus dem Lehrerkollegium des Goethe- gymnasiums, um eine Oberlehrerstelle am Domgymnasium zu Naumburg zu übernehmen. Er hatte sieben Jahre sein reiches und vielseitiges Wissen und seine unermüdliche Arbeitskraft in den Dienst des Goethegymnasiums gestellt, wofür ihm auch an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt sei. Wenn dem verehrten Kollegen auch durch seine Rückkehr in die Heimat ein lange gehegter Wunsch erfüllt wurde, so hoffen wir doch, daß er dem Goethe- gymnasium ein freundliches Andenken bewahren wird.

Die durch das Ausscheiden des Herrn Oberlehrers Dr. Pappritz erledigte Stelle wurde dem bis- herigen Aushilfsoberlehrer Otto Schieck übertragen. Herr Oberlehrer Schieck berichtet über sein Leben folgendes:

Otto Schieck, geboren im Oktober 1877 zu Plauen i. V.(Kgr. Sachsen), besuchte die höhere Bürger- schule und das Gymnasium seiner Vaterstadt, das er Ostern 1897 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er diente dann als Einjährig-Freiwilliger in Leipzig. Darauf studierte er klassische und romanische Philologie in Leipzig, Halle, Berlin und bestand im Oktober 1904 in Halle die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Ostern 1905 wurde er als Seminarkandidat dem Goethegymnasium in Frankfurt a. M. überwiesen; am 1. Dezember 1905 wurde ihm eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle am Kgl. Gymnasium in Wiesbaden übertragen. Von Ostern 1906 bis Ostern 1907 verwaltete er als Probekandidat eine Hilfslehrerstelle am Kgl. Gymnasium in Fulda. Ostern 1907 wurde er zum Oberlehrer in Frankfurt a. M. ernannt.

Herr Kaplan Schramm, der den katholischen Religionsunterricht in V und VI, und Herr Dr. M ainzer, der den israelitischen Religionsunterricht von UIII abwärts erteilt hatte, schieden beide am Schlusse des Schul- jahrs 1907/8, aus. Für ihre Wirksamkeit am Goethegymnasium sei ihnen hierdurch der Dank der Anstalt aus- gesprochen. Den Unterricht des Herrn Kaplan Schramm übernahm Herr Kaplan Blech, den des Herrn Dr. Mainzer Herr Dr. Höxter.

Anläßlich des Ubergangs der seither privaten Realgymnasialkurse für Mädchen in die städtische Ver- waltung wurde dem bisherigen Leiter dieser Kurse, Herrn Professor Dr. Mann, mittels Allerhöchsten Erlasses vom 21. Juni 1908 der Rote Adlerorden vierter Klasse verlieben.