Jahrgang 
1905
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Freitag, den 1. April: Vormittag: Forum und Colosseum. Nachmittag: Palatin. 3 Samstag, den 2. April: Vormittag: S. Maria Maggiore. Thermenmuseum. S. Maria degli Angeli. Park und Sammlung Borghese. Nachmittag: Ausflug nach Ponte Molle, Villa Madama, Monte Mario.

Sonntag, den 3. April: Ostersonntag: Ausftug nach Tivoli, Aniofälle, Villa d'Este. Nach dem Frühstück Fuß- wanderung das Aniotal aufwärts bis Vicovaro(Horaz: Varia), dann in das Licenzatal(Horaz: Digentia) bis Rocca Giovane, in dessen Nühe das Sabinergut des Horaz gelegen haben muß. Zurück zu Fuß bis Vicovaro; von da mit der Bahn nach Rom. 1

Montag, den 4. April: Vormittag: Vatikanische Antikensammlung. Inneres von S. Pietro, Sakristei. Nach- mittag: Passegiata Margherita, Villa Doria Pamphili, Acqua Poola, S. Pietro in Montorio, durch Trastevere zurück, Einkehr in einer Artischokenküche in der Nähe des alten Ghetto.

Dienstag, den 5. April: Vormittag: Scala Santa, Lateranmuseum, Laterankirche, Baptisterium, Caracalla- thermen. Nachmittag: Ausflug nach Frascati und Tusculum.

Mittwoch, den 6. April: Palazzo Rospigliosi, Villa Farnesina. Nachmittag: Eine Hälfte macht einen Ausflug nach Albano und dem Nemisee, die andere nimmt teil an einem Empfang beim Papst.

Donnerstag, den 7. April: Frei(wie in Florenz).

Freitag, den 8. April: 8 Uhr Vorm. Abfahrt nach Genua. Ankunft 6 Uhr abends. Spaziergang am Hafen. Unterkunft im Hotel Victoria.

Samstag, den 9. April: Vormittag: 8S. Annunziata, Campo Santo, mehrstündige Hafenfahrt. Nachmittag: Villetta Dinegro. 65° Abfahrt nach Mailand. Ankunft 945. Unterkunft im Hôtel Como.

Sonntag, den 10. April: Rückfahrt nach Frankfurt.

Die ganze Reise war ohne jede Störung verlaufen; abgesehen von einem Falle einer schnell vorüber- gehenden, leichten Halsentzündung war keiner der Reiseteilnehmer krank gewesen. Nach unserer Rückkehr fand die Abrechnung mit der Bank, bei der wir unser Geld deponiert hatten, statt. Das übrig gebliebene ausländische Geld wurde wieder umgewechselt, worauf der Kassenwart jedem von uns noch 17 Mark aushändigte. Die Gesamtkosten der ganzen 19 ½ Tage dauernden Reise betrugen also für jeden 233 Mark, wozu nur noch kleinere Ausgaben, etwa für Ansichtskarten, Photographien, Andenken u. ä., kamen.

5. Durchführung des Frankfurter Lehrplans.

Das im vorigen Jahre zum ersten Mal erprobte neue Unterrichtsverfahren im griechischen Anfangsunter- richt hat sich auch in diesem Jahre durchaus bewährt. Das Maß der in Untersekunda bewältigten Anabasis- Lektüre ist noch gewachsen, und in Obersekunda wurde auf diese Weise Raum für Xenophons Hellenika(in Abt. A), Lysias(in Abt. B), sowie Abschnitte aus Plutarchs Alkibiades und größere Partien des Herodot gewonnen.

Von dem durch Prof. Joseph Wulff begonnenen ibungsbuchAufgaben zum Übersetzen ins Latei- nische ist der III. Teil erschienen; er wird mit Genehmigung der Behörden von Ostern ab in Unter- und Ober- sekunda eingeführt.

Der Teilung der Sexta folgt im kommenden Schuljahre die der Quinta und voraussichtlich in dem darauf folgenden die der Quarta, sodaß die Anstalt alsdann zu einer vollständigen Doppelanstalt herangewachsen sein wird.

6. Erweiterungsbau.

Die Fertigstellung des Erweiterungsbaues wurde durch einen Streik verzögert; erst am 22. März konnte die Abnahme erfolgen. Im Auftrag des Hochbau-Amtes hat Herr Architekt Göttelmann nachstehende Skizze der Baugeschichte und eine Beschreibung des Baues entworfen:

Die Errichtung eines Erweiterungsbaues zur Aufnahme der Lehr- und Sammlungsräume für den naturwissenschaftlichen sowie den Zeichenunterricht wurde durch die oberen städtischen Behörden am 21 Juli 1903 beschlossen.

Mit der Fundierung wurde im November gleichen Jahres begonnen. Nach zweimonatlicher Unterbrechung während des Winters wurden die Bauarbeiten im März 1904 wieder aufgenommen und der Rohbau im September desselben Jahres vollendet.