10
Mathematik: Abschluß der Trigonometrie und Stereometrie, Grundlehre des Kombinatorik. Binomischer Lehrsatz(für ganze positive Exponenten) nebst Anwendungen. Anfangs- gründe der Wahrscheinlichkeitsrechnung nebst Auwenduug auf Wetten und Spiele. Einiges über harmonische Punkte und Strahlen, sowie über Transversalen. Anwendung der Algebra auf die Geometrie, besonders Teilungs- und Verwandlungsaufgaben. Kon- struktionen mittels ähnlicher Hilfsfigur. Lösung auf mehrfachen Wegen. Koordinaten- begriff; graphische Darstellung; Grundlehre von den Kegelschnitten begonnen. 3 St. In beiden Abt.: Presber.
Physik: Abschluß der Elektrizitätslehre; Akustik; Mechanik. 2 St. In beiden Abt.: Presber.
Obersekunda. Klassenlehrer: Abt. A.: Oberlehrer Dr. Vilmar. Abt. B., Oberlehrer Dr. Wünnenberg.
Religionslehre: a) Evangelische: Lektüre der Apostelgeschichte mit ergänzenden Abschnitten aus den paulinischen Briefen. Kirchengeschichte bis Constantin. Gelegentliche Wieder- holungen von Sprüchen und Liedern. 2 St. Abt. A. Hauschild. Abt. B.: Drüner. b) Katholische: mit Ii.
Deutsch: Abt. A.: Im Sommer: Schillers„Spaziergang“ wurde erklärt und zum größten Teil auswendig gelernt; Wallensteins Lager, Piccolomini, Wallensteins Tod. Schillers Leben. Im Winter: Sprachgeschichtliche Unterweisungen, insbesondere über den indo- germanischen Sprachstamm. Abriß der mittelhochdeutschen Grammatik. Das Wichtigste über die mythologischen Quellen der Nibelungensage; Wagners Ring der Nibelungen.
Übersicht über die Entwicklung der mittelhochdeutschen Literatur. Gelesen wurde eine
Auswahl aus dem Nibelungenlied und aus den Gedichten Walthers von der Vogel-
weide; ferner als Privatlektüre mit nachfolgender Besprechung in der Klasse: Geibels
Brunhilde und Hebbels Nibelungen. Übungen im Disponieren und in freien Vorträgen.
3 St. Wulff(seit Weihnachten Preiser).— Abt. B.: Kurzer überblick über die Entwicklung
der deutschen Sprache und Literatur bis 1300, Abriß der mittelhochdeutschen Grammatik.
Lektüre des Nibelungenliedes und der Gedichte Walthers von der Vogelweide in der
Auswahl des Lehrbuchs für III(Hopf und Paulsiek). Goethes Hermann und Dorothea;
Schillers Spaziergang; Wallensteins Lager, Piccolomini, Wallensteins Tod. Das Wichtigste
aus Schillers Leben. Auswendiglernen einzelner Stellen. Repetition früher gelernter
Gedichte. Freie Vorträge, die teils griechische Stätten und Städte, teils Denkmäler der
älteren deutschen Literatur behandelten. ÜUbungen im Betrachten von Kunstwerken mit
Benutzung von Luckenbachs Abbildungen. 3. St. Bölte.
Aufsätze. Abt. A.: 1.(Klassenaufsatz.) Die Stände in Rom zur Zeit Ciceros ſim Anschluß an die vierte katilin. Rede). 2. 0 b Foct 0s b Gt Sö.os 6§. 3. Die Worte in Schillers Spaziergang:„Ruhet sanft, ihr Geliebten! Von eurem Blute begossen grünet der Olbaum, es keimt lustig die köstliche Saat“ sollen erläutert und entweder(a) auf Athen nach den Perserkriegen oder(b) auf die Niederlande nach dem Unabhängigkeitskrieg angewandt werden. 4. Inwiefern kann man die Darstellung der Belagerung von Sagunt bei Livius ein Drama in 5 Akten nennen? 5. Das Verhältnis des Oktavio Piccolomini zu Wallenstein. 6.(Klassenaufsatz.) Aus welchen Gründen hat wohl Hannibal den Weg über die Alpen
gewählt? 7. Welche Gründe bestimmen die an der Ermordung Siegfrieds beteiligten Personen? 8.(Klassen- aufsatz.) Rüdigers Seelenkampf.— Abt. B.: 1. Was erfahren wir aus dem ersten Gesang von Hermann
und Dorothea über Ort und Zeit der Handlung? 2. Warum waren die Spartaner nicht imstande Griechen-


