Jahrgang 
1900
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Ebenso ist beim Beginn der Lektüre, des Cäsar in Obertertia, des Xenophon im letzten Vierteljahr der Untersekunda auf sorgfältige Einführung Bedacht zu nehmen. Jedes umfangreichere Satzgefüge muß reinlich analysiert und vom Verbum finitum aus konstruiert und erklärt werden, ehe weiter gegangen wird. Von häus- licher Präparative sollte meines Erachtens im Beginn der altsprachlichen Lektüre überhaupt ganz abgesehen werden, und auch später sollte man sie nie eher in einem Schriftsteller verlangen, als bis sich die Klasse voll- ständig in ihn eingelesen und eingelebt hat. Die Schüler werden mit der geistigen Verarbeitung des in der Klasse Durchgenommenen in der Regel zu Hause genug zu thun haben. Die Lektüre schreitet mit der Zeit um so rascher vorwärts, je mehr man sich entschließt, solchen Grundsätzen zu folgen.

Es ist ja von manchen Seiten ausgesprochen worden, bei der Verkürzung der den alten Sprachen an unserer Schule gewidmeten Zeit, im Lateinischen auf 6, im Griechischen auf 4 Jahre, sei ein fortwährendes Eilen, Drängen und Hasten notwendig; es fehle das ruhige, langsame Einleben in die alten Sprachen. Wer so urteilt, bedenkt nicht, mit welcher sprachlichen und allgemein geistigen Vorbildung unsere Schüler an die alten Sprachen herantreten. Die Erscheinung ist ja neu und für den, der sie zum ersten Male sieht, überraschend, aber es ist thatsächlich kein Eilen und Hasten nötig, es ist reichlich Zeit zur gründlichen Durcharbeitung vorhanden, wenn auch selbstyerständlich eine besonnene Ausnutzung der Zeit durchaus notwendig ist und abschweifende Ge- mächlichkeit sich verbietet. Je weiter wir in dieser Schulform vorgeschritten sind, um so ruhiger und stätiger ist der Gang geworden.

Am freiwilligen englischen Unterrichte beteiligte sich die Mehrzahl der Schüler der Unterprima; auch hier zeugt der Ausweis der durchgenommenen Lehraufgaben(S. 9) von befriedigenden Ergebnissen.

Da die Lehrverfassung auf S. 1 den Frankfurter Lehrplan noch nicht vollständig wieder giebt, so lassen wir denselben, wie er sich nach der Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 25. Januar 1898 gestaltet hat, hierunter folgen:

4 nter- Lusam- Allgem. schied vI v WV m I e ee wen Leehr. Sus2n lan den allg. b Llan Piam Religion....... 3 2 1 2 2 2 2 2 2 2 19 19 Deutsch- und Geschichts- A 8 erzählung.... 4 4 3 3 3 3 3 3 31 26 45 Latein...... 1 10 10 8 8 3 8 51 ½ 65 13 ½ ſſſ ſſſ Griechisch.... 8 8[8 èv., 31 ½ 36 4 ½ Französisch..... 6 6 6[2 2 2 2 2 2 30 19. 11 Geschichte und Erdkunde 2 2 5 3 3 2 2 2 3 24 V 26 2 Rechnen und Mathematik 5 5 5 4 4 3 3 3 3 35 34. 1 Naturbeschreibung... 2 2 2 2 V 8 8 ÿOO:OęQFQK˖KP A ö A: Physik.... 2 2 2 2 2 10 10 Schreiben..... 2 2 V 4 4 4 Zeichnen..... 2 2 2 2 V s 8 V 1 zusammen.. 25 25 26 28. 28 30 30 30 30 252 V 255 3 1

Turmen: 3 St. VI I; Singen: 2 St. für die Schüler der VI. und V. 1 ½ St. Chorgesang für die stimmbegabten Schüler der IV, III? und I. Freiwilliger Unterricht im Englischen oder Hebräischen 3 St. I2 u. Ii. Freiwilliger Unterricht im Zeichnen: 2 St. II u. I.