Jahrgang 
1888
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Wie im vorigen Schuljahr für die Religion und das Deutsche, so wurden in diesem Jahr ausführliche Lehrpläne für das Französische und die Geschichte in Konferenzen der Fach- lehrer ausgearbeitet.

Die Entlassungsprüfung für die Abiturienten des Ostertermins fand am 5. u. 6. März unter dem Vorsitz des Direktors statt. Sämtlichen 25 Schülern, welche sich zur Prüfung gemeldet hatten, konnte das Zeugnis der Reife zuerkannt werden; 12 wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

3. Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichts, Erkrankungen, Todesfälle.

Der Gesundheitszustand war in dem verflossenen Schuljahr ein so unbefriedigender, wie es seit einer Reihe von Jahren nicht der Fall gewesen ist. Mehrere Lehrer wurden durch schwere Erkrankungen auf längere Zeit an der Erfüllung ihrer Berufspflichten gehindert.

So mußte gleich zu Beginn des Sommersemesters Herr Oberlehrer Dr. Schütz auf vier Wochen beurlaubt und bis zu den Sommerferien in einer Anzahl von Stunden vertreten werden. Wir freuen uns, daß er durch diese Erleichterung seine frühere Gesundheit vollständig wieder erlangt hat. Weniger günstig verlief die Krankheit des Herrn Caster, der bis zu den Sommerferien beurlaubt war, aber auch später noch mehrfach seine Thätigkeit unterbrechen mußte und augenblicklich wieder krank danieder liegt. Herr Dr. Schütz wurde durch den wissenschaftlichen Hülfslehrer Zint, Herr Caster durch die Schulamtskandidaten Herrn Ruhl und Herrn Mohr vertreten. Am Schlusse des Sommersemesters mußte Herr Professor Gill- hausen um einen vierwöchentlichen Urlaub einkommen, um gegen ein schweres und schmerz- haftes Nervenleiden, dem er lange Widerstand geleistet hatte, Heilung zu suchen. Seine Ver- tretung ordnete sich um so leichter, als die Abiturienten nach der Prüfung entlassen wurden. Dadurch, daß die vorgesetzten Behörden für Herrn Professor Gillhausen im Wintersemester eine durchgehende Unterrichtserleichterung von 6 Stunden anordneten, die auch im bevor- stehenden Sommersemester fortdauern soll, hoffen wir, daß eine vollständige Heilung des Leidens erreicht wird. Herr Oberlehrer Dr. Berch erhielt mit Beginn des Wintersemesters einen halb- jährigen Urlaub, um seine Gesundheit, die durch einen allgemeinen Niedergang der Kräfte gefährdet war, in Italien wieder herzustellen. Seine Vertretung übernahm der wissenschaftliche Hülfslehrer Herr Hirschfeld. Am 5. Dezember erkrankte Herr Oberlehrer Caumont am Ge- lenkrheumatismus und konnte bis zum Schlußz des Semesters seine Thätigkeit nicht wieder auf- nehmen. Er wurde vertreten durch den wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Hehner, bis dahin an der Musterschule. Dem letzteren sprechen wir, da er mit dem nächsten Semester uns wieder verlassen und eine Stelle im Auslande annehmen wird, unsern Dank aus für die bereitwillige UÜbernahme und erfolgreiche Durchführung seiner nicht leichten Aufgabe. Die Herren Ober- lehrer Dr. Berch und Caumont hoffen wir im nächsten Semester neugekräftigt wieder in unserer Mitte begrüßen zu können.

Durch vorübergehende Erkrankungen wurden betroffen: Der Direktor, Professor Dr. Noll, Professor Gillhausen, Oberlehrer Dr. Baier, Oberlehrer Dr. Römer, Dr. Trieber, Dr. Schwemer.

Wenn wir schon im Lehrerkollegium durch Krankheit vielfach behindert waren, so war der Gesundheitszustand unter den Schülern ein noch unerfreulicherer. In einigen Klassen war die Liste der Fehlenden zeitweise so groß, dass der Unterricht ins Stocken kam.