Jahrgang 
1930
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f) Befreiungen vom Religions-, Kunst- und Turnunterricht.

Vom Religions-, Musik- und Zeichenunterricht war kein Schüler befreit. Vom Turnen(Spielen):

In Ol: 3, UI: 1, OIla: 6, Ollb 0, UII: 2, OIIl: 0, UIHl: 1, W: 2, V: 0O VI: 1 (1). Gesamtzahl: 15(15). 4

Die Befreiungen erfolgten bestimmungsgemäß auf Grund schulärztlichen Gutachtens. Befreit vom Spielen waren außerdem 31 Schüler wegen weiten Weges, 6 wegen des Pleich⸗cltigen hebräischen Unterrichts, 14, weil sie um dieselbe Zeit in einer Schülerriege ruderten.

9) Teilnahme am freiwilligen Unterricht.

Freie Arbeitsgemeinschaften der Oberstufe: 1. Philosophie(für OII 1 st.): 20. 2. Deutssch(für OII 1 st.): 16. 3. Deutsch(für I 2 st. i. W.): 22. 4. Griechisch (2 st. i. S.): 20. 5. Kunstgeschichte(2 st. i. S.): 19. 6. Physikalische Uebungen(2 st.) 1. S. 18, i. W. 10.

Wahlfreier Unterricht: 1. Englisch(2 Abteilungen je 1 st.): 31 und 16. 2. Hebräisch(2 Abteilungen je 2 st.): 5 und 1. 3. Einheitskurzschrift(1 st.): 17.

h) Besondere Einrichtungen für die Schüler.

Schülerselbstverwaltung. Vertrauenslehrer war weiter Dr. Herdt. Die von den Klassen gewählten Vertrauensleute versammelten sich mehrmals unter Leitung von Trommershausen(OI1). Die vorbildliche Auffassung, die dieser Schüler in seiner Vertrau- ensstellung wie überhaupt im Dienste der Schulgemeinschaft gezeigt hat, wurde dadurch an- erkannt, daß ihm das von der Reichsregierung zum 10. Verfassungstag gestiftete Erin- nerungsbuch überreicht wurde. Beim Ordnungsdienst in der Schule halfen Schüler der oberen Klassen. Kartensammlung, Hilfsbücherei, Arbeitsbücherei der Oberstufe werden selb- ständig von Schülern verwaltet(ein Vertrauenslehrer steht dabei nur imHintergrunde). Die Vorarbeit bei den Schulfesten leisteten die Schüler zum großen Teil selbst. So ver- dankt das Sommerfest seinen Erfolg in erster Linie der UI und einigen Obersekundanern (Schnetzler OII verdient um seines Verantwortungsgefühls willen dabei besondere Aner- kennung). Außerdem sollen diesmal ausdrücklich für ihre Arbeit im Dienste der Gemein- schaft genannt werden die Kleineren: Colombel, Göbel, Richter, Traub(V), Ruberl(VI).

Schülervereine. Unter Leitung von Dr. Schmidtborn und Wiebe UI nahm der V. D. A. einen sehr erfreulichen Aufschwung. Am 25. 6. fand im Festsaal eine Werbe- stunde statt, bei der Schild UI über die Fahrt nach Kiel berichtete. Eine 2. Werbestunde war am 10. 9. Die Klassenvertreter traten häufig unter Dr. Schmidtborn zusammen.

Der aufgabenfreie Nachmittag war am NMittwoch.

Wandertage wurden in der vorgeschriebenen Zahl abgehalten. An besonderen Wanderungen sind zu nennen: Worms Ol, Rheingau 2 Tage O IIb. Herchenheimer Höhe 2 Tage O Ila. Saalburg UII. Lahn, Limburg 2 Tage IV. Spessart 3 Tage UI.

Ueber die Bamberg-Würzburgfahrt der kunstgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft berichtet Hoffmann UI:

Wir kommen aus dem Ort Lichtenfels und schlagen nun einen breiten Feldweg ein. Auf hüge- ligem Boden liegen gelbe Kornfelder, saftige Wiesen und schwarzgrüne Wälder vor uns. Auf dem höchsten dieser Hügel steht die Kirche Vierzehnheiligen, unser Ziel. Wuchtig und stolz liegt sie vor uns. Ihre beiden Türme mit den geschwungenen Dächern ragen scharf in den herbstlichen, weis- sen und tiefblauen Himmel hinein. Die Sonne wirft zwischen den jagenden Wolkenfetzen hindurch oft ein paar schimmernde Lichtkleckse über die bunte Landschaft, sie huschen über Hügel und Felder und lassen die Turmdächer oft hell aufleuchten.

Die Sonne hatte sich hinter Wolken versteckt, als wir eintraten. Kalt glänzender Marmor, weiße Pfeiler, goldenes Schnörkelwerk verwirren den Beschauer, der sich von der Pracht bestechen läßt, um gleichzeitig von der Kälte abgestoßen zu werden.

Durch die Anordnung der Säulen ist eine klare Perspektive unmöglich gemacht. Eine Wirkung, die durch den Altar, der in der Mitte des Langschiffes steht und nur aus einem Aufbau vieler einzelner Schnörkel zu bestehen scheint, nur noch erhöht wird. Bogen schwingen sich bald voll

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