c) Jahresplan der Prima und bei den übrigen Klassen Lesestoffe für den deutschen und fremdsprachlichen Unterricht.
OI.
Der Unterricht behandelte in den meisten Fächern Weltanschauungsfragen.
Ev. Religion. Die Bergpredigt im Urtext. Was bedeutet sie für ihre Zeit, was für uns? Philemon-Philipper-Jakobusbrief. Die Reformation. Was bedeutet sie für das 16. Jahr- hundert, was für uns? Reſigiöse Strömungen der Gegenwart: Liberalismus, Theologie der Kri- sis, soziale und kultische Frage. Hauptprobleme der Ethik.
Kath. Religion: Es wurden gelesen: Das Johannesevangelium und die Psalmen in Auswahl; eingehend behandelt die Aufklärung in ihrer Stellung zum Christentum, die Begriffe Kultur, Natur und Gnade. Die Klassiker und die Religion der Humanität.
Jüd. Religion: I. Verhältnis des Menschen zum Mitmenschen mit besonderer Her-
vorhebung des Sozial-Ethischen im judentum in bibl. und nachbiblischer Zeit zugleich im
flinblick auf die Gegenwart. 1. Einheit des Menschengeschlechtes. Menschengebot und Menschenrecht. 2. Staat und Gesellschaft. 3. Die Pflichten der Liebesbetätigung und der Gerechtigkeit gegen den andern. Das einzelne Volk und die Völkervielheit. II. Religions- gesetze und Bibelwissenschaft.
Deutsch: 1. Das Problem der Freiheit. Schillers Leben als ein Kampf um Frei- heit: Don Carlos(ungfrau, Maria Stuart, Tell). Goethe, Egmont. 2. Schuld und Erlösung. Ibsen: Gespenster. Goethe: Iphigenie. 3. Realismus und Idealismus. Ibsen: Wildente. Schil- ler: Gedichte, Wallenstein. Goethe: Tasso. 4. Das Problem der Kultur: a) die objektive Kul- tur. Natur und Kultur. Schiller: Spaziergang, Eleusisches Fest. b) die subjektive Kultur: die Aufgabe der Bildung. Goethes Leben als Musterbeispiel eines Bildungsganges aus Sturm und Drang(Oden, Friederikenlieder) durch Einordnung in die objektive Kultur.(II- menau, das Göttliche und ähnliche Gedichte), das Erlebnis einer Kultur im gültigen Werk (Antike) und Entsagung(Marienbader Elegie) zur Vollendung(Dornburglieder, Urworte, Faust).
Geschichte: 1780 bis heute. Querschnitte in schriftlicher Ausarbeitung. Uebung der Kritik an Zeitungsartikeln und Quellen. Hauptgesichtspunkt blieb, unsere heutige Zeit in dem großen Entwicklungsgang der Geschichte zu verstehen. Wiederholungen aus der OIl und UI nach Zeitabschnitten, unter Hervorhebung der wesentlichen Entwicklungs- kräfte(Gegensatz zu den Querschnitten).
Erdkunde: Deutsches Volkstum auf der Erde und deutscher Staat. Entwicklung, Gliederung, Siedlungen, wirtsch. Betätigungsformen des deutschen Volkes. Der deutsche Staatsraum in seiner geschichtlich-geogr. Ausbildung, Verhältnis von Volks- und Staatsraum.
Latein: 1. Fortsetzung der Lyrik des Catull und Horaz mit Heranziehung deut- scher Dichter, die von ihnen beeinflußt sind. Vergleich zwischen Original und Nachahmung. 2. Weltanschauungsfragen: a) Cicero: Auswahl aus seinen Briefen, Humanitätsbegriff. b) Horaz: Episteln: Stoizismus, Epikureismus. 3. Tacitus als Darsteller von Charakteren. Aus seinen Annalen: Augustus-Tiberius, Germanikus, Sejan, Seneca.(Auswahl aus I-IV, XV). Die Arten der Geschichtsschreibung. Das Lesebuch„Die Antike und der deutsche Geist“, wird herangezogen. Privatlektüre: Plautus: Trinummus. Augustin Confessiones. Abschnitte aus Cicero. Ausonius Mosella.
Griechisch: Eeitgedanke: Ueberwindung der griechischen Aufklärung durch So- krates-Platon. Lebensbild des Sokrates durch Apologie und Kriton. Auswahl aus Platon (Weißenfels): Teile aus Phaidon(bes. philos. Entwicklungsgang des Sokrates), Abschnitt aus Symposion, Begriffsbestimmung der Frömmigkeit aus Eutyphron, desgl. aus Menon, Höh- lengleichnis aus der Politeia, Verfassungsformen, Ideenlehre. Als ganzer Dialog ist der Protagoras gewürdigt. Sophokles Antigone. Aischylos Orestie in Uebersetzung. Thukydides Leichenrede, sowie Lysias über den Krüppel und Stücke aus Demosthenes als Beispiele griechischer Rhetorik. Erläuternde Abschnitte aus dem Lesebuch„Die Antike“ und„deut- sche Kultur“. Privatlektüre der Schüler: Mark Aurel, Abschnitte aus Josephus und Polybios. Antiker Humor.
6


