Jahrgang 
1928
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Groſften, Spiele der Kleinen, Musikdarbietungen des Orchesters umrahmten die fröhliche Kaffeeschlacht. An die Aufführung von KörnersVetter aus Bremen, das Schüler der Ober- stufe unter freundlicher Mitwirkung von Prl. Wulkow unter dem Spielleiter Bischoff, Ol die Bühneneinrichtung stammte von Weber, Kligge, Schmidt UI, denen Brandt, Grüninger, Giefer UI, Dietz Ol wacker geholfen hatten zu beifällig aufgenommener Darstellung brachten, schlof sich eine lustige Schnitzelbank der Sextaner und die Verlosung der Tombola an. Den Abend beendete ein Tanz(die Tanzmusik stellten Schüler), der so vergnügt war, dall der Direktor erst gegen Mitternacht Schlufßt zu gebieten wagte. Herrn Bruchfeld sind wir zu herzlichem Dank verpflichtet für die Stellung eines Lastkraftwagens. Im Juni gedachten die evangelischen Schüler im Religionsunterricht des 200. Todestages A. H. Franckes, dieses groften christlichen Erziehers. und seines Lebenswerkes.

Am 11. 8. beging die Schule den Verfassungstag gemeinsam mit allen Frankfurter Schulen im Stadion. Am Tag vorher versammelte sich die Schulgemeinde zu einer kurzen Feier, bei der der Direktor über den idealen Sinn der Demokratie sprach, im Festsaal.

Am 31. 8. machte die gesamte Schule eine gemeinsame Rheinfahrt von Mainz bis Caub und zurück. Auf der Rückfahrt stiegen wir aus und wanderten über das Niederwalddenkmal nach Rüdesheim hinunter wieder aufs Schiff. Diese gemeinsame Fahrt gab bei herrlichem Wetter starke Eindrücke von Deutschlands schönstem und schicksalsreichsten Strom.

Am 18. 10. gedachten die Oberklassen im Deutschunterricht des 150. Geburtstages von Heinrich v. Kleist.

Die Weihnachtsfeier, die am 20. 12. stattfand, wurde diesmal fast ganz von unseren Kleinen gestaltet. Im Mittelpunkt stand ein altdeutsches Krippenspiel, das unsere Sextaner mit aller Ueberzeugungskraft kindlichen Glaubens spielten.

Unser Winterkonzert am 1. 5. war ein Mozartabend. Auf die Aufführung der kleinen Nachtmusik, die im Mittelpunkt stand, darf das Orchester mit Stolz zurückblicken. Sie stellt sich würdig neben die Egmontouvertüre des vorigen Jahres.

Zu einer Totengedenkstunde vereinigten wir uns am Volkstrauertag(5. 5.) im Festsaal. Studienassessor Schweikart sprach vom idealen Opfersinn als der ernstesten Mahnung un- serer toten Brüder und veranschaulichte ihn eindrucksvoll an einem eigenen Kriegserlebnis.

Am 5. und 6. 3. fand unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Reifeprüfung statt, die alle zugelassenen Prüflinge bestanden.

Am 16. 3. folgten die Lehrer der Einladung der Abiturienten zu einer fröhlichen Ab- schiedsfeier.

Die feierliche Entlassung der Abiturienten erfolgte am 22. 5. unter grofter Beteiligung der Angehörigen und Freunde. Der Abiturient Esser sprach über: Aischylos Orestie, ein hohes Lied der Kultur und erweiterte die Betrachtung auf die Kulturaufgabe des Humanismus.

Am 28. 3. feierte die Schule den 400. Todestag von Albrecht Dürer. In großangelegtem Vortrag(bei dem unser Epidiaskop zum ersten Mal in der Oeffentlichkeit mitwirkte) entwarf Studienrat Dr. Braunstein auf dem Hintergrund der Zeit, die den Uebergang von der Gotik zur Renaissance bedeutet, das reiche Lebensbild dieses großen Deutschen. der für seine Person eine Vereinigung und Erhöhung der ringenden Zeitkräfte erreichte. Ganz besonders eindringlich aber gestaltete der Redner die Idee, die im Mittelpunkt dieses Künstlerlebens stand: Die Passionsgeschichte.

Am 51. 3. schloß das Schuljahr mit einer Schulgemeinde im Festsaal. Der Direktor wies daraufhin, daß über der Arbeit dieses Jahres gleichsam die großen Gestalten der Männer ragten, deren wir in besonderen Feierstunden gedachten: Kurz vor Beginn des Jahres Beet- hoven, dann am Anfang Gauß. in der Mitte Kleist, am Ende Dürer. Unsere Aufgabe müsse es sein, daß wir uns der Verpflichtung, die im Besitz solcher Geister liegt, in unserer täglichen

Arbeit bewußt werden.

7. Erlasse und Verfügungen.

Min.-Erl. vom 3. 11. 27.... Bekanntmachung. Am 1. Mai 1928 werden in die staatlichen Pädagogischen

Akademien je 50 Studenten neu aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Jehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volks- schullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und Jehrerinnen.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter ge- wissen Voraussetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen

Akademien erhältlich..

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