Jahrgang 
1927
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Am 18. und 21., sowie am 25. und 28. 1. 27 finden unter Leitung des Direktors und der Mitarbeit der Altsprachler der Anstalt 2 Lebhrgänge zur Einführung in die neuen Aufgaben des griechisch-lateinischen Unterrichts statt, an der 21 Studienräte und Assessoren der Provinz Hessen-Nassau teilnehmen. Der Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums, Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Borbein und der Dezernent der Anstalt, Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Gersten- berg, besichtigten den Lehrgang und wohnten einer Lehrprobe bei.

5. 2.: Schubertabend des Vereins ehemaliger Kaiser Friedrichs-Gymnasiasten im Fest- saal der Anstalt zum Besten der Hilfskasse.

17. 2.: Pestalozzifeier. Stud.-Rat Linß gibt in der Festrede ein Lebensbild des uner- müdlichen Kämpfers, des groſten Jugendfreundes.

14. 5.: Gedächtnisfeier für die Gefallenen. Stud.-Rat Dr. Herdt deutet in seiner Ge- dächtnisrede die Mahnung der Toten an uns Lebende.

16. 5.: Feierliche Entlassung der Abiturienten. Abschiedsworte sprachen Meißinger UI und Diehl O I. Der Direktor redet über die Erziehung zur Männlichkeit.

21. 5.: Die Schule nimmt an der BZoztattung des früheren Lehrers der Anstalt, Pro- fessor H. C. Müller. teil. Der Direktor legt im Namen der Lehrerschaft einen Kranz am Sarge nieder und gedenkt der großen Verdienste, die dieser charaktervolle Mann und be- deutende Wissenschaftler in 50 jähriger Arbeit sich um die Schule, der er ganz anhing, er- worben hat.

2. 4.: Beethovenfeier. Unter den musikalischen Darbietungen, die das Kammer- orchester. der Chor. das Gesamtorchester unter freundlicher Mitwirkung von Einzelkräften (rau Direktor Wittig, Stud.-Rat Dr. Huth) boten, verdient die Wiedergabe der Egmont- ouvertüre besondere Erwähnung. Der Direktor zeichnete in kurzen Strichen den glücklosen, den dämonischen, den tragischen, den heroischen Beethoven.

9. 4.: Schluß des Schuljahres. In kurzer Feier wurden die ausscheidenden Lehrer ver-

abschiedet.

7. Erlasse und Verfügungen.

Min.-Erlaft U II 558 vom 22. 2. 26. Die Schülerunfallversicherung wird pflichtmäſtig eingeführt.

Min.-Erlaßt U II 466 vom 26. 5. 26. Das ausnahmsweise Ueberspringen von Klassen in den höheren Schulen wird geregelt.(Springen dürfen nur besonders leistungsfähige Schüler; die unterste Klasse darf nicht übersprungen werden; die bntscheidung trifft die Klassenkonferenz im Einverständnis mit dem Erziehungsberechtigten.)

Min.-Erlaß U I 56 144 vom 29. 5. 26. Für das technische Studium ist durchweg eine prak- tische Ausbildung vorgeschrieben. Schüler, die ein solches Studium beabsichtigen, sollen sich sechs Monate vor der Reifeprüfung mit der Pechnischen Hochschule, die sie besuchen wollen, in Verbindung setzen.

Min.-Erlaf U III 2921 vom 4. 11. 26. Angesichts der in letzter Zeit sich häufenden An- schläge auf Eisenbahnzüge sind in allen Schulen die Kinder vor frevelhaftem Spielen an den Bahnanlagen zu warnen.

Min.-Erlaß U III 2450 und U III 5149:

1. Am 53. Mai 1927 werden in die staatlichen Pädagogischen Akademien je 50 Stu- dierende neu aufgenommen, und zwar in Elbing zur Ausbildung evangelischer Folksschul. lehrer, in Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Jehrerinnen., in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter ge- wissen Voraussetzungen können Stipendien gewährt werden. Internate sind mit den Aka- demien nicht verbunden. Arbeitspläne sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Aka- demien erhältlich. Aufnahmegesuche sind bis spätestens zum 15. März 1927 an die Akademie- direktoren unmittelbar zu richten.

Der Meldung sind beizufügen:

1. ein Lebenslauf,

2. eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunklassigen höheren Lehranstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltsleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über das voraussichtliche Bestehen derselben.

3. ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arztes.

Im Laufe des Monats April werden die Bewerber, deren Aufnahme in die Akademie in Aussicht genommen ist, zu einer Prüfung ihrer musikalischen Kenntnisse und Fertig-

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