Jahrgang 
1910
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Heftchen mit grellen, aufregenden Bildern, die in den Schaufenstern mancher Buch- und Papiergeschäfte, in Zeitungsständen usw. angepriesen, von den Kindern eifrig gekauft und in den Klassen schnell verbreitet werden. Diese Schund- und Machwerke spiegeln der kindlichen Seele falsche Ideale von Heldenmut, Gewandtheit und Klugheit vor, erwecken ein Gefallen an grausigen Taten und reizen die jugendlichen Leser zu törichten Streichen und Abenteuern. Sie verleiten zur Oberflächlichkeit und Zerstreutheit, verführen zur Durchtriebenheit und Unaufrichtigkeit, verderben den guten Geschmack, den gesunden Sinn der Jugend und verrohen ihr Gemüt. Die geebrten Eltern werden deshalb herzlich gebeten, unter keinen Umständen eine solche Lektüre in den Händen ihrer Kinder zu dulden. Sie wollen bedenken, daß sie damit ihren Kindern einen großen Dienst erweisen, nicht nur für die Schulzeit, sondern für das ganze Leben. Die Schule ist ihrerseits gern bereit, den Eltern geeignete Lektüre für ihre Söhne zu empfehlen, wie sie sich auch die weitere Ausstattung der Schülerbibliothek angelegen sein läßt, um ihren Zöglingen Unterhaltung und Belehrung in Büchern zu bieten, die wirklich den Sinn für das Schöne, Edle und Gute in ihren Herzen wecken und fördern.

Die Schüler können ihre Fahrräder bis auf weiteres in den Kellerraum der Apstalt einstellen, doch übernimmt die Unterrichtsverwaltung für die Sicherheit der Räder keinerlei Verantwortung.

Die Schüler werden von Zeit zu Zeit vor dem Spielen mit Schußwaffen aufs dringendste gewarnt. Wer Schußwaffen oder sonstiges Schießzeug, Feuerwerkskörper, Patronen u. dàrgl. zur Schule, zum Turnen, zu Ausflügen auf den Spielplatz oder die Schwimmanstalt mitbringt oder in deren Besitz getroffen wird, wird auf dasstrengste bestraft, unter Umständen mit Verweisung von der Anstalt.

Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 4. April. Die Schüler der Gymnasialklassen haben sich an diesem Tage um 10 Uhr, die der Vorschule um 11 Uhr in ihren Klassen einzufinden.

Während der Ferien werde ich zur Anmeldung neuer Schüler Sonnabend, den 19. März und 2. April, und Montag, den 21. März von 1112 Uhr, in meinem Amtszimmer anwesend sein. Besuche aufer dieser Zeit bin ich gern bereit zu empfangen, doch ist in diesem Falle eine vorherige Anfrage zu empfehlen.

Frankfurt a. Main, den 7. März 1910.

Prof. Dr. Busse.