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zeugenden Tat, bei der sich der Obersekundaner Stranghöner durch Unerschrockenheit und Umsicht besonders hervorgetan hat, sind die Schüler von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Wiesbaden im Regierungsamtsblatt belobigt worden.
Am 9. September beehrte der vortragende Rat im Unterrichtsministerium Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Norrenberg die Anstalt mit seinem Besuche und wohnte einer Unterrichtsstunde bei.
Die Reifeprüfung fand am 2. März unter dem Vorsitz des Herrn Ober- und Geheimen Regierungsrat Dr. Paehler, am 3. unter dem des Direktors statt. 16 Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife, darunter 6 ohne mündliche Prüfung.
Am 22. März unterzog der Kreisarzt Herr Dr. Fromm die Anstaltsräume einer Besichtigung.
In den Sommerferien wurde ein Umbau der Heizanlage vorgenommen. Die neue Niederdruckdampf- heizung bedeutet eine wesentliche Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse der Anstalt. Der Gesundheits- zustand der Schüler war, abgesehen von einigen Erkrankungen an Masern und Scharlach, befriedigend.
Am Schlusse des Schuljahres scheidet Herr Professor Dr. Georg Wolff zu unserem lebhaften Be- dauern aus unserer Mitte, um nach vierzigjähriger Dienstzeit in den Ruhestand zu treten. Herr Wolff hat an unserer Anstalt seit Ostern 1889 mit ausgezeichnetem Erfolge gewirkt und sich bei seinen Amtsgenossen und Schülern viel Liebe und Verehrung erworben. Seine Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit, seine hervorragende wissenschaftliche Tüchtigkeit, sein vornehmer Charakter machten ihn zu einer Zierde der Anstalt wie des gesamten höheren Lehrerstandes. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen haben in die älteste Geschichte Deutschlands und besonders unserer engeren Heimat so manches Licht gebracht. Wir freuen uns, daß er uns nahe bleibt, und wünschen von Herzen, daß ihm noch viele Jahre rüstigen wissenschaftlichen Schaffens in Kraft und Gesundheit beschieden sein mögen.
Zu gleicher Zeit verläßt uns Herr Oberlehrer Dr. Bieber, da die Leitung des Kgl. Sachsenhäuser Gymnasiums von nun an seine volle Kraft in Anspruch nimmt. Wir freuen uns über seine ehrenvolle Berufung, so ungern wir ihn auch aus unserem Lehrkörper scheiden sehen. Unsere herzlichsten Wünsche begleiten ihn in sein neues Amt. Möge er uns in Freundschaft verbunden bleiben!


