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II. Verfügungen.
1908. 4. April. Der Beginn der Sommerferien 1908 wird für alle Frankfurter Schulen vom 4. auf den 11. Juli verlegt und die Dauer dieser Ferien von 4 auf 5 Wochen verlängert.
4. Juli. Auf die vorgeschriebene Rücklieferung der durch den Tod der Inhaber erledigten Dekorationen wird hingewiesen.
17. Juli. Vom Turnunterricht dürfen Schüler auf Grund ärztlicher Gutachten nur dann befreit werden, wenn wirkliche Leiden nachgewiesen werden, bei denen eine Verschlimmerung durch das Turnen zu be- fürchten ist.
30. Oktober. Das griechische Übungsbuch von Kaegi, Teil II. wird von Ostern 1909 ab in 0 III eingeführt. 9. Dezember. Eine Oberlehrerstelle wird eingezogen.
29. Dezember. Der Anstaltsleiter ist zur Prüfung der ihm vorgelegten ärztlichen Atteste verpflichtet. Es muß ihm daher auch das Recht gewahrt bleiben, in einem Falle, in welchem er auf Grund des ärztlichen Gut- achtens nicht entscheiden zu können glaubt, das Gutachten eines Spezialarztes einzufordern.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde am 27. April vormittags 9 Uhr mit Aufnahmeprüfungen eröffnet. Der Unterricht begann im April und Mai um 7 ½ Uhr, in den Monaten Juni, Juli, August um 7 Uhr, in den Wintermonaten um 8 ½ Uhr, sonst um 8 Uhr. Der Beginn der Sommerferien wurde aus Anlaß des deutschen Turnfestes auf den 11. Juli verschoben; ihre Dauer betrug ausnahmsweise fünf Wochen.
Am Schlusse des vorigen Schuljahrs schieden die Probekandidaten Ernst Rexrodt und Dr. Theodor Waßmuth aus dem Lehrerkollegium. Herr Rexrodt wurde Oberlehrer an dem Königl. Gymnasium zu Hanau, Herr Dr. Waßmuth Oberlehrer an der hiesigen Adlerflychtschule(Realschule). Zu Beginn des Schuljahrs traten die Probekandidaten Adam Engels, Dr. Theodor Heckmann und Dr. Hans Westenberger ein. Herr Heckmann übernahm zugleich eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle. Außerdem wurde der Anstalt der anstellungsfühige Kandidat Dr. Bernhard Löffler überwiesen. Herr Dr. Löffler übernahm im ersten Viertel- jahr die Vertretung des Herrn Prof. Dr. Müller in OIII und IIIII(7 Stunden) und ging dann als Oberlehrer an die Sachsenhäuser Oberrealschule über.
Im April und Mai war Oberlehrer Dr. Bieber als Reserveoffizier zu einer Dienstleistung einberufen. Seine Vertretung übernahmen die probekandidaten Engels und Dr. Westenberger sowie der Seminar- kandidat vom Goethe-Gymnasium Herr Dr. Arnold Sander. Am 1. Juni wurde Herr Dr. Westenberger zu einer Vertretung nach Limburg( Lahn) berufen; nach den Sommerferien trat er wieder ein, doch schied er bereits im Herbst aus dem Lehrkörper, um am Wilhelms-Gymnasium in Oassel sein Probejahr fortzusetzen und zugleich eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle zu versehen. Aus gleichem Anlaß ging Herr Engels Ende Oktober an das Gymnasium in Höchst über.
Vom 19. Nov.— 19. Januar war prof. Dr. Primer zu unserem groben Bedauern durch eine schwere Er- krankung dem Unterricht entzogen. Bei seinem Wiedereintritt übernahm Herr Primer seinen Unterricht in 0 1, in den übrigen Stunden mubßte er weiter vertreten werden. Dabei leistete der Seminarkandidat vom Goethe-
Gymnasium Herr Gerhard Müller vom 7. Dezember ab dankenswerte Hilfe Im Herbst wurde der französische 2*


