31 § 8. Solche Schüler, denen nach zweijährigem Aufenthalt in derselben Klasse die Versetzung nicht hat zugestanden werden können, haben die Anstalt zu verlassen, wenn nach dem einmütigen Urteil ihrer Lehrer und des Direktors ein längeres Verweilen auf ihr nutzlos sein würde. Doch ist es für eine derartige, nicht als Strafe anzusehende Maßnahme erforderlich, daß den Eltern oder deren Stellvertretern mindestens ein Vierteljahr zuvor eine darauf bezügliche Nachricht gegeben worden ist.
Die Auslegung, die der§ 5 durch den Ministerialerlaß vom 15. November 1907 dahin erfahren hat, daß in dem vorausgesetzten Falle der Hauptnachdruck auf das ernstliche Bemühen zu legen ist, war schon früher an der Anstalt üblich und wurde insbesondere bei der Versetzung zu Ostern 1907 angewendet. Der Ministerialerlaß hat also für unsere Anstalt keinen neuen Zustand geschaffen.
Die Schüler werden von Zeit zu Zeit vor unvorsichtiger oder mutwilliger Annäherung an Auto- mobilfahrzeuge, die in der Fahrt begriffen sind, sowie vor dem Spielen mit Schußwaffen aufs dringendste gewarnt. Wer Schußwaffen oder sonstiges Schießzeug, Feuerwerkskörper, Patronen u. dgl. zur Schule, zum Turnen, zu Ausflügen, auf den Spielplatz oder die Schwimm- anstalt mitbringt, wird auf das strengste bestraft, unter lmständen mit Verweisung von der Anstalt.
Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 27. April, vormittags 9 Uhr mit Aufnahmeprüfungen. Außerdem werde ich während der Ferien zur Prüfung und Aufnahme neuer Schüler Samstag, den 11. April. 11— 12 Uhr. Montag, den 13., Mittwoch, den 15., Samstag, den 25. April, 9— 10 Uhr in meinem Amtszimmer an- wesend sein. Besuche außer dieser Zeit bin ich gern bereit zu empfangen, doch ist in diesem Falle. eine vor- herige Anfrage zu empfehlen.
Formulare zur Anmeldung von Schülern sind beim Kastellan der Anstalt in Empfang zu nehmen.—
Der Unterricht beginnt Dienstag, den 28. April, und zwar für die Gymnasialklassen um 7 ½ Uhr, für die 1. und 2. Vorklasse um 8 ½ UIhr, für die 3. Vorklasse um 9 Uhr.
Frankfurt a. Main, den 1. April 1908. Prof. Dr. Busse.


