II. Verfügungen und Erlasse.
1907. 2. April. Die Gewährung von Freistellen darf gleichzeitig an mehrere zu einer Familie ge- hörende Schüler grundsätzlich nur im Falle ganz besonderer Bedürftigkeit erfolgen.
1907. 24. Oktober. Von Ostern k. J. an soll ein lehrplanmäßiger jüdischer Religionsunterricht in 4 Abteilungen zu je 2 Stunden eingerichtet werden.
1907. 24. Juli. Anweisung zur Verhütung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten durch die Schulen.(Vgl. Abschn. VII.)
1907. 1. November. Die Einführung von Schäfer, Religionsbuch III B wird genehmigt. 1907. 5. November. Desgl. von Kaegi, Kurzgef. griech. Schulgramm. und Ubungsbuch I für U III.
1907. 13. Dezember. Die Pflege einer guten und leserlichen Handschrift bei den Schülern wird von neuem zur Pflicht gemacht.
1908 12. Februar. Die Einführung von Schülke, Aufgabensammlung aus der Arithmetik, Geometrie, Pbysik, Trigonometrie, 2 Teile, wird genehmigt.
1908. 14. Februar. Die von Schülern der beiden oberen Klassen ausgeführten zeichnerischen Arbeiten, die von den zuständigen Zeichenlehrern als selbständige und gute Leistungen anerkannt werden. können von der Schule mit Bescheinigung versehen werden und den Schülern, die sich den an Technischen Hoch- schulen bestehenden Studieneinrichtungen zuwenden wollen, als Ausweis über ibre zeichnerische Vorbildung dienen.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde am 8. April vormittags 9 Uhr mit Aufnahmeprüfungen eröffnet. Der Unterricht begann in den Monaten Juni. Juli. August morgens um 7 Uhr, in den Wintermonaten um 8 ½ Uhr, sonst um 8 Uhr..
Am Schlusse des vorigen Schuljahres schieden die Probekandidaten Otto A rmstroff und Dr. Hermann Best aus dem Lehrerkollegium. Herr Armstroff wurde Oberlehrer an dem Realprogymnasium zu Bünde i. W., Herr Dr. Best ging zur Fortsetzung seines Probejahres an das Gymnasium zu Fulda über. Zum Beginn des Schuljahres traten die Probekandidaten Ernst Rexrodt und Dr. Theodor Wabmuth ein; Herr Dr. Watzmuth übernahm zugleich eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle.
Der Unterrichtsbetrieb erlitt während des ganzen Schuljahres mannigfache Störungen. Im April und Mai war Oberlehrer Dr. Manger als Reserveoffizier bei den Marburger Jägern zu einer Dienstleistung einberufen. Zu seiner Vertretung wurde der Seminarkandidat Dr. Karl Eymer vom hiesigen Goethe-Gymnasium herangezogen. Professor Dr. Peters erkrankte Ende Mai und bedurfte eines Urlaubs bis Ende August. In seine Vertretung teilten sich die Kandidaten Dr. Karl Eymer und Gustav Schmidt vom Goethe- Gymnasium. Vom 1.—24. Juni wurde Herr Jünemann durch ein Augenleiden dem Unterricht fern gehalten. Vom 6.—10. August fehlte Herr D öpfer, der nach Charlottenburg zu einem Fortbildungskursus für Gesang- lehrer einberufen war. Vom 19.—21. August war der Direktor, vom 17.—19. September Professor Lic. Dr. Krebs beurlaubt, ebenso vom 24.—28. September zur Teilnahme an der Baseler Philologenversammlung Prof. Wedemann. Oberlehrer Dr. Bieber und der Direktor. Im Winterhalbjahr mußte Professor Dr. GC. H. Mülle r vom 22. Oktober bis Weihnachten aus Gesundheitsrücksichten den Unterricht aussetzen und von dem Kandidaten


