Jahrgang 
1907
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22 begangen wurde und an der nicht nur das Lehrerkollegium und die Schüler, sondern auch Angehörige von Lehrern und Schülern, Freunde der Anstalt und besonders frühere Schüler in großer Anzahl teilnahnmen. Auch das Königl. Prov.-Schulkollegium hatte durch Entsendung seines Direktors, des Herrn Ober- und Geheimen Regierungs- rats Dr. Paehler, seine Teilnahme an der Feier zu erkennen gegeben.

Eingeleitet wurde die Feier durch den für Violinen, Celli, Orgel und Klavier ein- gerichteten und von Schülern der Anstalt vorgetragenenHuldigungsmarsch von Gluck. Daran schloß sich eine Rede des Oberprimaners Wilhelm Vogel, in der dieser im Namen der Schüler, besonders der Prima, dem Direktor dankte für alles, was der scheidende Lehrer den Schülern in Unterricht und Erziehung Gutes getan hatte. Die vom Chor unter Orgelbegleitung gesungeneHymne von Gluck bildete den Ubergang zu einem von dem ObersekundanerS. Hirsch gedichteten und von W. Rosen- berger, Schüler derselben Klasse, vorgetragenen GedichteZum Abschied. Darauf folgte wieder ein ChorgesangSei stille dem Herrn aus dem OratoriumElias von F. Mendelssohn- Bartholdy, an den sich drei Reden anschlossen. Zuerst sprach Professor Krebs dem scheidenden Vorgesetzten den Dank des Lehrerkollegiums und der ganzen Schule aus. In längerer Rede zeigte er, wie Direktor Hartwig in seiner Amtsführung die Grundsätze verwirklicht habe, zu denen er sich bei der Er- öffnung der Anstalt am 11. April 1888 bekannt hatte, wo er es als die Aufgabe des Gymnasiums bezeichnet, seine Zöglinge zu rechtschaffenen, idealgerichteten und im Leben tüchtigen Menschen heranzubilden, die berufen sind, dereinst im Dienste der Kirche oder des Staates oder auch in leitender bürgerlicher Stellung die Führer ihres Volkes zu werden. Hierauf ergriff der Vertreter des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums das Wort, um auch im Namen der vorgesetzten Behörde an den Scheidenden warme Worte des Dankes und der Anerkennung für die her- vorragenden treuen Dienste zu richten, die er dem Staate in langjähriger Tätigkeit geleistet hatte, und überreichte ihm als sichtbares Zeichen der hohen Wertschätzung, die ihm auch von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige, seinem erhabensten ehemaligen Schüler, gezollt wird, den Königlichen Kronen-Orden Il. Klasse. Sichtbar bewegt bestieg Herr Geheimrat Hartwig das mit Palmen und mit der Büste des Kaisers geschmückte Katheder, um mit warmen Worten allen, die zur Verherrlichung dleses Festes beigetragen, insonderheit Sr. Majestät dem Kaiser, dann der vorgesetzten Behörde für die ihm zu teil gewordene hohe Auszeichnung und Ehrung, dem Lehrer- kollegium und den Schülern für die ihm erwiesene treue Anhänglichkeit, Verehrung und Liebe seinen innigen Dank auszusprechen. Mit dem für Violinen, Celli, Orgel und Klavier gesetzten Largo von Händel schloß die ebenso weihevolle wie erhebende und eindrucksvolle Feier.

Am Nachmittage vereinigten sich die Lehrer und ihre Damen mit dem Herrn Direktor und seiner Frau Gemahlin imFrankfurter Hof zu einem gemeinsamen Essen. Aber auch die Schüler des Gymnasiums die gegenwärtigen sowohl wie auch die früheren wollten es sich nicht nehmen lassen, dem verehrten Lehrer noch in besonderer Weise ihre Anhänglichkeit und Verehrung sichtbar zu beweisen. Die gegenwärtigen Schüler taten dies durch ein wertvolles Geschenk, eine Bronzestatue des Antinous, gegossen von Roland in Paris, während eine große Anzahl früherer Abiturienten ihrem hochverehrten Lehrer und Direktor in einer künstlerisch aus- geführten Adresse ihren über die Schulzeit hinaus unvermindert dauernden Dank aussprachen. Außerdem ehrten gegenwärtige und frühere Schüler zusammen Herrn