21 Hamburg- Amerika-Linie mit ihrem Doppelschraubendampfer Meteor veranstaltete als Gast eingeladen.—
Der Gesundheitszustand der Schüler war gut, von den Lehrern fehlten wegen Krankheit Herr Prof. Dr. Wolff vom 15. September bis zu den Weihnachtsferien und Herr Prof. Dr. Peters vom 13. September bis zum 12. November. Ihre Vertretung übernahmen die Herren Dr. Best und Seminarkandidat Müller vom Goethegymnasium. Sonst mußten Herr Schultheis kurz vor Weihnachten und Herr Dr. Manger bald nach Neujahr ihre Tätigkeit für einige Tage wegen Krankheit aussetzen.
Im Bestand des Lehrerkollegiums traten während des Schuljahrs mancherlei Ver- anderungen ein. Herr Otto Kühlewein, der vorher in Fulda tätig gewesen war, wurde zu Beginn des Schuljahrs als Oberlehrer angestellt, während: Kandidat Otto Armstroff, der bereits seit dem 1. März an der Anstalt Vertretungsstunden übernommen hatte, zur selben Zeit sein Probejahr antrat und mit der Verwaltung einer Hilfslehrerstelle betraut wurde. Die am Ende des vorigen Schuljahrs freigewordene Vorschullehrer- stelle wurde während des Sommerhalbjahrs von dem Lehrer Herrn Paul Jungblut ver- waltet und am 1. Oktober durch Herrn Lehrer Georg Mahrt, der sich bereits an der Realschule in Jüterbog bewährt hatte, neu besetzt. Im Herbst begann hier Herr Dr. Hermann Best sein Probejahr.
Der unserer Anstalt zugewiesene französische Kandidat Hierr Robert Eude blieb bis zum Schluß des Sommers bei uns und erwarb sich durch liebenswürdiges Wesen, sowie durch seinen pädagogischen Eifer unsere allgemeine Wertschätzung und den Dank der Schüler.
Einen schmerzlichen, in das Schulleben tiefeinschneidenden Verlust erlitt die Anstalt durch das Scheiden ihres ersten Direktors, des Herrn Geheimen Regierungsrats professor Dr. Theodor Hartwig, der am Schlusse des Sommerhalbjahrs sein Amt niederlegte, um sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Herr Direktor Hartwig hatte Ostern 1888 die schwierige Aufgabe übernommen, in unserer Stadt, die bis dahin nur städtische und private Schulen kannte, das erste staatliche Gymnasium, unser Kaiser-Friedrichs-Gymnasium, einzurichten. Diese Aufgabe nat er mit seltenem Ge- schick und mit der großen Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit gelöst, durch die er sich schon vorher, besonders als Direktor der Gymnasien in Corbach und Hanau hervorgetan hatte. Seinem hingebenden, rastlosen Wirken ist es Vor allem zu ver- danken, daß die junge Anstalt neben den altbewährten, reich ausgestatteten städtischen Schulen gleicher oder verwandter Art mit Ehren bestand und Ersprießliches leistete. Fine hervorragende pädagogische Einsicht und ein reiches Wissen haben ihn bei seiner Lehrtätigkeit ausgezeichnet. Sein gänzer Unterricht war von patriotischem Feuer durch- wärmt, seine Liebe zur Jugend ruhte auf einer tiefen, die Fülle seines Wesens durch- dringenden Religiosität. Reich war seine Wirksamkeit an Mühe und Arbeit, aber auch reich an Segen und schönen Erfolgen. Die Dankbarkeit seiner Schüler wie der langjährigen Gefährten seiner treuen Arbeit bleibt ihm für alle Zukunft gesichert; sie fand bei seinem Abschiede einen wohltuenden, ehrenvollen Ausdruck.
Die Abschiedsfeierlichkeiten nahmen ihren Anfang mit der Schulfeier, die am 22. September Vormittags 10 Uhr in der festlich geschmückten Aula des Gymnasiums


