2. Ubersicht über die erledigten Lehraufgaben.
Ober-Prima.
Ordinarius: Der Direktor.
Religionslehre. 2 St. w. a) evangelische. Der Römerbrief wurde teilweise gelesen und erklärt. Die Augustana, sowie die alten Bekenntnisse der Kirche wurden gelesen und erklärt, mit der Lektüre der Augustana wurde eine Be-— sprechung der Glaubens- und Sittenlehre verbunden.(Krebs.) b) katholische Glaubenslehre. Wiederholung der wichtigsten Abschnitte aus der kirchen- geschichte.(OQuirmbach.)
Deutsch. 3 St. W. Lektüre: Lessings Hlamburgische Dramaturgie mit Auswahl und Nathan der Weise; Goethes Gedankenlyrik; Shakespeares Julius Caesar, Coriolan, Kaufmann von Venedig; Grillparzer, Sappho. Vorträge der Schüler über frei
gewählte Themata. Flemente der Logik. Aufsätze.(Pete 1 S.)
Aufgaben zu den Aufsätzen: 1. Welche Bedeutung hat der erste Monolog in Goethes „Iphigenie“ für das Drama? 2. Welche Ursachen hat der Verfall Spaniens im sechzehnten Jahr- hundert? 3. Welche Wahrheit liegt in den Worten:»Reden ist Silber, Schweigen ist Golde? 4. Inwiefern erklärt sich der Streit der Könige im ersten Buche der Ilias aus ihrem Charakter? 5.(Zur Wahl.) a) Warum beruht die Einheit eines Volkes hauptsächlich auf der Einheit seiner Sprache? b) Ist der Ausspruch Otfried Müllers, dass grosse und glücklich bestandene Gefahren die grösste Wohl- tat für die Völker sind, in jeder Bezichung richtig? 6.(Probeaufsatz.) Wer ist Held und Haupt- person in Shakespeares Julius Cäsar-? 7.(Prüfungsaufsatz.) Inwiefern verschuldete der Absolutis- mus in Frankreich die Revolution vom Jahre 17807
Lateinisch. 7 St. W. Im Sommer Horaz' Oden lll und IV. Memorieren einzelner Oden. Im Winter Horaz' Episteln, Auswahl aus B. I. u. Il. 2 St. w.(Wolff.) Cicero de Officiis I. I. Tacitus' Annalen Buch u. II mit Auswahl. Privatim: Terenz Andria. Daneben UÜbungen im Extemporieren aus Tacitus u. Livius. Schriftliche Ubersetzungen aus dem Lateinischen, Extemporalien und Exerzitien nach Diktaten, gramm. Wieder- holungen und mündliches Ubersetzen nach Ostermann-Müller V. 5 St. W.(Hartwig.)
Griechisch. 6 St. wW. Im Sommer: platos Phaedon; im Winter: Sophocles' Antigone. 2 St. w.(Wolff.) Im Sommer: Hiomers llias B. XIII= XXIV; im Winter: Dem., Philippische Reden. Ubungen im Extemporieren aus Xenophons Hellenica und Repetitionen aus der Grammatik. Schriftliche Ubersetzungen aus dem Griechischen und in das Griechische. 4 St. w.(Peters.)
Französisch. 3 St. W. Lektüre: Taine, Napoléon Bonaparte; Molière, Les femmes SaVvantes; Daudet, Lettres de mon moulin; Zola, La débacle. Alle zwei Wochen eine Obersetzung in das Deutsche oder eine Klassenarbeit ins Französische. Grammatische Wiederholungen. Sprechübungen.(Im Sommer Orth, im Winter Wenderoth.)
hebräisch. 2 St. w. Die Lehre von den(utturalverben, soVie von dem schwachen Verbum und dem Nomen, nach Seffer§ 37—81 nebst Ubungsstücken. Ausgewählte Abschnitte aus historischen, poetischen und prophetischen Büchern des Alten Testamentes wurden gelesen.(Krebs. 1
Englisch. 2 St. W. Deutschbein, Englische Grammatik und Ubungsbuch. Anhang.
Washington Irving, The Sketch Book; Rudyard Kipling, Stories from the Jungle Book.


