Jahrgang 
1890
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Auſserdem eröffneten mit Beginn des Schuljahres die zur Ableistung ihres Probe- jahres der Anstalt überwiesenen Kandidaten Dr. Adolf Collischonn und Wilhelm Eisel ihre Thätigkeit an derselben. Von den seitherigen an der Anstalt beschäftigten Kandidaten übernahm K. Blümlein nach Ableistung seines Probejahres einige Lehrstunden ohne Ver- gütung.

Für den seit dem 1. April als ordentlicher Lehrer angestellten seitherigen Hülfs- lehrer Degenhardt, welcher im ersten Quartal zu einer achtwöchigen militärischen Dienst- leistung eingezogen war, wurde zur Aushülfe der wissenschaftliche Hülfslehrer W. Bruch überwiesen. Derselbe war auch nach Erledigung seines Auftrags als unbesoldeter Hülfs- lehrer an dem Gymnasium thätig. In gleicher Eigenschaft trat zu Anfang des zweiten Quartals der Kandidat H. Seelig in den Lehrerverband ein und gehörte demselben bis Weihnachten an. Am Schlusse des Sommerhalbjahres wurde der Lehrer jJünemann zu einer sechswöchigen militärischen Uebung einberufen. Seine Vertretung übernahmen bereit- willigst die Kollegen.

Am 14. Mai machten sämtliche Klassen unter Führung ihrer Ordinarien Ausflüge in die Umgegend der Stadt.

Die Todes- und Geburtstage der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich I. wurden am 15. Juni, 18. Oktober, 8. und 22. März in feierlicher Andacht, an der sämtliche Schüler teilnahmen, als vaterländische Gedenktage begangen.

Die Sommerferien erstreckten sich vom 6. Juli bis zum 3. August.

Den Sedantag feierte die Anstalt nachmittags unter zahlreicher Beteiligung der Angehörigen ihrer Schüler in Wilhelmsbad bei Hanau. Bis Hochstadt wurde die Eisenbahn benutzt und von da in geordnetem Zuge unter Vorantritt eines Musikcorps der Marsch durch den Wald nach dem Park von Wilhelmsbad angetreten. Auf dem daselbst her- gerichteten Festplatze wies der Direktor die Jugend auf die Ereignisse hin, welche zur Erneuerung des deutschen Reiches geführt haben, und knüpfte daran die Mahnung, die Errungenschaften jener groſsen Zeit mit allen Kräften, wenn es Not thue, gegen äussere und innere Feinde zu verteidigen und jeder Zeit treu zu Kaiser und Reich zu stehen. Vom schönsten Wetter begünstigt entwickelte sich nun ein allen Teilnehmern in ungetrübter Erinnerung stehendes frohbelebtes Fest, bei welchem die von den betr. Fachlehrern ge- leiteten Turnspiele und Gesänge willkommene und wirkungsvolle Abwechselung boten.

Das Wintersemester begann nach zweiwöchigen Ferien am 14. Oktober. An diesem Tage trat Kandidat Dr. Alexander Bilger als Probandus ein. Dr. Collischonn hatte sein Probe-

jahr, dessen erste Hälfte er bereits i. J. 1887 an der hiesigen Wöhlerschule erledigt hatte, zu Michaelis beendet.

Am 9. Dezember beteiligten sich Lehrer und Schüler der Anstalt an dem Empfange Sr. Majestät des Kaisers, indem sie bei dessen Einzug in die Stadt mit den übrigen Schulen und Vereinen Spalier bildeten.

Am 18. und 19. Dezember unterzog der Kgl. Provinzialschulrat Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer die Anstalt einer Inspektion und wohnte aufserdem am 14. Februar dem lateinischen Unterricht in mehreren Klassen zum Zweck einer Prüfung der Perthesschen

Methode bei. 3