n) Schulspeisung
Ab Ostern 1028 ist laut Verfügung der Städtischen Schulbehörden in unserer Schule die städtische Frühstücks- speisung eingeführt worden. Die Kinder erhalten in der zweiten Pause abwechselnd ¹4 Liter Milch oder 4 Liter Kakao und 1 Brötchen. Zur Kontrolle bekommt der Schulleiter ebenfalls jeweils 1 Becher Milch bzw. Kakao. Es nahmen rund 200 Schüler monatlich teil. Der Preis richtet sich nach den sozialen Verhältnissen der Eltern. In Gruppe I(monatlich ca. 5.— RM) gehören Kinder von Eltern, die wirtschaftlich gut gestellt sind; in Gruppe II (monatlich ca. 1.50 RM) gehören Kinder von tarifmäfiig bezahlten Arbeitern und Angestellten sowie Beamten bis Gruppe XI, oder von wirtschaftlich gleichartig gestellten Angehörigen freier Berufe. In Gruppe III gehören Kinder von Eltern, deren Einkommen unter den tariflichen Lohn- und Gehaltssätzen bpleibt. Die Städtischen Schulbehörden haben im August 1⁰28 folgende Sätze für die Einweisung nach Gruppe III angegeben: Familien mit 1 und 2 Kindern 170.— RM monatliches Einkommen, Familien mit 5 und 4 Kindern 185.— RM monatliches Einkommen, Familien mit 5 und mehr Kindern 200.— RM monatliches Einkommen, Für die Einweisung nach Gruppe III ist vorschriftsmäßig der Schule ein Antrag einzureichen; Formulare hierfür sind im Sekretariat er- hältlich. Unentgeltlich wird das Frühstück gewährt an Kinder von Erwerbslosen oder in Wohlfahrtspflege befind- lichen Eltern auf Grund der vom Wohlfahrts-, Jugend- oder Arbeitsamt bzw. von der Schulkinderspeisung aus- gestellten Berechfigungsscheine. Die Anträge auf Unentgeltlichkeit der Speisung sind bei den sozialen Amtern oder bei der Saualkinersdeisung zu stellen.— Zur dauernden Kontrolle für Llerntaus und Schule haben wir die Einrichtung getroffen, daß die Kinder, die aus irgendeinem Grunde nicht mehr an der Frühstücksspeisung teilnehmen sollen, eine schriftliche Pescheinigung der Eltern im Sekretariat der Schule abgeben. Wir empfehlen die Teilnahme an der Frühstücksspeisung sehr.
0) Berufsberatung
Berufskundliche Vorträge wurden in diesem Jahre vor den Schülern nicht gehalten, da die Oberklassen im Vorjahre zum Besuch der damals abgehaltenen Vorträge verpflichtet waren, so daß sich die diesjährigen Abitu- rienten schon im Vorjahre im grofßen und ganzen orientieren konnten. Es wurden Klassenelternabende abge- halten mit dem Thema Berufsberatung, wo vor allem darauf hingewiesen wurde, daß für die Berufswahl in erster Linie Prüfung der Berufseignung, in zweiter Linie erst Prüfung der Berufsaussichten nötig sei. Der Be- such des Berufsamtes wurde dringend empfohlen; ca. 50 Prozent der abgegangenen Schüler haben sich vom Be- rufsamt beraten lassen. Der Einwirkung der Klassenlehrer der Oberprimen ist es zu danken, daf mehrere Schüler. die sich der Studienratslaufbahn widmen wollten, sich nunmehr einem anderen Berufe zuwenden.
p) Schüleraufführungen
Am 12. und 15. September führte die Ula unter der Oberleitung von Herrn Studienrat Lohmann das Scherg- spiel„Schluck und Jau'“ von G. Hauptmann auf. Beide Male war der Festsaal überfüllt. Die Darsteller ernteten für ihre nicht nur von der Begeisterung, sondern auch von gutem Können getragenen Leistungen reichen Beifall.— Am 20. November fand unter der ELeitung von Herrn Studienrat Veidt eine Schubert-Gedenkfeier statt, die ihrer
Geschlossenheit wegen auf uns alle einen tiefen Eindruck machte.— Am 3. Dezember veranstaltete die Ola unter der Leitung von Ilerrn Studienrat Dr. Lepke einen Vortragsabend. in dessen Mittelpunkt ein Lichtbilder- vortrag über die Ergebnisse unserer biologischen Arbeitsgemeinschaft stand.— Die Weihnachtsfeier wurde von
Schülern und Schülérinnen der Klassen Olb(Küster). UIIIa(Bernhardt, Deidesheimer, Eiser, v. Hahn), UIIIb (R. Bühler, F. Dittmar), VIa(A. Neumann, FE. Parsehl. F. Koch. II. Kirchner, Dorn, Barz. Hain, Günther) und VIb (Schlepple) veranstaltet.— Am 16. März veranstalteten die Schüler und Schülerinnen der Klassen UIIla. UIIIb und OllIb unter der Oberleitung von Frl. Studienrat Dr. Huber einen wohlgelungenen englischen Abend.
—) Schulwanderungen und Schülerfahrten
Die Wanderungen wurden ausgeführt, soweit es das Wetter erlaubte. Verschiedene Klassen haben längere Studienfahrten unternommen, worüber Bericht folgt.
Ausflug nach Holland
Seit zwei Jahren hat die Ola in einer Wanderkasse Beiträge gesammelt, die es ermöglichen sollten, vor dem Abgang der Klasse von der Schule eine gröftere Wanderfahrt zu unternehmen, die durch eine Reise nach Holland verwirklicht wurde. Wir fuhren mit dem Rheindampfer von Bingen nach Köln, blieben dort einen Tag, um die Pressa zu besuchen, und fuhren weiter rheinabwärts mit Aufenthalt in Nymwegen bis nach Rotterdam. In der jugendherberge des Deutschen Turn- und Rudervereins in Rotterdam fanden wir durch Vermittlung von Herrn Dr. Jungblut, des Direktors der dortigen deutschen Oberrealschule, eine vorzügliche Aufnahme für drei Tage. die wir außer einer Besichtigung des Rotterdamer Hafens und des Museums zu Ausflügen nach Haag, Schevenin- gen und Delft benutzten. Wir besuchten auch die deutsche Oberrealschule in Rotterdam und lernten so unter Führung ihres Leiters zum ersten Male ein deutsche Auslandsschule kennen, Wir sind Herrn Dr. Jungblut und dem Déeutschen Turn- und Ruderverein für diese Tage zu besonderem Dank verpflichtet. Unsere weitere Reise führte uns über Haarlem mit dem Franz-Ilals-Museum nach Amsterdam, wo wir drei Tage im Hause der Heils- armee ein zwar sehr einfaches aber sehr sauberes und angenehmes Quartier fanden. Neben dem mehrmaligen Besuch des Reichsmuseums waren besondere Erlebnisse der Besuch des Judenviertels sowie eine Fahrt nach Marken und Fohlendamm am Zuidersee mit seinen eigenartigen Trachten. Die Heimfahrt führte über Utrecht mit seinem alten gotischen Dom nach Frankfurt a. M. zurüdk. Die Kosten konnten trotz der hohen holländischen Preise durch einfachste Lebensweise und Benutzung der 4. Klasse so niedrig gehalten werden, daft alle Schüler der Klasse den notwendigen kleinen Zuschuß zur Wanderkasse leisten und an der Fahrt teilnehmen konnten⸗
Lepke.
Rhöntour
Mitte September unternahm die Olb unter Führung des Klassenleiters eine viertägige Wanderung in die Rhön. Der Ausgangspunkt war Fulda, wo am ersten Nachmittag Dom und Michaelskapelle besichtigt wurden.
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