Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

X

tenmaterial, Entwickeln, Abschwächen, Verstärken, Abzüge, Färben von Abzügen, Aufziehen der Bilder, Herstel- lung von Diapositiven und Vergröfterungen z. T. für Bromöldrud, Reproduktion von Gegenständen(Münzen), Personenaufnahmen bei Tages- und Kunstlicht. Vorträge unterrichtender Natur wurden von den Teilnehmern im Rahmen ihres Könnens gehalten in Anlehnung an die Fachzeitschriften. Gemeinsame Wanderungen gaben An- laß zu Aufnahmen verschiedenster Art(Landschaftsbilder, alte Häuser, Städtebilder, Denkmäler). Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Schüler selbst bei der Aufnahme den besten Bildausschnitt finden zu lassen oder ihn später auf der Platte festlegen zu lassen. So häufig wie möglich wurden Privataufnahmen gemeinsam be- sprochen, die Fehler festgestellt und Mittel und Wege gesucht, wie man trotz der Fehler einen befriedigenden Abzug erhalten könne. Wie weit es möglich sein wird, für Erdkunde und Heimatgeschichte Diapositive herzustel- len, wollen wir im kommenden Jahr versuchen. Richters.

7) Drucken 1

Die Schüler lernten das Handhaben eines Multigraphen, Setzen und Drudken. Ganz besonders wurde dar- auf hingewiesen, daß die Kunst des Setzens nicht allein in dem Aneinanderreihen von Buchstaben zu Wörtern und Zeilen besteht, sondern auch in der Durchführung der grundlegenden Schönheitsforderungen, und daf die Kleindrucksache, mit welcher sich der Kursus befaftte, eine genau so liebevolle Behandlung im Setzen und Drucken verlangt wie die größeren Arbeiten. Auch ein Besuch derFrankfurter Zeitung gab den Teilnehmern einen Einblick, was alles zu einem mustergültigen Satz gehört, der allen technischen und künstlerischen Anfor- derungen standhält. Aufßerdem befaften sich die Schülſer noch mit künstlerischer Schrift. Diehl.

k) Deutsche Einheitsstenographie.

Als eine vorzügliche Waffe im Kampfe ums Dasein hatsich die Stenographie oder Kurzschrift erwiesen. Dem Streben der Gegenwart nach intensivster geschäftlicher Betätigung durch größtmöglichste Befreiung vom mecha- nischen Schreibwerk Rechnung tragend, ist sie gleich wichtig, für den Kaufmann, Beamten, den Gelehrten und leistet allen denen, welche vorwiegend mit dem Kopfe und der Peder arbeiten, unschätzbare Dienste.

Ihre Verwendung und Wertschätzung wächst von Tag zu Tag sowohl an den amtlichen Stellen, als auch in den bürgerlichen Berufen und im öffentlichen Leben. Immer mehr werden tüchtige stenographische Kräfte ver- langt, immer häufiger gelingt es strebsamen jungen Leuten, auf Grund tüchtiger stenographischer Kenntnisse in sichere und gut bezahlte Lebensstellungen hineinzukommen. Es muft auch immer wieder darauf hingewiesen wer- den, daß die Reichs- und Länderverwaltungen von ihren Beamten den Nachweis der Beherrschung der E.-K. ver- langen. Darum wurde auch, wie im vorigen Jahre, der Kurzschrift-Unterricht in diesem Jahre fortgesetzt.

Es wurden 4 Fortbildungs- und 6 Anfänger-Lehrgänge eingerichtet, an welchen insgesamt 151 Schüler teil- nahmen. Hiervon entfallen 51 Schüler auf die Fortbildungs- und 80 Schüler auf die Anfänger-Lehrgänge.

Erfreulich ist zu sagen, daß dieses Jahr die Teilnehmerzahl aus den oberen Klassen gegenüber dem Vor- jahr wesentlich gestiegen ist und daß gerade diese Schüler ein sehr groftes Interesse der Stenographie entgegen- bringen und grofter Eifer und Lernbereitschaft vorhanden ist.

Ein aus den Klassen UIIr und UIIo kombinierter Fortbildungs-Lehrgang zeichnet sich durch seine Strebsam- keit und seinen Fleiß ganz besonders aus. Infolge sehr guter Leistungen konnten einzelnen Schülern Prämien verliehen werden. 3 3 2

Die Schüler verteilen sich auf folgende Klassen: Ola: 1, Olb: 1, UIa: 3, UIb: 14, Olla: 11, OlIIb: 12, UIIr: 11, UIlIo: 22, OIIIa: 13, OIIIb: 4, OIIIc: 13, UIIIa: 17, UIIIb: 9, zusammen: 131 Schüler.

M. Fleckenstein.

II. Bericht über die Lehrer

a) Veränderungen im Lehrkörper Ostern 1928 sind folgende Herren aus dem Kollegium ausgeschieden: Herr Oberstudienrat Dr. Gerlach, dem Wöhler-Realgymnasium, lIerr Studienrat Dr. Zenetti, dem Goethe-Gymnasium, Herr Studienrat Dr. Spamer, der Klinger-Oberrealschule überwiesen. Dagegen traten neu ein: Herr Studienrat Schramm aus Osnabrück, Herr Studienassessor Döring von der Rödelheimer Realschule, Herr Studienassessor Braunwart von der Helmholtz- Oberrealschule, Herr Studienassessor Dr. Thiel vom Friedrichs-Gymnasium in Kassel. Fräulein Merkel wurde uns zur vollen Beschäftigung als Turn- und Handarbeitslehrerin überwiesen und als Hilfskräfte zur Deckung des Unterrichtsbedürfnisses hatten sich liebenswürdigerweise die Herren Dr. Sittig und Siebörger zur Verfügung ge- stellt. Am 1. Juli 1928 wurden die vom Direktor vorgeschlagenen Herren Studienassessor Dr. Scheuerpflug, Schreuers und Dr. Herborn zu Studienräten ernannt. Die Vertretung für den zu einer zweimonatlichen Studien- reise nach Frankreich beurlaubten Herrn Studienrat Dr. Six übernahm Herr Schulamtsbewerber Bergenroth. Auf den Vorschlag des Direktors wurde Herr Studienrat Huth ab 1. 7. 1928 zum Oberstudienrat an unserer Anstalt befördert. Herr Zeichenlehrer Diehl wurde am 12. 1. 1929 als Oberschullehrer an unserer Anstalt fest angestellt. Herr Studienassessor Döring wurde am 5. März 1929 zum Studienrat ernannt.

b) Teilnahme an Lehrgängen, Studienreisen

Herr Studienrat Dr. Lenz nahm im Juni 1028 an der Tagung des Vereins für werktätige Erziehung in Köln und Herr Windisch an der Künstlertagung in Düsseldorf vom 22. bis 25. Mai teil. Vom 20. 10. bis 5. 11. 1928 be- teiligte sich Herr Studienrat Dr., Richters an dem erdkundlichen Lehrgang zur Einführung in die Schulreform. Herr Studienrat Schramm erhiélt die Zulassung zu dem viertägigen Schulfunklehrgang im Februar 1020 in Frankfurt a. M. Der Direktor, Herr Studienrat Dr. Six, und Herr Lien wen Schreuers unternahmen im Sommer Studienreisen nach Frankreich. Herr Turnlehrer Reitz nahm an den Olympischen Spielen in Amsterdam teil. Herr Oberstudienrat Huth besuchte in den Herbstferien das Zentralinstitut für den naturwissenschaftlichen Unterricht in Berlin.

Der Gesundheitszustand des Kollegiums war nicht so gut wie im letzten Schuljahr. Besonders im Winter- halbjahr waren Erkältungen und Grippeerkrankungen haule

Der Lehrerausschuf setzte sich zusammen aus den Herren Studienräten Dr. Lepke, Dr. Wegner und Schramm.

23