Jahrgang 
1929
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Physik. Es soll die Formel für die Schwingungsdauer des physischen Pendels hergeleitet werden. Ihre Rich- tigkeit ist durch drei Messungen an einfachen Pendeln zu bestätigen.(Kreispendel, gleichseitiges Dreiedspendel aus Stäben, quadratisches Pendel aus Stäben, Stativ, Stoppuhr.)

Ola und OlIb

Chemie. Das Erdöl, sein Vorkommen, seine Entstehung, Verwertung und seine weltpolitische Bedeutung. Biologie. Inwiefern können die Lebensbedingungen formverändernd auf Tiere und Pflanzen einwirken? Latein. Eine Übertragung ins Deutsche aus Caesars Bellum Gallicum..

Als Jahresarbeiten im Sinne der Reifeprüfungsordnung wurden folgende Arbeiten anerkannt:

Ola:Grofistadt. Eine Novelle(Geitzhaus). Chronik von Münster im Oberlahnkreis im Rahmen der nas- sauischen Geschichte(IIasselbach). Messungen an Röhren mit und ohne Gitter(Hetzer), Sketch on English life and English people(Heyland). Verfahren zur Messung der Kapazität(Köster).Heiko Büschen. Eine Novelle (Manger). Biot-Savart'sches Gesetz(Schwerdtner). Qanze rationale Funktionen und Gleichungen 4. Grades(Ziegler).

0O¹b:Aus meinen Büchern und Mappen(Friedmann). Elektronenröhren und ihre Anwendung(Elsässer). Die graphische Behandlung von Wechselstromvorgängen(Lauber). Einleitungschor zu E. FriedmannZögling Nr. 20(Niederste-Schee).

g) Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.

1) Musik

Im vergangenen Schuljahr konnte ein geordneter Betrieb des Musikunterrichts erfolgen, so daß den behörd- lichen Vorschriften immer mehr entsprochen werden konnte. Auf der Mittel- und Oberstufe konnte noch nicht in allem das Ziel erreicht werden, weil die zur Durchführung der Unterrichtsreform notwendigen Voraussetzungen noch nicht überall vorhanden waren. Eine Wochenstunde reicht nicht aus, um neben dem musikgeschichtlichen Stoff auch noch die elementaren Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen. Dazu kam noch, daft in Ober- und Unterprima sowie in Sexta Kombinationen stattfinden muften.

Die Unterrichtsaufgaben verteilten sich in den einzelnen Klassen folgendermaften:

Kl. 6. Bestimmen einfacher Tonverhältnisse, Ubung im Gebrauch des Stimmorgans zwecks Bildung musi- kalisch brauchbarer Töne, selbständiges Gestalten musikalischer Formen, Bekanntmachen mit dem Volkslied- schatz unter besonderer Berücksichtigung des Kinderliedes.

Kl. 5. Einführung in die Mehrstimmigkeit, Singen von nomo- und polyphonen Sätzen. Bekanntmachen mit dem Tonsystem, selbständiges Bilden einer Begleitstimme, Vorbereitung für den gemischten Chorgesang.

Kl. 4. Vertiefung der in Kl. 6 und 5 erworbenen elementaren Fertigkeiten durch Behandlung von schwieri- geren melodischen und rhythmischen Formen.

UZa und b. Selbständiges Bilden kleiner Sätze unter Zugrundelegung von Akkordverbindungen, Einführung in die einfachsten musikalischen Formen an Beispielen aus der Instrumentalmusik, Versuche rhythmischer Textgestaltung.

O3. Proben aus dem historischen Volkslied und dem vorreformatorischen Kirchenlied, Tänze und Märsche aus der Zeit des Barock, einige Balladen.

U2. Einführung in die Musik der Klassiker und Romantiker, wobei weniger Wert auf historisches Wissen als auf bewuftes Aufnehmen von Musikstücken gelegt. Neben dem Gesang von Volksliedern wurden auch Vor- übungen zum Chorgesang gemacht.

02. Einiges aus der Musikpflege der Griechen, aus der Kirchenmusik des Mittelalters, sodann wurde an praktischen Beispielen eine Anschauung von der Musik der Renaissance vermittelt.

UI. Die Musik aus der Zeit des Baroc. Bachs Matthäuspassion und Händels Messias wurden behandelt, auch wurde an Instrumentalwerken die Eigenart dieser Stilepoche erläutert.

OI. Werke aus der Zeit der Klassiker und Romantiker, die Entwicklung des Kunstliedes und der Oper, das Musikdrama Wagners.

Die stimmbegabten Schüler von U5. O5. O2 und Of waren zu einem Chor vereinigt, der sich bei den verschie- denen Feiern betätigte. Außerdem war aus 4. U2 und O2 ein zweiter Chor gebildet. Es wurden Volkslieder. Motetten und begleitete Chöre von Schubert und Schumann gesungen. Das Schülerorchester bestand aus 12 Geigen. 1 Viola, 2 Cellis und Klavier. Es wurden Stücke von Gludk, Corelli, Bach, Händel und Haydn geübt.

Auffallend ist, daß an unserer Anstalt sehr wenig Schüler gründlichen Unterricht im Instrumentenspiel er- halten, und es wäre zu wünschen, daß die Eltern den bildenden Wert des gemeinsamen Musizierens mehr schätzen möchten.

2) Leibesübungen

Die Teilnahme an den turnerischen Veranstaltungen der Schulbehörde und der Frankfurter Verbände für Turnen und Sport brachte unserer Lehranstalt eine Reihe erster Erfolge.

1. Schwimmfest der Frankfurter Schüler am 51. August 1928 im Stadion. Ergebnisse: a) Staffeln: Unterstufe I. Sieg, Mittel- II. und Oberstufe II. Platz: b) Mannschaftskampf: Oberstufe II., Mittelstufe III., Unterstufe IV. Platz:; c) Einzelkämpfe: Wilhelm Schmidt Olb 1. Preis Oberstufe; Lautz OlIb 1. Preis Mittelstufe.

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