c) Kurzer Bericht über den Jahresplan und über die daraus in den einzelnen Klassen hervor- gegangenen besonderen Arbeitsleistungen und Arbeitsformen.
SEXTA
Leitgedanke für den Jahresplan und die daraus hervorgehenden besonderen Arbeitsformen und Arbeits- leistungen der Sexta ist die bewußte Erfassung der Formen, Lebenserscheinungen und elementarsten Verkehrs- und Wirtschaftsprobleme der engeren Heimat.
Erdkunde, Biologie, Zeichnen, Rechnen und Deutsch bilden daher ein sich gegenseitig durchdringendes Ganzes.
Die Arbeitsformen bestehen in Beobachtungen und Messungen, deren müngdlicher, schriftlicher und manuel- ler Wiedergabe.
Als Arbeitsleistungen sind zu nennen: Beobachtungstabellen, graphische Darstellungen, Zeichnungen, Karten, Klebarbeiten in Papier und Pappe. Modellieren in Plastilin, bewegliche Modelle.
Besondere, den einzelnen Fächern zufallende Aufgaben sind für die Erdkunde: 1. Einfache meteorologische UÜbungen, Beobachtungen über Windstärke, Windrichtung, Bewölkung, Regenmenge, Barometerstand, Temperatur, Schattenlänge und Tageslänge. Beobachtungstabelle und ihre Auswertung. 2. UÜbungen im Gelände. Richtungs- orientierungen. Beobachtungen, Messen und Schätzen von Entfernungen und Höhen. 5. UÜbungen im Kartenlesen. Anfertigung von Kartenskizzen, Papier- und Pappschnitten und plastischen Modellen: Frankfurter Stadtgebiet, Frankfurter Taunusvorland, Frankfurter Vortaunus, Taunus, Main- und Rheinebene, Rheintal von Mainz bis Koblenz, Odenwaldgebiet, Spessart, Vogelsberg und Rhön. 4. Beobachtungen über Bodenbeschaffenheit, Boden- formen, Gesteinsarten, Bodenschätze, Mineralquellen und fließende Gewässer zwecks Erarbeitung einer elemen- taren geologischen Erfassung der Heimat.
Für die Biologie: 1. Prarbeitung botanischer und zoologischer Grundbegriffe. 2. Zeichnen beobachteter Teile und Modellieren. 5. UÜbungen im Erkennen von Blütenpflanzen und Tieren. 4. Prarbeitung von Lebensbildern wichtiger Wirbeltiertypen, die a) der Beobachtung zugänglich sind. Mittel: möglichst durch Beobachtungen und Erlebnisse, durch Anleitung zur Aquarium- und Terrariumpflege und durch Anlegung von Sammlungen; weiter von solchen, die b) der Beobachtung nicht zugänglich sind. Mittel: durch Beobachtungsberichte, durch Sammlung und Besprechung von Naturaufnahmen illustrierter Zeitungen, durch Benutzung der Bilder und Gegenstände der Schulsammlung und durch Besuch des Museums und lokaler Ausstellungen.
Für das Zeichnen stand das Wachhalten der naiv-munteren Schaffensfreude des Kindes und der Sorglosigkeit und Unbekümmertheit gegenüber dem„Richtigen“ zunächst im Vordergrund. Es wurde vornehmlich das phan- tasiemäßtige Darstellen von Dingen und Vorgängen aus der Vorstellungswelt des Schülers(Straftenbilder mit Darstellung von Berufs- und Gesellschaftstypen, Vorgänge aus dem YVolksleben, Spiel- und Sportbilder, Jahres- zeitenbilder) gepflegt. Bald kam auch die für dieses Lebensalter charakteristische Freude an der Farbe zu ihrem Recht. Diese Arbeiten bestanden im farbigen Aufteilen der Fläche und in der Ausführung von Schmuckformen. Mit dem Deutschunterricht trat der Zeichenunterricht durch das Betrachten kindertümlicher Bilder aus der Märchenwelt, aus dem Familienleben, aus Dorf und Stadt in nahe Berührung.
Für das Rechnen: 1. Ubungen am Frankfurter Kursbuch über Entfernungen, Fahrpreisberechnungen, Fahr- zeitberechnungen, günstige Zugverbindungen. 2. Berechnungen an cen Frankfurter Devisenberichten über aus- ländische Währungen und Geldverkehr mit dem Auslande. 5. Behandlung von Fragen der Frankfurter Siedlungs- und Bautätigkeit, wie Flächen- und Raumberechnungen, Baupläne und Kostenberechnungen. 4. Berechnungen auf Grund wirtschaftlicher Tagesfragen aus Zeitungsberichten. 5. Rätsel-, Denk- und Scherzaufgaben aus dem Unter- haltungsteil der Zeitschriften.
Für Deutsch: Mündliche und schriftliche UÜbungen über Selbsterlebtes und Selbstbeobachtetes, Pflege des Heimatgedankens und dessen Vertiefung durch Erzählungen und Gedichte aus der engeren und weiteren Heimat. Der klaren und vertieften Erfassung der Heimat diente aber auch der Kampf gegen ihre sprachlichen Unarten. Die Besserung des sprachlichen Ausdrucks und dessen Angleichung an die deutsche Hochsprache wurde erstrebt durch besondere Behandlung der durch den Dialekt bedingten orthographischen Schwierigkeiten, durch gramma- tische Untersuchungen über die landläufigen dialektischen Redewendungen, durch Nerneidune jeden Dialektes
im Unterricht und durch besondere Betonung der Nachteile bei Anwendung des Dialekts im Verkehr aufterhalb des Unterrichts.
Für das Französische, dessen Einführung als erste Fremdsprache durch die nahen geographischen und weit- gehenden kulturellen Beziehungen unserer engeren Heimat zu Frankreich und durch den grammatisch und sprachlich klaren Aufbau der französischen Sprache bedingt ist, stand die Erwerbung einer guten Aussprache und möglichst weitgehenden Sprechfertigkeit im Vordergrunde. Da die richtige Aussprache von nahezu allen Konsonanten und der Vokale a und o in unserer Gegend besondere Schwierigkeiten bereitet, muftte die Lauttafel ausgiebig benutzt und das Lautieren unter mäßiger Verwendung der Lautschrift tüchtig geübt werden. Die UÜbungen zur Erzielung einer möglichst idiomatisch reinen Aussprache bestanden in der Sh sreung gelesener Stücke durch Frage und Antwort, im fließenden, allerdings meist wörtlichen Nacherzählen, im Aufsagen franzö- sischer Gedichte und im Singen französischer Liedchen.
Im kath. Religionsunterricht wurde besonders im arbeitsunterrichtlichen Verfahren versucht, nicht nur das Ver- ständnis für Gott und seine erhabenen Eigenschaften als Inbegriff des Glaubens zu erwecken, sondern es wur- den zugleich auch Anwendungen auf das Leben gemacht. Die Schüler hatten Gelegenheit, durch Darbietung eige- ner Beispiele die Lehren zu erläutern, was auf dieser Klassenstufe mit besonderer Freude geschieht. Sie begriffen leicht, daß an einen geistigen Menschen auch in religiöser Beziehung höhere Anforderungen gestellt werden. Besichtigungen, wie z. B. die der nahen Josefskirche, ergänzten und veranschaulichten den Unterricht. 4


