fern, als sie den Schülern eine eingehende Ueber- sicht gaben über die Berufe, die für sie überhaupt möglich sind. Als solche sind sie aber, wie die Er- fahrung lehrte, aufterordentlich gut. Es zeigte sich. daf eine grofe Zahl der diesjährigen Abiturienten sich erst auf Grund dieser Vorträge entschlofl, teils einen schon ins Auge gefaftten Beruf nicht zu wählen, teils sich einem Berufe, über den sie nun erst etwas erfah- ren hatten, zuzuwenden. Programm der berufskundlichen Vorträge: 1. 3. 11. 27 Herr Geh. Studienrat Dr. Walter: Der Be- ruf des akademischen Lehrers an höheren Schulen.
2. 17. 11. 27 Herr Dipl.-Ing. Dr. Weihe, Dozent an der Technischen Hochschule in Darmstadt: Der Beruf des akademisch gebildeten Ingenieurs.
3. 1. 12. 27 Herr Oberstudiendirektor Dr. Weimer.
Leiter der Pädagog. Akademie zu Frankfurt a. M.: Der Beruf des Volksschullehrers.
4. 22. 12. 27 Herr Dr. Mengel, Chemiker der Höchster Farbwerke: Der Beruf des Chemikers. Herr Dr. Bödicker, Physiker der Höchster Farbwerke: Der Beruf des technischen Physikers.
5. 12. 1. 28 Herr Staatsanwaltschaftsrat Dr. Knögel: Der Beruf des beamteten Juristen.
6. 21. 1. 28 Herr Obermedizinalrat Dr. Fresenius, Vor- trag. Rat im Hess. Ministerium des Innern: Der Beruf des Arztes..
7. 16. 2. 28 Herr Prof. Dr. P. Arndt, ord. Professor an der Universität Frankfurt: Der Volkswirtschaftler.
8. 23. 2. 28 Herr Architekt Faust: Der Beruf des Architekten.
9. Herr Dr. Kleinstück wollte über die Laufbahn des mittleren Beamten sprechen. Es war aber dieses Jahr zwecklos, weil diese Laufbahn gesperrt wor- den ist.
Dr. Lepke.
V. Die Taätigkeit des Elternbeirats.
In der Zusammensetzung des Elternbeirats trat zu Be- ginn des Berichtsjahres insofern eine Veränderung ein, als anstelle des ausscheidenden Mitglieds Herrn Fried- rich Brune das Ersatzmitglied Herr Prokurist Wilh. Mataré als ordentliches Mitglied bestellt wurde.
Die mit Beginn der Amtstätigkeit des Leiters unserer
Anstalt, des Herrn Oberstudiendirektors Dr. Rich. Oehlert begonnene, und als zeitnotwendig erkannte
Vertiefung der Beziehungen der Schule zum Elternhaus hat sich im abgelaufenen Jahre besonders segensreich ausgewirkt. Weniger in offiziellen Sitzungen des ge- samten Gremiums, als in vertraulichen Aussprachen wit den Vertretern der Elternschaft wurden der Er- zichungsgemeinschaft von Schule und Haus neue Wege geebnet, die nach dem Wunsche der Beteiligten sich weit über den Kreis unserer Schule zum Besten unserer gesamten deutschen Jugend ausdehnen sollen. An Widerständen auch in Frankfurter Eltern- und Lehrer- kreisen hat es nicht gefehlt. Recht peinliche Erinnerun- gen säumen das Stück Weg, das Schulleitung und Elternbeirat im Sommer 1027 gemeinsam in aller Oef- fentlichkeit gegangen sind.— Es ist hier nicht der Platz, auf Einzelheiten einzugehen; die Spalten des ge-
samten Jahresberichts würden nicht ausreichen, nur das zu sagen, was immer und immer wieder Eltern und Lehrern aus den Ereignissen des letzten Jahres vorzu- lalten wäre. Gegenüber den Behörden wurden schon früher vertre- tene Angelegenheiten weiter bearbeitet; allerdings vor- läufig ohne den gewünschten Erfolg. Es ist zu hoffen, daßt heute noch offene Fragen durch die gemeinsame Arbeit von Schule und Elternbeirat im laufenden Ka- lenderjahre einer bestimmten Lösung zugeführt werden. Recht betrüblich ist die Tatsache, daß auch an unserer Schule das Interesse an der Tätigkeit des Elternbeirats recht dürftig ist. Mit einer einzigen Ausnahme ist dem Elternbeirat im ganzen letzten Jahre nicht eine einzige Anregung aus Elternkreisen zugegangen. Es genügt nicht, daß unsere Eltern über diese oder jene Dinge im vertrauten Kreise sich aussprechen, sondern es ist dringend notwendig, daß die Tätigkeit des Elternbei- rats durch neue gute Gedanken immer wieder befruch- tet werde. Es sind Eure Kinder, liebe Eltern, denen Ihr durch Eure Mitarbeit einen Dienst erweist.
Knack.
V. Schulgebäude und Schulgrundstüoh.
Schulgebäude und Schulgrundstück sind gut in Ord- uung. Recht notwendig ist die Erneuerung des Anstrichs in einzelnen Klassen.
Pür die Unterbringung der Schülerzahl genügt dasSchul- gebäude freilich nicht mehr. Wir haben schon jetzt 2 Klas- sen in Hilfsräumen unterrichten müssen. Auch der Schul- hof ist viel zu klein, wie wiederholt festgestellt worden ist. Eingaben seitens der Schule und des Elternbeirats Haben bis jetzt noch nicht zur Erweiterung des Schul- hofes geführt. Es wird hohe Zeit, daft diese in der von
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uns beantragten Weise durchgeführt wird.
Eine Gefahr für die Schule bedeutet es zweifellos, daf bis heute noch keine Einfahrt in den Schulhof geschaf- fen worden ist. Wir hoffen, daft unsere hierauf bezug nehmenden Wünsche bei der Schulhoferweiterung er- füllt werden.
Ein groſter Uebelstand besteht seit Jahren darin, daßt wir nur ein Elternsprechzimmer haben. Bei dem ausge- qehnten Elternverkehr wird sich die Einrichtung eines 2. Sprechzimmers nicht länger umgehen lassen.


