Jahrgang 
1928
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II. Bericht über die Lehrer.

a) Veränderungen im Lehrkörper.

Zu Ostern 1927 wurde Herr Gesanglehrer Caesar der Liebig-Oberrealschule zur vollen Beschäftigung, Herr Aushilfsstudienrat Michel der Selektenschule und Herr Studienassessor Sundheimer dem Philantropin über- wiesen. Neu in das Kollegium traten ein die Herren Studienräte Dr. Julius Feder, Dr. Franz Wegner und Fräulein Aushilfsstudienrätin Dr. Emmy Huber, sowie Herr Studienassessor Dr. Geyer und für den bis zu den Sommerferien erkrankten Herrn Studienassessor Schmidt Herr Schulamtsbewerber Franz Szymikowski. Ebenso wurde auch Herr Studienassessor Schreuers, der im Herbst 1026 an die Oberrealschule in Hanau abgerufen war, unserer Anstalt wieder zugewiesen. An die Stelle des Herrn Kaplan Grösch trat Herr Kaplan Dr. Biba. Herr Schulamtsbewerber Otto Rüb übernahm vom Mai bis zu den Herbstferien aushilfsweise den Gesangun- terricht; vom Herbst 1927 ab wurde uns hierfür Herr Seminaroberlehrer Veidt zugeteilt. Herr Studienassessor Schmidt konnte nach den Sommerferien seinen Dienst aufnehmen, wurde aber ab Herbst 1927 an das hiesige Kaiser-Wilhelms-Gymnasium durch Verfügung des PSK. versetzt. Für Herrn Studienassessor Schmidt trat ab Herbst 1927 Herr Studienrat Dr. Gerlach ein.

Am 25. November 19027 ernannte der Schulausschuß für die städt. höheren Schulen Herrn Studienrat Dr. Ger- lach zum Oberstudienrat unserer Anstalt. Herr Turn- lehrer Reitz wurde ab 22. Oktober 1027 als Oberschul- lehrer angestellt, und Herr Seminaroberlehrer Veidt er- hielt am 4. Januar 1928 die Ernennung zum Studienrat.

Am 1. März 1928 wurde Herr Stud.-Ass. Dr. K. Schiefer als Studienrat und Herr Zeichenlehrer Windisch am 12. März 1928 als Oberschullehrer an unserer Schule angestellt.

Lebenslauf des Herrn Dr. Schiefer:

Ich bin am 20. Januar 1804 in Frankfurt a. M. geboren. Meine Schulausbildung erhielt ich auf der Liebigreal- (jetzt Oberreal-) Schule und der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt a. M. An den Universitäten Erlangen,

Berlin und Frankfurt a. M. studierte ich deutsche Sprachwissenschaft und neuere Sprachen. Im Weltkrieg gehörte ich von Januar 1915 bis zum Waffenstillstand dem Feldartillerieregiment Nr. 111 an. Nach dem Frie- densschluß vollendete ich meine Studien in Frankfurt a Main und bestand hier im Februar 1921 die Lehr- amtsprüfung, nachdem ich bereits ein halbes Jahr zu- vor den Doktorgrad erlangt hatte. Zur Leistung des Vorbereitungsdienstes wurde ich der Klinger-Oberreal- schule auf ein Jahr überwiesen.

Einen mir von der vorgesetzten Behörde gewährten zweijährigen Urlaub benutzte ich dazu, mich in Königs- berg(Ostpreuften), sowie in Klagenfurt(Kärnten) und in Wien als Kaufmann zu betätigen.

Anfang Februar 1024 kehrte ich in die Heimat und zu meinem Berufe zurück. Ostern 1024 trat ich in den Lehrkörper der Ziehen-Oberrealschule ein.

Dr. Karl Schiefer, Studienrat.

In den Herbstferien nahm Herr Studienrat Dr. Lepke an einem mathematisch-physikalisch-astronomischen Lehrgang in Berlin teil. Herr Studienassessor Dr. Scheuerpflug besuchte den LehrgangKunst im wissen- schaftlichen Unterricht vom 5. bis 10. September 1927 am hiesigen Lessing-Gymnasium. Vom 8. bis 15. August 1927 beteiligte ich mich an einer staatspolitischen Schu- lungswoche in Maulbronn(Württemberg). Ferner nahm ich vom 23. bis 25. Mai an einer amtlichen Direktoren- konferenz in Kassel teil.

b) Erkrankungen.

Der Gesundheitszustand des Kollegiums war gut. Nur im letzten Schuljahrsquartal traten mehrere längere Er- krankungen an Grippe und starken Erkältungen auf.

c) Lehrerausschuß.

Der Lehrerausschuft setzte sich zusammen aus den Herren Studienräten Dr. Schaedel, Dr. Richters und Dr. Lepke.

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