Jahrgang 
1928
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Das Schulorchester beschäftigte sich vorzugsweise mit Werken der älteren Kammermusik.

Veidt. Mundharmonika-Orchester. Das im Herbst des vorigen Jahres ins Leben gerufene Orchester zählt bereits 75 Mitglieder. Es sind Schüler und Schülerinnen der Klassen Sexta bis Unterprima, sowie der obersten Grundschulklasse der Eschersheimer Volksschule. Bei dem niedrigen Preis der Instrumente hat deren Beschaffung den Eltern wohl kaum sonder- liche Schwierigkeiten bereitet. Das Zusammenspiel wird vorläufig noch durch die Tat- sache erschwert, daß der Mehrzahl der Kinder unserer Tage so wenig Singweisen bekannt sind. Immer wieder melden sich einige, denen die einfachsten Volksliedchen fremd sind. so daß ihnen die Melodien erst mühsam

Z. Werkunmterricht.

Es wurden im Sommer wie im Winter folgende Kurse abgehalten:

Modellieren(Zeichenlehrer Diehl) 3(1 Kurs VI. 1 KursV, 1 Kurs IVOh.

Pappen(St.-R. Dr. Lenz) 2(1 Kurs V+ IV. 1 Kurs UIIh.

Buchbinden(St.-R. Dr. Six) 1 OIII+ UIh. Schreinern(St.-R. Dr. Lepke) 1(UI+ Oh).

Graphik(Zeichenlehrer Windisch) 1(UII bis O1). Photographie(St.-R. Dr. Richters) 1(UII bis O). Gartenbau(Oberschull. Schade) 1(UIII und OIID). Wie alljährlich, so wurde zu Ostern eine Ausstellung der angefertigten Arbeiten veranstaltet.

Leider muß die Teilnahme an diesen Werkunterrichts- kursen immer noch besonders bezahlt werden(ausge- nommen sind die Inhaber von Freistellen). Es wäre dringend zu wünschen, daſ die Stadt diese Bestimmung aufhebt.

Im Auftrag der Städt. Schulbehörden hat der Unter- zeichnete einen Kursus zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen in Pappen und Buchbinden abge- halten; ferner hat er sich im Auftrage der Reichs- beratungsstelle für Werkunterricht mit einem Vortrage überWerkunterricht im Bildungsplan der höheren Schulen an Werbeveranstaltungen in Höchst und Mar- burg beteiligt und dabei Lichtbilder aus Frankfurter Werkstätten, besonders aus der Ziehen-Oberrealschule,

gezeigt. Dr. Lenz.

Pappen.

Wert wurde nach wie vor auf Sauberkeit und Genauig- keit gelegt, auf die Uebung des Auges neben der Uebung der Hand, auf die Bildung des Geschmacks.

Für V und IV kamen in erster Linie Flacharbeiten in

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beigebracht werden müssen, bevor sie sich an dem Zu- saummenspiel beteiligen können. Das sollte uns doch zu denken geben. Wenn schon der Vater oder die Mutter nicht mehr Zeit und Lust haben, mit ihren Kindern gelegentlich ein schönes altes Lied zu singen, dann allerdings braucht man sich nicht zu wundern, ö de Tanzschlagervon Kinderlippenzuhören. Die Schule tut ihr möglichstes: aber ohne die Unterstützung durch das Elternhaus Kkann sie der immer weiter um sich grei- fenden Verflachung auf die Dauer nicht mit dem nötigen Erfolg entgegentreten. Ilierbei segensreich zu wirken und dem Musikunterricht der Schule fördernd zur Seite zu treten, bleibt nach wie die Hauptaufgabe unseres Mundharmonika-Or- chesters. Dr. Schiefer.

vor

Betracht, für UIII Schalen, Kästen, Broschüren. Ueber-

all wurden selbstgefertigte Ueberzugspapiere ver- wendet. Dr. Lenz. Buchbinden.

Zu Beginn des Kursus, für den die Teilnehmer, Schüler der OIII und UII, aus den früheren Pappkursen schon handwerkliche Vorbildung mitbrachten, wurden. unächst das Material, das Werkzeug und die wich- tigsten Einbandarten besprochen. Dann wurden im Laufe des Kursus die verschiedenen Arbeitsvorgänge erläutert, gezeigt und geübt. Von den Einbandarten wurden nur Halbleinenbände angefertigt, von denen jeder Schüler mehrere herstellte. Die übrigen schwie- rigen Einbandarten sollen dem Buchbinderkursus im nächsten Jahr vorbehalten bleiben.

An Arbeiten für die Schule wurden erledigt: Ausbessern von Wandbildern und ein grofßter Kasten zur Aufbe- wahrung für die Stundenplanzeichen(von dem Unter- sekundaner Schubert). Dr. Si X.

Modellieren.

Im Modellier-Unterricht handelt es sich weder um die Xusbildung des rein Handwerksmäftigen, noch um die Aneignung einer gewissen Handgeschicklichkeit, son- dern um schaffendes Leben. Das drauften pulsierende Leben bildete vorwiegend den Lehrstoff. um die für das Leben so wichtige Beobachtungs- gabe zu entwickeln und zu schärfen. Denn ohne festen Besitz an deutlichen Erinnerungs- bildern der Natur, ohne klare Vorstellung von den Bewegungen der Menschen und Tiere, ohne das wirk- liche Verständnis für das innerste Wesen und Seelen- leben des Menschen ist jegliches Kunstschaffen und Kunstgenießen unmöglich.

Auch wurden außer dem planmäfigen Modellier-