Jahrgang 
1927
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würde bei den aktiv eingestellten Naturen das lch-Bewusstsein ohne das Hilfsmittel des Wir- Bewusstseins zu stark in den Vordergrund treten. Sie würden niemals lernen, sich einer Gemein- schaft einzuordnen. Damit wäre ein gut Teil ihres Lebensglücks gefährdet, das sich erst dann einstellt, wenn die Gewissheit vorhanden ist, dass ich durch meine Arbeit auch dauernd zur Förderung des Ganzen beitrage.

Liegt nun aber bei einer so starken Heraus- bildung des Klassenbewusstseins, bei der be- wussten Erziehung zum gemeinsamen Wollen nicht die Gefahr vor, dass wir unsere Schüler zu Massenmenschen erziehen? Sie ist zweifel- los vorhanden, aber nicht allzu gross. Ein tüchtiger Lehrer wird sie auf jeden Fall ver- meiden. Oder sollen wir deswegen auf dieses wichtige Erziehungsmittel verzichten? Sollen wir jeden tun und machen lassen, was er will? Ist der in sich verschlossene Mensch, der sich vom Ganzen absondert, der vornehme, der sitt- liche Mensch? Nein! Gerade die Erziehung zur sittlichen Persönlichkeit erfordert die Fähig- keit des sich Einlebenkönnens, des Mitfühlen- könnens. Aus ihr entsteht die Begeisterung zu grossen Taten. Und auch die aktiven Naturen, die Kraftmenschen werden nicht geschädigt. Sie erhalten im Gegenteil die beste Gelegenheit, durch ihr Beispiel ton- und richtunggebend zu

stärkor das Gemeinschaftsgefühl, desto grösser die Möglichkeit, sich zu sittlichen Persönlich- keiten heranzubilden.

So ist die Herausbildung eines starken Klassenbewusstseins gerade für unser aufzubau- endes volksstaatliches Leben unerlässlich. Erst so entsteht persönliches Gemeinschaftsleben, ohne das der Volksstaat nur ein Haus ohne Inneneinrichtung bleibt.

Was hier vom Klassenbewusstsein der Schüler gesagt ist, gilt recht verstanden auch für die Klassengemeinschaft der Eltern, die wir an unserer Ziehen-Oberrealschule im kommenden Jahre noch stärker als bisher ausbauen müssen-. Das Wir-Bewusstsein jedes einzelnen Eltern- paares muss sich in dem Gefühl äussern: wenn mein Kind nicht fleissig, ordentlich und gesittet ist, leiden die Kinder der anderen Schaden. Und der Gesamtgeist der fest verbundenen Klassenelternschaft soll von dem einzelnen Elternpaar verlangen, dass dessen Kinder fleissig sind und sich in und ausserhalb der Schule wohlanständig betragen, da sonst die Kinder aller Eltern der Klasse geschädigt werden und in einen schlechten Ruf kommen.

Diesen Weg wollen wir im kommenden Schuljahr gehen. Dann wird reicher Segen auf derArbeit unserergesamtenSchulgemeinderuhen-

wirken. Auch auf sie passt die Formel: je Dr. Richard Oehlert. Ferienordnung Schuljahr 1027/28.

Schluss des Unterrichts Beginn des Unterrichts Ostern Samstag, den O. April Dienstag, den 26. April Pfingsten Freitag, den 3. Juni Dienstag, den 14. Juni Sommer Freitag, den I. Juli Dienstag, den 2. August Herbst Dienstag, den 27. September Mittwoch, den 12. Oktober Weihnachten Mittwoch, den 21. Dezember Donnerstag, den 5. Januar 1928 Ostern 1928 Samstag, den 51I. März 1028