Jahrgang 
1927
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starken Wirkung nötig ist. Er wird also, nament- lich im Anfang, vor dem Schneiden seine Zeichnung stark vereinfachen und alles Klein- liche der Linienführung weglassen müssen. Es besteht die Absicht, im nächsten Jahr die Kursusteilnehmer auch die Federformen der wichtigsten Kunstschriften kennen lernen zu

lassen. Windisch.

Photographie.

An dem photographischen Kursus beteiligten sich im Sommer 12 Schüler aus den Klassen UII OI. Als Einleitung wurde eine Ueber- sicht über die Entstehung und Entwicklung der Photographie bis zur Jetztzeit gegeben und an- schliessend daran die Herstellung von photo- graphischem Material(Platten, Film, Papier) besprochen. Um den Teilnehmern möxglichst früh Gelegenheit in der Ausübung des Photo- graphierens zu geben, wurden Aufnahmen in der näheren Umgebung der Anstalt(Linde, Eschersheimer Kirche, Heuernte) gemacht; dabei wurden Llebungen im Bestimmen der Belichtungs- zeit mit Hilfe von Belichtungsmessern angestellt. Die Teilnehmer wurden im Suchen von geeig- neten Bildausschnitten unterwiesen und mussten selbst das Auf- und Einstellen der Kamera vor- nehmen. Im Anschluss an die Aufnahmen wurden die Platten entwickelt, Fehler festgestellt und deren Abhilfe besprochen. Soweit die Schüler zu Hause photographiert hatten, brachten sie die Platten bezw. die Abzüge mit, die meist am Beginn jeder Stunde kritisiert wurden. Später stellten die Schüler Abzüge bei Tages- und Kunstlicht her, auch getonte Gaslichtabzüge. Nachdem in der Zwischenzeit häufiger Gelegen- heit zum Entwickeln von Platten gegeben worden war, wurde ein Nachmittagsausflug nach Bonames gemacht, um das Aufsuchen malerischer Motive zu üben. Schliesslich wurden auch farbige Auf- nahmen(Personen, Landschaften und Gemälde) gemacht. Sehr viel Wertvolles bot den Teil- nehmern ein gemeinsamer Besuch der photo- graphischen Ausstellung und eine sich daran anschliessende Aussprache.

Im Winterkurs, der von 15 Schülern besucht war, fiel eine Betätigung im Freien infolge un- günstiger Witterungsverhältnisse so gut wie ganz aus. Dafür wurden die Teilnehmer in der An- wendung künstlicher Lichtquellen(Heimlicht- Lampe) unterwiesen. Weiterhin haben die Schüler Platten entwickelt, abgeschwächt bezw. verstärkt und Abzüge auf Kunstlicht-Papier hergestellt.

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In jeder Stunde wurden Platten bezw. Bilder, die von den Teilnehmern des Kursus hergestellt waren, kritisiert, wobei auf die Vermeidung und Abstellung der Fehler aufmerksam gemacht wurde. Da inzwischen eine optische Bank zu einem Vergrösserungsapparat umgebaut worden war und auch ein Tageslichtvergrösserungs- apparat zur Verfügung stand, wurden Ver- grösserungen nach beiden Verfahren hergestellt. Der Kursus beteiligte sich bei Aufnahmen vom Werkunterricht an unserer Anstalt, ebenso an der Pierstellung der Diapositive. Auch aus Büchern wurden Reproduktionen gemacht und zu Diapositiven verarbeitet.

Dr. Richters.

IV. Leibesübungen.

Das Schuljahr 1926 brachte einen weiteren Ausbau auf dem Gebiete der körperlichen Er- tüchtigung unserer Jugend. Leider gibt es aber immer noch allzu ängstliche Eltern, die bei der geringsten Unpässlichkeit ihres Kindes eine Be- freiung von der Turnstunde erbitten. In dieser Beziehung muss das neue Schuljahr unbedingt eine Besserung bringen. Ein Schmerzenskind bilden die Spielnachmittage. Die Spielstunden sollen unsere Schüler und Schülerinnen hinaus in die freie Natur bringen, sollen ihnen Ge- legenheit geben, bei tatenfrohem Spiel gesund, stark und lebensfroh zu werden; sie sollen ihnen ein Mittel sein, sich neue Spannkraft zu erwer- ben für die Schularbeit des Alltags. Da der Schulhof zwischen Kirche und Schulgebäude zu klein, der Spielplatz am Wasserturm in un- brauchbarem Zustand ist, so mussten die Spiel- nachmittage meist als Geländemärsche stattfin- den, um den Zweck nur halbwegs zu erreichen. Hier muss durch Errichtung einer neuen Spiel- platzanlage dringend Abhilfe geschaffen werden-. Neu für unsere Lehranstalt war die Einführung des obligatorischen Schwimmunterrichts für die Knaben der beiden Quarten. Von den 62 Teil- nehmern konnten alle bis auf 3 die Fähigkeit des Schwimmens erwerben. Von den 25 Abitu- rienten erzielten auf dem Gebiete der Leibes- übungen die Note sehr gut, II gut, 5 genügend und 2 nicht genügend.

Reichliche Gelegenheiten verschafften wir uns, um mit den anderen Lehranstalten in Turnen, Sport und Spiel in Wettbewerb zu treten. Be- sonders erfolgreich war die 5= 100 m Staffel der Oberstufe(Massig, Hemrich, Jaenich, Kohs, Martin), die neben dem Preis des Frankfurter Landesverbandes auch den Wanderpreis der