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3. Uerfügungen der Behörden.
1914, 20. April. Dr. Karl Schaedel wird der Anstalt vom Königlichen Provinzial-Schul- kollegium zugewiesen zur Erteilung des deutschen und französischen Unterrichts in Sexta.
1914, 9. September. Durch Magistratsbeschluß wird der Schuldiener der Franckeschule Hein- rich Gippert an die Eschersheimer Realschule versetzt.
4. Zur Heschichte der finstalt.
Der Unterricht fand im Sommerhalbjahr 1914 noch in der Heddernheimer Volksschule statt, deren Gastfreundschaft unsere Schule somit 1 ½ Jahre genießen durfte. Zu den bisherigen Lehrkraften Prof. Nierhaus und Lehrer Kilb von der Heddernheimer Volksschule traten Ostern 1914 hinzu: Oberlehrer Mensinger) als festangestellter Oberlehrer, Dr. Schaedel, Probekandidat an der Sachsenhäuser Oberrealschule, zur Erteilung des deutschen und franzö- sischen Unterrichts in Sexta und Lehrer Moldenhauer vom Lessinggymnasium zur Erteilung des Zeichen- und Schreibunterrichts.
Die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern waren bei unseren kleinen Verhält- nissen besonders herzlich. Der Maiausflug am 20. Mai in den Taunus, sowie der gemeinsame Ausflug in den Stadtwald am 3. Juli legten dafür beredtes Zeugnis ab.
Nach Ausbruch des Krieges mußte sich unser Leiter, Prof. Nierhaus, am 16. August als Leutnant der Landwehr in Limburg stellen. Die Leitung der Anstalt übernahm an seiner Stelle Oberlehrer Mensinger. Den Unterricht in evangelischer Religion— er Nurde auf 2 Stunden beschränkt und die beiden Klassen kombiniert— übernahm ebenfalls Oberlehrer Mensinger, der dafür die 3 Stunden Turnen in Quinta an Dr. Schaedel abgab. Dieser übernahm in Quinta außerdem noch den deutschen und französischen Unterricht und das Ordinariat. Diese Unterrichtsverteilung ist bis Ostern geblieben. Außerdem gab Dr. Schaedel in Vertretung von Lehrer Kilb làngere Zeit den katholischen Religionsunterricht, der seit Kriegsbeginn ebenfalls auf 2 Stunden beschränkt worden var. Dr. Schaedel hat somit 24 Stunden— längere Zeit sogar 26 Stunden— erteilt und der Anstalt wertvolle Dienste geleistet. Es war dadurch möglich, unseren Unterrichtsbetrieb fast ohne Kürzung durchzu-
*) Theodor Mensinger, geb. am 21. Dezember 1883 zu Frankfurt a. M., legte dort Ostern 1902 an der Klinger-Oberrealschule die Reifeprüfung ab, studierte zunächst an der Hochschule in Darmstadt Ingenieur- wesen und war dort mehrere Jahre als Assistent tätig. Dann ergänzte er seine Studien an der Universität Göttingen hauptsächlich nach der mathematischen und philosophischen Seite und legte April 1911 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab. Von Herbst 1911 bis Herbst 1912 gehörte er dem Königl. Pädago- gischen Seminar in Cassel an, leistete von Herbst 1912 bis Herbst 1913 an der Sachsenhäuser Oberrealschule sein Probejahr ab und war dann an der Klinger-Oberrealschule als wissenschaftlicher Hilfslehrer tätig. Im Dezember 1913 wurde er vom Kuratorium der höheren Schulen zum Oberlehrer an der Eschersheimer Real- schule i. E. gewählt und am 6. Januar 1915 vom Königl. Provinzial-Schulkollegium in Cassel bestätigt


