V. Befreiungen vom Unterricht.
Ola Olb Ula WIb Ulc Oll Ulla UIIb UIlc OIfla Olllb UHla UIHb Ullc Wa Wb Va Vb Vla VIb
Von Religion 4 10 3 4— 2 2—- 1—— 2—=— 4 1 2— 1
Von Leibesübungen 68 3 3 3 2 2 6 2 3 3— 2— 2 2 2 1 2 2 4 (z. T. v einzl. Obungen)
Von Singen-— 1————————
Von Zeichnen— 3———⁰ ꝗ⁴ꝭ~2AHANUj[i-—————————
Von Nadelarbeſten-——=— 1——————————
V. Teilnahme am wahlfreien Unterricht und an den Arbeitsgemeinschaften.
Am wahlfreien Nadelarbeitsunterricht in Ol— Oll nahmen teil 12 Schülerinnen, in Ulla„„ 12 2 „„ UIID„ 27 17. „ UlIc„„ 16 7, Am Lateinunterricht in Ol— Oll nahmen teil 53 Schülerinnen(5 Lehrgänge) An Kunstgeschichte in Ol— Oll 2„ 60 Schülerinnen(1 Lehrgang) Am Werkunterricht in UIl IUV.„ 24 Schülerinnen(1 Lehrgang) Am Kurzschriftenunterricht in Olll— UIII„„ 67 Schülerinnen(3 Lehrgänge) Am Haushaltungsunterricht in UIII— a, b, c„„ 46 Schülerinnen(2 Lehrgänge) An der Philosophischen Arbeitsgemeinschaft„„ 12 Schülerinnen(1 Lehrgang) An der Biologischen Arbeitsgemeinschaft„„ 12 Schülerinnen(1 Lehrgang) An der Photographischen Arbeitsgemeinschaft ,,„ 8 Schülerinnen(1 Lehrgang)
D. Aus dem Leben der Schule.
Die Elisabethenschule zählte im Schuljahr 1928/29 zwanzig Klassen; es wirkten an ihr 27 fest- angestellte und 13 Hilfslehrkräfte. Freilich stellt die Form des Oberlyzeums wohl den schwierigsten Schultyp der Mädchenvollanstalten dar, denn ein gut Teil der wissenschaftlichen Schulung und Arbeit drängt sich in die drei obersten Klassen zusammen, die die Schülerinnen aus den verschiedensten Lyzeen Frankfurts und der Nachbarorte zusammenfassen müssen. Die Gefahr der öberbürdung liegt um so näher, als die Oberlyzeen neue Aufgaben zu erfüllen haben, auf die die Lyzeen noch nicht eingestellt sein können.
Aus diesen Gründen haben wir uns schon seit Jahren mit dem Gedanken eines Umbaus in ein Reformrealgymnasium getragen. Ostern 1928 durften wir mit ministerieller Genehmi- gung und im Einverständnis mit den städtischen Körperschaften diesen Umbau beginnen. Wir eröffneten zum ersten Male eine reformrealgymnasiale Untersekunda mit pflicht- mäßigem Lateinunterricht. Zugleich durften wir die eine Obertertia und zwei Untertertien mit verstärktem englischen Unterricht(bei einer Erdkundestunde) ausstatten, damit die Schülerin- nen in dieser Fremdsprache nach nur zweijährigem Unterricht so gefestigt wären, um ohne Schaden mit dem Latein beginnen zu können. Auf diese Weise wird es gelingen, die Schülerin- nen, die zu den Lehrstoffen der Vollanstalt ein inneres Verhältnis haben, schon verhältnismäßig früh zu erfassen und zu fröhlich und straff arbeitenden, sich als zusammengehörig fühlenden Klassen zu verschmelzen. Schülerinnen, die den Anforderungen der auf die Hochschulreife hin- arbeitenden Klassen nicht gewachsen sind, werden dabei rechtzeitig erkennen, daß sie einen andern Bildungsweg einschlagen müssen, und nicht wie bisher erst im Laufe der Ober-— sekunda; den Eltern und der Stadt werden zugleich damit unnötige Ausgaben erspart. Ander- seits können begabte Schülerinnen auch noch im Laufe der Unter- und Obertertia eintreten; die letzte prüfungslose Aufnahme liegt beim Eintritt in die Untersekunda. Wer später noch ein- treten will, hat eine Aufnahmeprüfung im Lateinischen abzulegen.
Die neue Schulform verschafft den Schülerinnen tüchtige Kenntnisse des Lateins, dessen bildender Wert ja immer wieder von neuem erkannt wird und ohne das es kaum ein wissenschaftliches Studium gibt. Das wahlfreie Latein der oberlyzealen Klassen muß sich auf das Allernotwendigste beschränken; es belastet die Schülerinnen außerordentlich, da es nicht in die Pflichtstundenzahl eingebaut ist und sich mit Randstunden im Stundenplan begnügen muß. Zu den inneren Werten der lateinischen Kultur kann es nicht führen und für alle geisteswissen- schaftlichen und eine große Anzahl anderer Studien reicht es nicht aus, so daß eine Erweite-— rungsprüfung mit der entsprechenden Vorbereitungszeit(die zur sonstigen teuren Studienzeit hinzukommt!) erforderlich wird.
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