garten mußte nur zwei Tage wegen Kohlenmangels schließen, erhielt sonst seinen Betrieb als Wohlfahrtseinrichtung aufrecht.
Zu Ostern 1929 wurden 30 Kinder in die Schulen entlassen.
Das Kindergärtnerinnenseminar schickte im Sommersemester 12 Schülerinnen verschiedener Stufen, dazu kamen von der Frauenschule Steimer 16 junge Mädchen.
Ende des Semesters legten drei Schülerinnen ihr Jugendleiterinnenexamen ab, wovon eine Schülerin auch ihre Praxis im Kindergarten durchgeführt hatte, während die beiden anderen nur zur Lehrprobe anwesend waren. Alle drei bestanden.
Im Wintersemester waren es 16 Schülerinnen vom Kindergärtnerinnenseminar und 10 von der Frauenschule Steimer. Am 27. Februar und 1. März 1929 machten 9 Schülerinnen ihr Kinder- gärtnerinnenexamen, womit gleichzeitig ihre praktische Arbeit beendet war. Die Prüfungen fanden unter Leitung von Frau Direktorin Ella Schwarz und des Direktors statt.
Feste und Elternabende wurden in der üblichen Weise abgehalten. Als Neuerung sei bemerkt, daß zu Ostern erstmalig jedem Kind von der Stadt ein bùntes Hühnerei und ein Teighase ge- schenkt wurden.
Zwei weitere Räume des Kindergartens erhielten in den Sommerferien neuen Anstrich, so daß die am meisten benützten Räume die sehr nötige Auffrischung erfuhren. Neue Vorhänge machen die reichlich großen Zimmer wohnlich.
B. Lehrer und Beamte
I. Veränderungen im Lehrkörper und bei den Beamten.
Als festangestellte Lehrkräfte gewann die Schule Herrn Studienrat Dr. Walter Montag von der Mertonrealschule und Herrn Studienrat Karl Gentil von der realgymnasialen Studienanstalt in Elberfeld; ferner Frl. Studienassessorin Erna Blencke von der Viktoriaschule, die am 1. Juli 1928 zur Studienrätin ernannt wurde. Herr Assessor Albert Schwarz und Frl. Assessorin Irm- gard Feußner blieben bei uns und wurden am 1. Oktober 1928 zu Studienräten befördert. Frl. Studienassessorin Dr. Saling wurde im Winterhalbjahr zur Studienrätin für das Lyzeum in Frankfurt a. M.-Höchst gewählt und trat Ostern 1929 dies neue Amt an. Frl. Studienassessorin Dr. Erna Callmann war im Sommerhalbjahr bei uns tätig und wurde im Herbst an das Ly- zeum in Biebrich versetzt. Für sie trat Herr Prof. Dr. Körbs in den Lehrkörper. Am 1. Juli über- wies das Provinzialschulkollegium uns Frl. Studienassessorin Dr. Käthe Fanger, die Ostern 1929 an die Schillerschule kam. An Stelle von Herrn Kaplan Spahn übernahm Ostern 1928 Herr Kaplan Dr. theol. Wahl einen Teil des katholischen Religionsunterrichts. Im Herbst schied Herr Dr. Montag nach nur halbiähriger Tätigkeit wieder von uns, um als Oberstudiendirektor die Leitung des Realgymnasiums in Neiße(Oberschlesien) zu übernehmen. Frl. Emilie Raabe trat im Herbst ein zur Ableistung ihres Probejahrs als Musiklehrerin.
Im Berichtsjahr trat der Direktor als stimmberechtigtes Bürgerschaftsmitglied in den Schulaus- schuß der städtischen höheren Schulen ein. Im Auftrag des Provinzialschulkollegiums betei- ligte er sich an der Kindergärtnerinnenschule von Frl. Krapp(12. Mai 1928) und der allgemeinen Prüfung am Kindergärtnerinnenseminar(27. u. 28. Februar und 12. u. 13. März 1929) und besichtigte er ferner den Unterricht der Schulamtsbewerberinnen Frl. Emmi Haux an der Taubstummenanstalt(15. März 1929) und von Frl. Amalie Borchert und Frl. Anna Wenda am Ursulineninstitut(19. März 1929. Oberstudienrätin Barth und Frl. Studienrätin Welter wurden am 15. Januar 1929 vom Herrn Minister auf drei weitere Jahre zu Mitgliedern des Pädagogischen Prüfungsamts beim Provinzialschulkollegium in Kassel ernannt.
Mit dem Ende des Schuljahres traten wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand Herr Prof. Dr. Wilhelm Ellmer, der Ostern 1927 von der Humboldtschule zu uns kam, und ferner Herr Lyzealoberlehrer Wilhelm Jost, der seit 1899 dem Lehrkörper der Elisabethenschule an- gehört. Wie Herr Prof. Bernhardt, werden beide Herren auch im neuen Schuljahr zu unserer Freude weiter an der Schule wirken.
Als Hilfsbeamte waren im Berichtsjahre tätig: die Herren Mahr, Jähnert, Dithmar und Nebelung als Heizer; Herr Mahr vertrat außerdem den Schulhausverwalter im Juni 1928. Am 1. Oktober 1928 verschied unser im Ruhestand lebender erster Schulhausverwalter, Herr Josephat Hummel!, im 92. Lebensjahre. Die Lehrerin i. R., Frl. Eva Becker, die zwanzig Jahre lang(bis 1900) an der Schule wirkte, starb am 20. Dezember 1928 in Boppard a. Rh., 76 Jahre alt.
II. Erkrankungen, Urlaub, Studienreisen und Vertretungen.
Im Berichtsjahr haben mannigfache und zum Teil langwierige und ernste Erkrankungen uns in einem Maße heimgesucht, wie wohl nie zuvor. Frl. Studienrätin Delius konnte während des ganzen Jahres keinen Unterricht erteilen. Frau Studienrätin Dr. Schloß war 93 Tage dienst- unfähig, Frl. Dr. Fanger 82 Tage, Frl. Oberschullehrerin Küchler 78 Tage, Herr Lyzealober-
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