Jahrgang 
1928
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Die Abschiedsfeier der Ostern zur Schule kommenden Kinder sollte den Eltern zugleich zeigen, wie man mit geringen Mitteln, aber geschickter Anordnung Kindertische schmückt. Wie immer wurden auch die anderen Kinderfeste, Nikolaus, Weihnachten, Fastnacht und Ostern festlich gefeiert.

Zwei Räume und die Aborte wurden im Laufe des Schuljahrs neu hergerichtet.

B. Lehrer und Beamte

I. Veränderungen im Lehrkörper und bei den Beamten.

Ostern 1927 trat Herr Studienrat Prof. Dr. Wilhelm Ellmer aus der Humboldtschule als neues festangestelltes Mitglied in unseren Lehrkörper ein.

Als Hilfskräfte blieben bei uns Herr Assessor Ulrich Zell(seit Ostern 1924), Herr Assessor Albert Schwarz(seit Ostern 1924), die technische Schulamtsbewerberin Frl. Pauline Hein- rich(seit Ostern 1924), Frl. Assessorin Dr. Gertrud Kahn(seit Ostern 1926), und die tech- nische Schulamtsbewerberin Frl. Maria Werthmann(seit Ostern 1926). Neu kamen fol- gende Hilfskräfte hinzu: Frl. Assessorin Dr. Elisabeth Salin g, die wissenschaftliche Schul- amtsbewerberin Frau Dr. Luzinde Moehrke, geb. Plate, die technische Schulamtsbewerbe- rin Frl. Ruth Münchheimer, ferner für das Sommerhalbjahr Frau Assessorin Luise Schmidt, geb. Eberle, die im Winter Herr Dr. Rudolf Gutermuth ablöste. Herr zeichen- lehrer Heinrich Pietz vom Lessing-Gymnasium erteilte während des ganzen Schuljahres zur Entlastung von Herrn Dilcher vier Stunden Zeichen- und zwei Stunden Werkunterricht.

Zu unserer Freude konnten wir Herrn Studienrat i. R. Prof. Dr. Wilhelm Bernhardt, der im Herbst 1926 die Altersgrenze erreichte und trotz unserer Anträge in den Ruhestand hatte treten müssen, unserer Schule zurückgewinnen.

Am 18. Juni konnte der Direktor mit Frau Oberstudienrätin Barth, Herr Oberlyzeallehrer Frisch, Herr Schulhausverwalter i. R. Wilhelm Scheibe und Herr Schulhausverwalter Istel dem ersten Pedell der Elisabethenschule, Herrn Josaphat Hummel,ᷓ zu seinem 90. Geburtstag die herz- lichsten Wünsche der städtischen Schulbehörden und des Kollegiums überbringen. Am 29. Juli feierte Herr Studienrat i. R. Prof. Dr. Fritz Rehorn seinen 80. Geburtstag. Herr Prof. Rehorn hat von Mai 1877 bis Oktober 1908 an unserer Schule gewirkt und dann während des Welt- krieges vom 1. August 1914 bis Ende September 1915 einberufene Lehrkräfte vertreten. Er war ein selten beliebter, feinsinniger und geistvoller Lehrer, zu dessen Füßen drei Generationen von Schülerinnen gesessen haben. So wurde denn sein 80. Geburtstag zu einem besonders frohen Feste. Die Schulbehörden und der Lehrkörper brachten dem Jubilar die herzlichsten Wünsche. Der Elisabethenschulverein überreichte eine schöne Ehrengabe, und zahllose ehe- malige Schülerinnen ließen es sich nicht nehmen, den verehrten Lehrer aufzusuchen und ihm die Hand zu drücken. Wer nicht kommen konnte, schrieb, und Stöße von Telegramme trafen am Festtage ein.

Leider brachte das vergangene Schuljahr uns auch einen schweren Verlust. Unser ehemaliger Musiklehrer, Herr Carl Süß starb am 4. Juli 1927. Er hat von Ostern 1883 bis Ostern 1920 an unsrer Schule gewirkt, und zwar bis Herbst 1908 am Börsenplatz und von da ab am Lehre- rinnenseminar in der Vogtstraße. Viele Hunderte von Lehrerinnen verdanken dem bescheidenen, unermücdlich tätigen Manne ihre musikalſische Ausbildung. Auch schriftstellerisch ist er wieder- holt hervorgetreten. Seine Forschungen über den Frankfurter Musiker Telemann sind bekannt. Unendliche Mühe verwandte er auf die Sammlung und Ordnung der kirchlichen Musikhand- schriften der Stadt. Sein so entstandener Handschriftenkatalog konnte während des Welt- krieges nicht gedruckt werden. Doch hatte der Verstorbene noch kurz vor seinem Tode die Freude, sein Werk in einer Bearbeitung von Dr. Epstein(Süß-Epstein, Katalog der kirch- lichen Musikhandschriften der Stadtbibliothek Frankfurt a. M., Frankfurter Verlagsanstalt 1927) in einem Bande von 224 Seiten veröffentlicht zu sehen.

Am 20. April 1927 ernannte der Magistrat unsere Zeichenlehrerin Frau Boehden zur Studienrätin; ihre Nahl wurde am 14. Juni vom Provinzialschulkollegium Kassel bestätigt. Frau Dr. Moehrwe wurde auf Grund einer am 10. August erfolgten Besichtigung ihres Unter- richts durch Herrn Oberschulrat Dr. Grau am 15. August die Befähigung zur endgültigen An- stellung an Volks- und Mittelschulen und an Lyzeen zuerkannt. Frl. Heinrich bestand am 3. November ihre Anstellungsfähigkeitsprüfung.

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