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Zu Beginn des Berichtsjahres waren etwa 100 Kinder angemeldet. Der Monatsbesuch belief sich in der 2. Hälfte des April auf SI Kinder. Während der Sommermonate sank die Besucherzahl, um in den Monaten Oktober, November wieder zu steigen. Die Ursachen des verminderten Besuches sind z. T. zurückzuführen auf vereinzelte Fälle von Scharlach, Wasserblattern, Nesselsucht, Röteln und eine größere Anzahl von Keuchhustenerkrankungen. Das Winterhalbjahr brachte anfangs ein starkes Auftreten des Keuchhustens, eine Masernerkrankung, später Wasserblattern und dann die Grippe— epidemie. Im Frühling flauten die Krankheiten ab, sodaß in den Monaten März, April, abgesehen von vereinzelten Keuchhustenfällen, ein guter Gesundheitszustand im Kindergarten erreicht wurde. Dies machte sich in einer sehr hohen Monatsbesuchsziffer bemerkbar.
Im Sommer 1926 gelangten durch die Jugendberatung Freischeine für Luftbäder an die Kinder zur Verteilung. Im Laufe des Winters konnten ò unserer Kinder einen längeren Erholungsaufenthalt in Weilmünster, Wildungen usw. nehmen.
Anfangs des Jahres waren monatlich für 4 Kinder, später durchschnittlich für 6 bis 8 Kinder Berechtigungsscheine zum unentgeltlichen Kindergartenbesuch von seiten des Arbeitsamtes notwen- dig. Zwei Kinder erhielten in diesem Jahre auf Anträge hin Freistellen von den Schulbehörden.
Mit der im vorigen Jahre eingeführten Gruppenarbeit wurden gute Erfahrungen gemacht. Die schon seit länger gewonnene freie Arbeitsweise wurde fortgeführt und ihre Vertiefung erstrebt.
An Festlichkeiten brachte das Jahr: die Nikolausfeier, einen Elternabend zur Weihnachtszeit am 17. Dezember. Das Programm wurde von den Schülerinnen und einigen Ostern schulpflichtigen Kindergartenkindern bestritten. Am 21. Dezember fand das Weihnachtsfest statt. Durch Stiftungen erhielt jedes Kind eine große Brezel und einen großen Lebkuchen neben dem üblichen kleinen Weihnachtsgeschenk, das diesmal sehr hübsch war, dank der Fürsorge eines Elternpaares. Etwas Kin-— derwäsche und kleidung, angefertigt von Schülerinnen des Kindergärtnerinnen-Seminars, gelangten zu: Verteilung. Etwa 12 Familien wurden bedacht. Nach Weihnachten wurde Fastnacht festlich be-— gangen. Den Schluß der Festreihe bildeten das Schulkinderabschiedsfest am 1. April und die Oster— feier der Kleinen im Kindergarten am 8. April. 5o unserer Kinder wurden Ostern 27 als schulpflichtig entlassen.
Wie in den Vorjahren, waren auch diesmal Schülerinnen des Kindergärtnerinnenseminars zur Ausbildung in unserem Kindergarten tätig und zwar im Sommer vier angehende Jugendleiterinnen und neun Schülerinnen(2. Halbjahr). Im Herbste 1926 legten die vier Jugendleiterinnen ihre Prüfung ab. Es kam noch eine fünfte Examinandin hinzu, welche ihre praktische Ausbildung nicht bei uns erhalten hatte.
Im Winterhalbjahr arbeiteten drei angehende Jugendleiterinnen bei uns, später noch eine vierte und außerdem Schülerinnen der Kindergärtnerinnenklassen, deren Zahl sich nach Weihnachten auf 22 erhöhte. Es waren zum erstenmal Schülerinnen des 1. Halbjahres, welche vor ihrer eigentlichen Ausbildungszeit ½ Jahr Hauswirtschaft ausüben mußten. Mit diesen so vorgeschulten, bereits ein Halbjahr in der großen Gemeinschaft des Seminars lebenden jungen Mädchen machten wir gute Er—
fahrungen.. B. Die Lehrer.
I. Veränderungen im Lehrkörper und bei den Beamten.
Die Herren Studienassessoren Albert Schwarz und Ulrich Zell, wie auch die Studienassessorin- nen Frl. Dr. Katharina Caspar und Frl. Anna Walther und die technischen Schulamtsbewerberinnen Frl. Pauline Heinrich und Frl. Rosa Klein wirkten weiter an unserer Schule. Ostern 1926 traten neu ein die Studienassessorin Frl. Dr. Gertrud Kahn und die technische Schulamtsbewerberin Frl. Maria Werthmann. Am I. juli wurde Frl. Dr. Caspar als Studienrätin an unsere Schule berufen und am 2. August Herrn Musiklehrer Wilhelm Meister der Titel Studienrat verliehen. Am 7. Sep— tember ernannte der Herr Minister Frl. Oberstudienrätin Auguste Barth und Frl. Studienrätin Emma Welter zu Mitgliedern des Pädagogischen Prüfungsamts der Provinz Hessen-Nassau. Am 1. September waren es 30 Jahre, seitdem unsere Oberstudienrätin Frl. Auguste Barth, an die Flisabethenschule be- rufen wurde. Am 2. September erhielt unsere Zeichenlehrerin Frau Betty Boehden vom Provinzial- schulkollegium die Mitteilung, daß ihr der Herr Minister die künstlerische Befähigung zur Anstellung als Studienrätin(Oberzeichenlehrerin) zuerkannt habe. Am 1. Oktober trat einer unsrer verdientesten Lehrer. Herr Prof. Dr. Wilhelm Bernhardt, in den Ruhestand. Seine Stelle verwaltete im Winterhalb- jahr die Aushilfsstudienrätin Frl. Dr. Emmy Huber. Der TIr. November brachte unseren Oberschul- lehrern, den Herren Wilhelm Jost und Gustav Frisch, den Titel„Lvzealoberlehrer“. Am 9H. Dez. 1926 und 31. März 1927 bestanden unsere technischen Schulamtsbewerberinnen Frl. Pauline Heinrich und


