Lehrpläne der höheren Schulen aufgestellten Grundsätze für die musikalische Erziehung und Bildung der Jugend an.
Der Unterricht vollzieht sich seit Jahren nach den Grundsätzen des Arbeitsschul- betriebs und sucht die Selbsttätigkeit und Erfindungsgabe der Schülerinnen zu wecken und zu fördern. Dabei hält er Fühlung mit dem häuslichen und öffentlichen Musikleben und verwertet die musikalischen Erscheinangen in Natur und Alltag.
Die von der untersten Klasse an betriebene rhythmische Ausbildung vollzieht sich nach der Methode„Elementare körperlich motorische Rhythmik als Hilfsmittel musikalischer Erziehung“(W. Meister) und zeitigt gaute Erfolge.
Bei dem Liedgesang kommen Begleit- und Auszierinstrumente tunlichst zur Verwen- dung. Das Einzelsingen findet besondere Beachtung. Die in den Oberklassen betriebene Be- sprechung von musikalischen Kunstwerken wird erweitert und ergänzt durch den unter Füh- rung des Musiklehrers abwechselnden Besuch(Kl. OI bis O III) der im Winterhalbjahr stattfindenden Hauptproben der Museums-Orchesterkonzerte.
Im Turnunterricht suchten wir die mannigfachen Anregungen der Bodeschule, der Oester- reicher u. a. nutzbringend zu verwerten.
Wie im Vorjahre beteiligle sich unsere Schule an turnerischen Vorführungen. Bei der Einweihung des Stadions am Himmelfahrtstag war unsre Schule mit einer stattlichen Anzahl von Schülerinnen im Festzig vertreten.
Im Herbst bei den Wetlkämpfen der Frankfurter Schulen, die zum erstenmal im Stadion stattfanden, errang unsre Schule zahlreiche Preise, darunter den 1. Preis-Ober- stufe(Liesel Meyer 0 I), I. Preis-Unterstufe(Grete Gans OIIIa), 2. PreisMittelstufe (Irmg. Redecker O IIIa), den Mannschaftspreis der Oberstufe und den Mannschaftspreis der Unterstufe.
Die Oberstufe errang wie im Vorjahr bei den Schlagballwettspielen die Stadt- meisterschaft.
Nadelarbeit: Der Nadelarbeitsunterricht im Sinne der Arbeitsschule ist besonders geeignet, die Kinder zu selbständigem Denken und Arbeiten anzuregen. Alle angefertigten Arbeiten waren von den Nindern selbst entworlen. In den beiden OQuarten wurde zum erstenmale das Weben in den Lehrplan aufgenommen. Auf kleinen selbst hergestellten Webeapparaten (Zigarrenkiste-Pappdeckel) arbeiteten die Schülerinnen Mundtuchringe, Gürtel, Täschchen. Lautenbänder u. a. m. Ferner wurden in den oberen Klassen moderne Wäsche, Kleider und Blusen genäht, feine Strick-, Stick-, Filet- und Occhiarbeiten ausgeführt und Flicken und Slopfen geübt.
Hauswirtschaft: Außer dem pflichtmäßigen IlIauswirtschaftsunterricht der Seminarübungsschule bestanden wiederum mehrere wahlfreie Lehrgänge für die Schülerinnen der Untertertia. Die Teilnehmerinnen wurden mit zeilgemäßber Behandlung der notwendigsten Hausarbeiten vertraut gemacht und erlernten nach dem Grundsatz der Arbeitsschule die Behandlung der Nahrungsmittel und die Zubereitung einfacher Speisen. Die Nahrungsmittel wurden zum größsten Teil von den Schülerinnen selbst eingekauft, z. T. aber auch von der Stadt geliefert. Pin selbst zubereitetes Festmahl vereinigte die Schülerinnen mit den Lehrern ihrer Klassen und beschloß die stark besuchten Lehrgänge. Die Einrichtung hat sich wiederum durchaus bewährt.
B. Die Lehrer.
I. Veränderungen im Lehrkörper.
Fräulein Oberschullehrerin Brunisch wird zu Beginn des Schuljahrs mit der Wahrung der Ge— schäfte eines Inspektors für Turn-, Sport- und Badewesen betraut und kann infolgedessen nur noch mit 6 Stunden an der Elisabethenschule herangezogen werden. An ihre Stelle tritt die tech- nische Schulamtsbewerberin Fräulein Hlelene Jäger, die aber zu unserm Bedauern wegen Verheiratung zu Ostern 1926 wieder ausscheidet. Um dem durch Ausdehnung des technischen Unterrichts ange- wachsenen Enterrichtsbedürfnis zu genügen, wurde als veitere technische Kraft die Schulamts- bewerberin Fräulein Rosel Klein an unserer Schule voll beschäftigt.


