Zuckerſäckchen........ 300 Tahakhentel........... 7180 Taſchentücher aus Neſſelſtoff genäht....... 120 Regenjacken aus Billroth⸗Batiſt......... 250 Torniſterkiſſen........ 1100 Halstücher.... 100
Von September 1914 bis 15. Januar 1915 ſpendeten die Schülerinnen täglich durchſchnittlich 300 Brötchen für die durchreiſenden Truppen.
Seit Mitte Januar opfern alle Klaſſen am Ende jeder Woche von ihrem Taſchengelde einen Beitrag zu den Koſten der Verpflegung der durchreiſenden Truppen. Die bislang auf dieſe Weiſe erzielte Summe beläuft ſich auf ungefähr 550 ℳ.
Sehr häufig haben Schülerinnen aller Klaſſen unter dankenswerter Leitung und Beteiligung von Mitgliedern des Lehrkörpers allerlei Liebesgaben geſammelt, mit Liebe verpackt und ins Feld geſandt. Zahlreiche Feldpoſtkarten und Feldpoſtbriefe vom weſtlichen und öſtlichen Kriegsſchauplatze bekundeten die große Freude und den warmen Dank der mit Gaben bedachten Soldaten.
Für verſchiedene Lazarette ſtifteten Schülerinnen gute Bücher als Unterhaltungsſtoff für die Verwundeten.
Eine im März von faſt allen Klaſſen veranſtaltete Goldſammlung zur Ablieferung an die Reichsbank ergab den hohen Betrag von 50 000 ℳ. Zum Dank für dieſe emſige vaterländiſche Betätigung wurde den Schülerinnen am 15. März ein ſchulfreier Tag gewährt. Auch an der allge⸗ meinen Metallſammlung beteiligten ſich zahlreiche Schülerinnen mit anerkennenswertem Eifer.
Am 19. März 1915 ſtarb Erika Strauch, eine treue und begabte Schülerin der Klaſſe Ib. Ihre Mitſchülerinnen, ihre Klaſſenlehrerin und der Direktor gaben ihr das letzte Geleit.
Für die zweite Kriegsanleihe haben Schülerinnen von ihren Sparkaſſenbeträgen insgeſamt 60 000 ℳ gezeichnet.
Am 5. April 1914 ſtarb ein früheres langjähriges Mitglied unſeres Lehrkörpers, der Lehrer im Ruheſtande Herr Heinrich Huth. Geboren am 17. Januar 1849 zu Hüblingen, wirkte er von Oſtern 1878 ab an der Eliſabethenſchule. Ihr hat er ſeine beſten Mannesjahre gewidmet, bis ſchwere Schickſalsſchläge ſeinen Körper in unheilbares Siechtum verfallen ließen, ſodaß er ſich Herbſt 1908 vom Amte zurückziehen mußte. Zahlreiche frühere Eliſabethenſchülerinnen werden ſich des freundlichen und wohlwollenden Lehrers und beſonders ſeines trefflichen Rechenunterrichts gerne erinnern; bei den Mitgliedern des Lehrkörpers, die mit ihm zuſammen an der Anſtalt gewirkt haben, ſichern ihm ſeine Hilfsbereitſchaft und ſeine Opferwilligkeit ein dauerndes Andenken.
Von den Mitgliedern des Lehrkörpers wurde Herr Oberlehrer Sommerlatt gleich zu Beginn des Krieges als Leutnant der Reſerve zu den Fahnen einberufen. Er war in den erſten Monaten auf dem Fort„Boſe“ bei Straßburg i. E. tätig und wurde dann auf den öſtlichen Kriegsſchauplatz berufen. Zu unſerem großen Bedauern hat er ſich vor einigen Wochen eine Verſtauchung einer Hüfte und einer Hand zugezogen und harrt ſeiner Geneſung in einem Kriegslazarett in Polen. Wir wünſchen dem tapferen und tüchtigen Offizier recht baldige Geneſung und hoffen ihn nach dem Kriege geſund und ſieggekrönt wieder in unſerer Mitte begrüßen zu können. Durch eine Reihe höchſt anſchaulicher und von warmer vaterländiſcher Geſinnung zeugender Briefe aus dem Felde hat er dem Lehrkörper und den Schülerinnen helle Freude und reiche Anregung gewährt. Seine Vertretung in 12 Wochen⸗ ſtunden hat bei Ausbruch des Krieges in bereitwilliger Weiſe ehrenamtlich der früher an der Anſtalt wirkende Herr Profeſſor Dr. Fritz Rehorn übernommen. Ihm gebührt für ſeine große Opferfreudig⸗ keit der aufrichtigſte Dank. Die übrigen Unterrichtsſtunden des Herrn Oberlehrer Sommerlatt wurden durch die Schulamtsbewerberin Fräulein Minna Lang( ehrenamtlich erteilte Stunden), die Hilfs⸗ lehrerin Fräulein Helene Luther(1 ehrenamtlich erteilte Stunde), die ordentliche Lehrerin Fräulein Roſenhaupt(2 Stunden als ehrenamtlich erteilte Überſtunden) und Herrn Oberlehrer Dr. Lange (2 Stunden als ehrenamtlich erteilte Überſtunden) gedeckt. Auch dieſen ſei für ihre freundliche Mühe⸗ waltung herzlicher Dank ausgeſprochen.
Auf ärztlichen Rat mußte die Oberlehrerin Fräulein Kinkelin von Herbſt bis Weihnachten, die Oberlehrerin Fräulein Delius im ganzen Winterhalbjahr um je 4 Wochenſtunden entlaſtet werden. Dieſe Stunden wurden durch Herrn Geſanglehrer Laepple(ehrenamtlich), die Hilfslehrerin Fräulein Helene Luther und die Schulamtsbewerberin Fräulein Klieneberger erteilt. Auch dieſen danken wir an dieſer Stelle von Herzen für ihre bereitwillige Tätigkeit.


