III. Zur Geſchichte der Eliſabethenſchule.
Das neue Schuljahr begann am 21. April mit Aufnahmeprüfungen. Nachmittags erfolgte die feierliche Aufnahme der in Klaſſe X eintretenden Kinder in dem Feſtſaale. Am 22. April wurde der Unterricht mit einer gemeinſamen Feier eröffnet; es wurden die in die Klaſſe IX— I neu ein⸗ tretenden Schülerinnen aufgenommen und durch Handſchlag auf die Schulſatzungen verpflichtet. In ihr Amt neu eingeführt wurden die Hilfslehrerinnen Fräulein Helene Luther, eine frühere Schülerin der Anſtalt, und Fräulein Wilhelmine Enders; dieſe war zur Vertretung des ſchwer erkrankten Herrn Hees berufen worden; an demſelben Morgen wurden die Schülerinnen des dritten Jahrganges der Frauenſchulklaſſe— 19— begrüßt.
Am 9. Mai machte Herr Profeſſor Dr. Froning bei der Feier des 50 jährigen Beſtehens des„Roten Kreuzes“ in einer Anſprache auf die Bedeutung des Frankfurter Friedens und des „Roten Kreuzes“ aufmerkſam.
Am 20. Mai unternahmen die Klaſſen XO— gemeinſame Ausflüge.
Nach den Pfingſtferien war Herr Hees ſoweit geneſen, daß er ſeine Tätigkeit wieder auf⸗ nehmen konnte.
Am 1. Schultage nach den Sommerferien, am 4. Auguſt, fand in der Aula eine Schulfeier ſtatt, bei der der Berichterſtatter auf die gewaltige Bedeutung des Ausbruchs des Weltkrieges hinwies. Nach der Feier wurden die Schülerinnen entlaſſen. Der folgende Tag war ein allgemeiner Bettag, und ſo wurde der Unterricht erſt am 6. Auguſt wieder aufgenommen. Bei der am 2. September nach der 4. Unterrichtsſtunde veranſtalteten Sedanfeier im Feſtſaale hielt der Direktor die Feſtanſprache.
Am Ende des Sommerhalbjahres verließ uns nach Beendigung ihres Seminarjahres Fräulein Dr. Eliſabeth Ante, um an der hieſigen Humboldtſchule ihr Probejahr abzuleiſten. Wir wünſchen ihr eine geſegnete Zukunft.
Das Winterhalbjahr begann am 15. Oktober mit Aufnahmeprüfungen. Der Unterricht wurde am 16. Oktober mit einer gemeinſamen Feier wieder aufgenommen. In ſeiner Anſprache hieß der Direktor Fräulein Oberlehrerin Kinkelin, die nach einer ſchweren Erkrankung wieder hergeſtellt war, die Hilfslehrerin Fräulein Emma Klieneberger und die neu eintretenden Schülerinnen in der Schulgemeinſchaft herzlich willkommen.
Am 16. und 19. November fand zum Beſten der Kriegsfürſorge ein Konzert des Schülerinnen⸗ chors unter gütiger Mitwirkung des Konzertſängers Herrn W. Lamb(Tenor) ſtatt. Nach Abzug der Unkoſten ergab ſich ein Reinertrag von 550 ℳ. Von dieſer Summe wurden 50 ℳ für die Verpflegung durchziehender Truppen, 50 ℳ für bedrängte Lehrerfamilien in Oſtpreußen, 150 ℳ für die Notleidenden in Oſtpreußen, 100 ℳ für Weihnachtsgaben für unſere Krieger, 100 ℳ für Weih⸗ nachtsgaben für die Marine und 100 ℳ für die Familien der Gefallenen beſtimmt. Die Darbietungen fanden großen Anklang. Herrn Lamb ſei auch an dieſer Stelle für ſeine freundliche und erfolgreiche Mitwirkung aufrichtig gedankt. Am 19. November veranſtaltete unſer Chor ein Konzert für die Ver⸗ wundeten mit nachſtehender Vortragsfolge:
1. Klaviervortrag: Kaiſerjäger⸗Marſch, 4 händig..... Eilenberg. 2. Chöre: a) Herr, ſieh die Not....... Altniederl. Volkslied. b) Hör' uns, Allmächtiger........ C. M. v. Weber. 3. Deklamation: Haß............. E. Liſſauer. 4. Chor mit Klavierbegleitung: Alldeutſchland zum Kampf E. Hildach. 5. Deklamation: a) Deutſche Blaujacken....... O. Anthes. b) Der weiße Goeben....... L. Ganghofer 6. Chor mit Klavierbegleitung: Flaggenlied...... Thiele. 7. Chöre: a) Weh, daß wir ſcheiden müſſen...... J. Kinkel. b) Steh' ich in finſt'rer Mitternacht..... Volkslied. 8. Lieder für Sopran: a) Strampelchen....... E. Hildach.
b) Dornröschen....... Frommer. 9. Deklamation: Der Stoppezieher........ F. Stoltze.


