Jahrgang 
1914
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Die übliche Weihnachtsfeier der Klaſſen XV und IV I nahm einen würdigen und ſchönen Verlauf.

Bei der Feier des Geburtstages S. M. des Kaiſers hielt Frl. Oberlehrerin Deutſch die Feſtanſprache. Sie ſchilderte warm und eindrucksvoll das denkwürdige Jahr 1888.

Gleich zu Beginn des Winterhalbjahres erkrankte die Oberlehrerin Frl. Delius ſchwer und mußte bis zum Schluß des Schuljahres auf ärztliche Anordnung ihre berufliche Tätigkeit aufgeben. Sie wurde von den Hilfslehrerinnen Frl. Huber, Frl. Lang, Frl. Oppenheimer und Frl. Koch, von Januar ab in einigen Stunden von dem Seminarkandidaten Herrn Schmidt, ſowie von Mitgliedern des Lehrkörpers vertreten.

Auch ſonſt ließ der Geſundheitszuſtand im Lehrkörper ſehr zu wünſchen übrig.

Frl. Küchler mußte vom 20. November bis 20. Dezember und vom 16. Januar bis 25. Februar wegen Krankheit ihre Tätigkeit unterbrechen.

Der Ordentliche Lehrer Herr Hees mußte wegen einer ſchweren Blinddarmentzündung vom 8. Januar ab bis zum Schluß des Schuljahres beurlaubt werden. Frl. Küchler wurde durch die Lehramtsbewerberin Frl. Hisgen, Herr Hees durch die Lehramtsbewerberinnen Frl. Koch und Frl. Oppenheimer, in einigen Stunden durch Frl. Roſenhaupt vertreten.

Auch die Mitglieder des Lehrkörpers: Oberlehrer Dr. Strasdas, Dr. Till, Dr. Lange, Frl. Roſenhaupt und Herr Laepple wurden durch Krankheit längere Zeit an der Ausübung ihrer Berufspflichten verhindert.

Frl. Mertz mußte wegen Krankheit vom 5. Juni bis 4. Juli, ſowie vom 19. bis 27. Sep⸗ tember ihre Tätigkeit unterbrechen. Im Winterhalbjahre wurde ſie um wöchentlich 8 Stunden(durch Frl. Knörk und Frl. Lang) erleichtert. Die Vertretung in dieſen Krankheitsfällen übernahmen Mitglieder des Lehrkörpers.

Am 11. Februar fand eine Schulaufführung, die lebhafteſten Beifall erweckte, ſtatt. Im Mittelpunkte ſtanden Geſangsvorträge und eine Wiederholung der im Oktober 1913 aufgeführten Theaterſtücke. Der Ertrag der Schulaufführung(rund 250 M.), die am folgenden Tage wiederholt wurde, kam der Unterſtützungskaſſe für Eliſabethenſchülerinnen zugute. Der Aufführung am 12. Februar wohnten auch Herr Provinzial-Schulrat Prof. Dr. Unruh und Herr Stadtſchulrat Dr. Lüngen bei. Beide ſprachen ſich ſehr anerkennend über die Leiſtungen aus.

Zu Oſtern ds. Is. ſcheidet die Lehramtsbewerberin Frl. Emma Koch, die ein Jahr an der Schule gewirkt hat, aus ihrer Tätigkeit aus, um ſich dem Univerſitätsſtudium zu widmen. Wir ſagen der werten Amtsgenoſſin für ihre erſprießliche Wirkſamkeit verbindlichſten Dank und wünſchen ihr eine geſegnete Zukunft. Auch der Seminarkandidatin Frl. Ekliſabeth Pfannmüller, die uns Oſtern verläßt, um in Marburg ihr Probejahr abzulegen, rufen wir für ihr ferneres Wirken ein fröhlichesGlückauf zu.

Am Abend des 19. März fand in der Aula der Schule ein gut beſuchter Elternabend ſtatt. Es kamen folgende Punkte zur Beſprechung:

1. Einrichtung und Lehrplan einer ſtädtiſchen Frauenſchulklaſſe an der Eliſabethenſchule. 2. Wichtige neue Frauenberufe.

3. Vorausſetzungen beim Übergang zum Oberlyzeum oder der Studienanſtalt.

4. Privatunterricht und Nachhülfe.

Im Laufe des Schuljahres wohnten dem Unterricht folgende Ausländerinnen bei: Frl. Ida Lindſtröm und Frl. Hanna Aſp aus Helſingfors, Miß Neidl aus Bedford, Frl. Laura Zuckmann aus Budapeſt, Miß Huskiſſon und Miß Thompſon aus London, Mlle. Madeleine Caſſe aus Paris.