Jahrgang 
1914
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Hauswirtſchaftliches Rechnen: 2 St. Frl. Oberlehrerin Kinkelin. üben im mündlichen und ſchriftlichen Rechnen. Zinsrechnung. Hauswirtſchaftliche Buchführung. Prozent⸗, Diskont⸗ und Wechſelrechnung. Wertpapiere.

Geſundheitslehre: 2 St. Dr. med. H. Roſenhaupt. Klima, Waſſerverſorgung, Ernährungslehre mit beſonderer Berückſichtigung des Säuglingsalters, Nahrungsmittel und ihre Gewinnung(Milchgewinnung und Kontrolle). Infektion und Desinfektion. Die wichtigſten Volks⸗ ſeuchen und ihre Verhütung, Schutzpockenimpfung. Wohnungshygiene(Allgemeine Wohnungsfürſorge, Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Kanaliſation und Abfuhrweſen). Perſönliche Hygiene(Zahnpflege, Hautpflege, Kleidung). Pflege und Fürſorge des Säuglings und Kindes. Erſte Hilfe bei Unglücks⸗ fällen mit einem Überblick über Bau und Verrichtungen des menſchlichen Körpers. Ausgewählte Kapitel aus der Krankenpflege. Es wurde nach Möglichkeit die ſoziale Seite der Geſundheitspflege berückſichtigt und ſo im Zuſammenhang z. B. die Tuberkuloſefürſorge, die Bekämpfung des Alkoho⸗ lismus und weſentliche Kapitel aus der Verſicherungsgeſetzgebung, insbeſondere die neuen Beſtim⸗ mungen der Reichsverſicherungsordnung beſprochen. Außerdem war den Schülerinnen Gelegenheit gegeben, ſich in der dem Lehrenden unterſtehenden Beratungsſtelle I des Frankfurter Verbandes für Säuglingsfürſorge praktiſch zu betätigen. Beſichtigt wurden: der Hochbehälter in Sachſenhauſen, eine Molkerei, die Zentralheizung der Schule, die Aktienbaugeſellſchaft für kleine Wohnungen GBlock Eckenheim), die mediziniſch-hygieniſche Sammlung des Ausſchuſſes für Volksvorleſungen, die Aus⸗ ſtellung ſtädtiſcher Einrichtungen(von der Leipziger Baufachausſtellung), das Kinderheim, eine Groß⸗ bäckerei und eine Brauerei. Als Leitfaden wurde empfohlen: Altſchul: Geſundheitslehre und Kinder pflege, Leipzig und Wien 1910.

Naturkunde: 2 St. Oberlehrer Reuter. Chemie des täglichen Lebens im Anſchluß an das Buch von Laſſar⸗Cohn. Heiz⸗ und Leuchtſtoffe, Ernährung der Pflanzen, Tiere und des Menſchen, Zuſammenſetzung der bekannteſten Nahrungsmittel, Gärungsvorgänge(alkoholiſche Getränke), Eſſig fabrikation, Sprengſtoffe, Gewebe, Lederfabrikation, Farbſtoffe, Slmalerei, Papierfabrikation, Bleich⸗ mittel, Seifen- und Glasfabrikation, Photographie, Eiſengewinnung, die Elektrizität im Haushalt. Neben zahlreichen Verſuchen wurden folgende Beſichtigungen unternommen: Städtiſche Gasfabrik, Bonbons⸗Fabrik Bubert in Rödelheim, Brotfabrik Oſthafen, Lederfabrik Bonames, Druckerei der Frankfurter Zeitung, Städtiſches Elektrizitätswerk und Umformerſtation.

Muſikgeſchichte: 1 St. Geſang⸗ und Muſiklehrer Laepple. 1. Biographiſches und Muſik⸗ geſchichtliches: Die altchriſtliche Muſik, Minnegeſang, Meiſtergeſang, das Volkslied. Die Anfänge des mehrſtimmigen Geſanges. Die Niederländer, Orlando di Laſſo. Der klaſſiſche kath. Stil, Paleſtrina. Die deutſche Muſik: Händel, Bach. Die Klaſſiker der Inſtrumental⸗Muſik: Haydn, Mozart, Beethoven. Die Romantiker: Schubert, Weber, Mendelsſohn, Schumann. Die Neuromantiker: Liſzt und Wagner. 2. Vorgeſpielt und erläutert wurden: Bruchſtücke aus Werken der niederländiſchen und italieniſchen Schule, J. S. Bach: H-moll-Meſſe; Händel: Meſſias; Haydn: Schöpfung und Paukenſchlag⸗Symphonie, Sonaten; Mozart: Sonaten, Cdur-Symphonie und Zauberflöte; Beethoven: 6. Symphonie, Sonaten; C. M. v. Weber: Freiſchütz; Schubert, Mendelsſohn und Schumann: Lieder; Wagner: Parſifal. 3. Behandlung allgemeiner muſikaliſcher Themen: Muſikaliſche Erziehung, Tongedächtnis, Bildung des Geſchmackes und Kunſtſinnes, Einführung in das Verſtändnis muſikaliſcher Werke. Programm⸗ Muſik. 4. Geſungen wurden Lieder von Mendelsſohn, Schubert, Schumann, Curſchmann u. a.

Zeichnen und Malen: 2 St. Zeichenlehrer Dilcher. Zeichnen und Malen von Stilleben, Tieren, Gefäßen und lebenden Pflanzen. Architekturzeichnen im Freien, Kopfzeichnen nach dem lebenden Modell mit Bleiſtift, Feder und Waſſerfarben.

Nadelarbeiten: 2 St. Frl. Moll. Praktiſches Stopfen und Flicken. Kunſtſticken. Luxus⸗ arbeiten in Filet und Richelieu. Maſchinennähen.

Kindergartenunterweiſung: 3 St. Frl. Heß. Frl. Noack. 1. Methodik. 1 St. Die Schülerinnen wurden mit Fröbels Gedanken über Zweck und Grundidee des Kindergartens bekannt gemacht und auf die praktiſche Arbeit, Erziehung und Anleitung kleiner Kinder nach der Methode des Kindergartens vorbereitet. Im Anſchluß an das in der Praxis Erlebte und Beſichtigungen von Einrichtungen der Kinderfürſorge wurden pädagogiſche und ſoziale Frage behandelt. Angeregt durch die Weihnachtsausſtellung guter Jugendſchriften wurde die Kunſterziehung durch Bilderbücher, Kinder⸗ lektüre, Wandſchmuck, Muſik und Bewegungsſpiel berückſichtigt. Es wurde den Schülerinnen Gelegen⸗