— 16=—
dem Lehrenden unterſtehenden Beratungsſtelle I des Frankfurter Verbandes für Säuglingsfürſorge praktiſch zu betätigen. Beſichtigt wurden: der Hochbehälter in Sachſenhauſen, eine Molkerei, die Darmſtädter Ausſtellung„Der Menſch“(gemeinſam mit den Oberklaſſen des Lyzeums), die Zentral⸗ heizung der Schule, die Aktienbaugeſellſchaft für kleine Wohnungen(Nordendblock), das Witwerheim, das Kinderheim, eine Großbäckerei und eine Brauerei. Als Leitfaden wurde empfohlen: Altſchul: Geſundheitslehre und Kinderpflege, Leipzig und Wien 1910.
Mufikgeſchichte: 1 St. Herr Laepple. 1. Behandlung allgemeiner muſikaliſcher Themen, wie: Muſikaliſche Erziehung(Tongedächtnis, Bildung des Geſchmackes, des Kunſtſinnes, Einführung in das Verſtändnis muſikaliſcher Werke, Tonalität). Die öffentliche Muſikpflege in Deutſchland. Programm⸗Muſik. Die Deklamation im Verhältnis zur Muſik. Uber das Atmen, die Regiſter; Artiku⸗ lationsgebiete und Phonetik. Das Kinderlied. Über die Entwicklung der Oper, des Oratoriums, des Liedes.— Das Wichtigſte aus der Formenlehre. 2. Biographiſches über die Klaſſiker, Romantiker, Neu Romantiker, und über die bedeutendſten Muſiker der Gegenwart. 3. Vorgeſpielt und erläutert wurden: Haydn: Paukenſchlag⸗Symphonie und die Jahreszeiten; Beethoven: Paſtoral⸗Symphonie; C. M. v. Weber: ſeine Klavierkompoſitionen; Chopin: Préludes, Nocturnes, Walzer, Scherzi und Balladen; Verdi: Requiem; Gounod: Margarete; Richard Wagner: Lohengrin, Holländer, Ring des Nibelungen, Parſifal; Leoncavallo: Bajazzo; Wolf⸗Ferrari: La vita nuova; M. Reger: Die Nonnen.
Zeichnen und Malen: 2 St. Zeichenlehrer Dilcher. Zeichnen und Malen von Stilleben, Tieren, Gefäßen und lebenden Pflanzen. Architekturzeichnen im Freien, Kopfzeichnen nach dem lebenden Modell mit Bleiſtift, Feder und Waſſerfarben.
Radelarbeiten: 2 St. Frl. Moll. Praktiſches Stopfen und Flicken. Kunſtſticken. Luxus⸗ arbeiten in Filet und Richelieu. Maſchinennähen.
Rindergartenunterweiſung: 3 St. Frl. Heß. 1. Methodik. 1 St. Die Schülerinnen wurden mit Fröbels Gedanken über Zweck und Grundidee des Kindergartens bekannt gemacht und auf die praktiſche Arbeit, Erziehung und Anleitung kleiner Kinder nach der Methode des Kindergartens vorbereitet. Im Anſchluß an das in der Praxis Erlebte und Beſichtigungen von Einrichtungen der Kinderfürſorge wurden pädagogiſche und ſoziale Fragen behandelt. Angeregt durch die Weihnachtsausſtellung guter Jugendſchriften wurde die Kunſterziehung durch Bilderbücher, Kinderlektüre, Wandſchmuck, Muſik und Bewegungsſpiel berückſichtigt. Es wurde den Schülerinnen Gelegenheit gegeben zu eigener Übung im Erfinden von Geſchichten, Illuſtrieren von Märchen, im Modellieren und Ausſchneiden. 2. Praxis im Kindergarten. 2 St. Einen Nachmittag in der Woche arbeiteten die Schülerinnen im Volks⸗ kindergarten. Helfend und beobachtend lernten ſie die Kinder verſtehen und in unterhaltender Weiſe beſchäftigen. Auch die Körperpflege wurde beim Baden der Kleinen praktiſch ausgeübt. 3. Fröbelſche Beſchäftigungen. 1 St. Anleitung zur Selbſttätigkeit in praktiſchen, manuellen Fertigkeiten zur Be⸗ ſchäftigung kleiner ſowie größerer Kinder. Bauen, Papierfalten, Legeſpiele, Flechten mit Papier und ah. Chriſtbaumſchmuck und Weihnachtsarbeiten. Verwendung wertloſen Materials zum Herſtellen von Spielzeug.
In die Fortbildungsklaſſe(Frauenſchulklaſſe) traten zu Oſtern 1912 aus der Eliſabethen⸗ ſchule 16, aus anderen Schulen 4 Schülerinnen ein. An dem Unterricht im Deutſchen, in der Pädagogik, in Kunſtgeſchichte, im Hauswirtſchaftlichen Rechnen und in Geſundheits⸗ lehre nahmen alle Schülerinnen teil. Am Unterricht im Franzöſiſchen und in Muſikgeſchichte beteiligten ſich 19, im Italieniſchen 18, im Engliſchen 17, in Bürgerkunde und Zeichnen je 15, im Nadelarbeits⸗Unterricht 12, am Unterricht betr. Kindergartenunterweiſung 8 Schülerinnen. Sämtliche Schülerinnen nahmen an den von ihnen gewählten Unterrichtsfächern das ganze Jahr hindurch teil.
Da die ſtädtiſchen Behörden in dieſer wichtigen Frage ſich noch nicht ſchlüſſig gemacht haben, und da nicht weniger als 31 Anmeldungen vorliegen, ſo ſollen die Frauenſchulkurſe auch im Schul⸗ jahre 1913/14 als privates Unternehmen weitergeführt werden. Es werden folgende Unterrichtsfächer zur Verfügung ſtehen: 2 St. Pädagogik, 3 St. Deutſch, 2 St. Franzöſiſch, 2 St. Engliſch, 2 St. Italieniſch, 2 St. Bürgerkunde und Volkswirtſchaftslehre, 2 St. Kunſtgeſchichte, 2 St. Hauswirtſchaftliches Rechnen, 2 St. Zeichnen und Malen, 1 St. Muſikgeſchichte, 2 St. Nadelarbeit, 2 St. Geſundheitslehre und Kinderpflege, 1 St. Turnen, 2 St. Naturkunde(Chemie des täglichen Lebens), 2 St. Kindergarten⸗


