Jahrgang 
1908
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Die gewöhnlichen Schulausflüge(Maifeſte) beſchränken ſihh nicht mehr auf diegute Jahres⸗ zeit. Mehr und mehr wollen unſere Schülerinnen auch im Winter hinaus auf die Berge und ihre Lehrer und Lehrerinnen ſind ſtets bereit mitzugehen.

Wieder wurden die Aufführungen der franzöſiſchen Truppe des Herrn Rambaud(Bourgeois gentilhomme, Précieuses ridicules und Le Gendre de Monsieur Poirier) in der Aula des Leſſing⸗ Gymnaſiums, häufig von den oberen Klaſſen auch das Schauſpielhaus beſucht. Auch die von der Neu⸗ philologiſchen Vereinigung und die von unſerem Eliſabethenſchulverein veranſtalteten Vorträge waren unſeren oberen Klaſſen zugänglich, und ſie haben dieſe wertvollen Gelegenheiten gern und dankbar benützt.

Nicht minder haben die entſprechendeu Klaſſen das Hiſtoriſche Muſeum, das Städel'ſche Inſtitut und die Ausſtellungen des Kunſtvereins beſucht. Auch an dieſer Stelle möchte ich den Direktionen für das unſerer Schule gezeigte Entgegenkommen den herzlichſten Dank ausſprechen.

Dank ſchulden wir wie dem Eliſabethenſchulverein auch der Jubiläumsſtiftung, die ſchon wiederholt ehemaligen Schülerinnen unſerer Schule Stipendien gewährt und dadurch einen längeren Auf⸗ enthalt im Auslande ermöglicht hat.

Ein ſtark beſuchter Elternabend am 2. Dezember beſchäftigte ſich mit der Frage der Er⸗ ziehung zur Perſönlichkeit und den verſchiedenen zum Teil höchſt ſchwierigen Aufgaben, die damit zuſammenhängen. Durch die wachſende Beteiligung der Eltern wie der Lehrer an der Ausſprache geſtalten ſich dieſe Abende immer mehr zu einer Einrichtung, die eine pflichtbewußte moderne Schule nicht entbehren kann; die beiden wichtigſten Träger der Erziehung, Haus und Schule, treten einander näher, gewinnen Verſtändnis für die beiderſeitigen Obliegenheiten und Beſtrebungen, und daraus erwächſt das gegenſeitige Vertrauen, das allein eine einheitliche und damit innerlich wahre Erziehung verbürgt.

Lehrerinnen⸗prüfungen. Die diesjährigen Prüfungen fanden ſtatt: für Sprachlehrerinnen am 19. März; für Lehrerinnen an mittleren und höheren Mädchenſchulen vom 20. März an; für Handarbeitslehrerinnen am 23. März.

Meldungen zur Prüfung von Schulvorſteherinnen waren nicht eingelaufen. Unter dem Vorſitz des Königlichen Kommiſſarius, des Provinzial⸗Schulrats Herrn Geheimrat Dr. Otto, wurden 10 Sprach⸗ lehrerinnen geprüft. Das Zeugnis der Lehrbefähigung erhielten: 3

für Franzöſiſch die Damen: Anna Fortenbach, Katharine Oſann, Barbara Schlippe, Berta Schneider, Luiſe Welcker.

für Engliſch: Frl. Lucie Kaiſer;

für Franzöſiſch und Engliſch die Damen: Eleonore Brückmann, Julie Kranz, Johanna Widmann, Marie Manteuffel.

An den folgenden Tagen wurden die Schülerinnen der oberſten Seminarklaſſe geprüft, und zwei Lehrerinnen unterzogen ſich einer Ergänzungsprüfung in den fremden Sprachen.