Lina Kohlenbusch; 9. Frl. Jeny Levi; 10. Frl. Hulda Monkhorst; 11. Frl. Emlie Ohly; 12. Frl. Marie Pfeifer; 13. Frl. Johana Pistorius; 14. Frl. Friederike Pop; 15. Frl. Emilie Rols- hausen; 16. Frl. Luise Stern; 17. Frl. Helene Werlemann.
Frl. Anna Köhler aus Steinbach war durch einen Diphtbheritisanfall verhindert worden, an der Prüfung sich zu beteiligen. Auf besonderen Antrag wurde die Prüfungskommission durch Verfügung des Königlichen Schul-Kollegiums zu Kassel ermächtigt, der Aspirantin einen nach- träglichen Termin anzusetzen. Demzufolge fand diese Nachprüfung am 13. Dezember statt; auf Grund des Ausfalls erhielt auch Frl. A. Köhler das Befähigungszeugnis als Handarbeitslehrerin für höhere und mittlere Mädchenschulen.
Der Schulschlußz erfolgte Samstag, den 28. September..
Das Winterhalbjahr nahm seinen Anfang Montag, den 7. Oktober. Die Aufnahme- prüfung wie die regelmäßige Eröffnungskonferenz nebst der Einführung der neueintretendeu Schülerinnen nahm den ganzen Montag und den Dienstag Vormittag iu Anspruch. Nachmittags begann der regelmäßige Unterricht.
Mit Ausnahme der regelmäßigen Weibnachtsferien(v. 23. Dezember 1889 bis 7. Januar 1890) war die Arbeit des Winterhalbjahrs eine ununterbrochene und von gutem Erfolge be- gleitete. Somit dürfen wir das verflossene Schuljahr als ein stilles und darum freundliches in der Geschichte der Elisabethenschule bezeichnen.
— Die feierliche Begehung der vaterländischen Fest- und Gedenktage vollzog sich in der hergebrachten vorgeschriebenen Ordnung.
Der Sedantag wurde am 2. September mit Gesang, Deklamation und einer Gedenkrede ge- feiert, weleche Herr Dr. F. Rehorn mit den Bildern aus der unmittelbaren Anschauung jener Schlachtfelder erfüllte.
In gleicher Weise beging die Schule den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers am 27. Januar; Herr Huth verlieh der festlichen Stimmung den angemessenen Ausdruck.
Die Geburts- und Todestage unserer beiden hochseligen Kaiser Wilhelm IJ. und Pried- rich III. bilden gleichfalls hervorragende Einschnitte in der Regelmäßigkeit unserer Schul- arbeit. Das Andenken Sr. Maj. Kaiser Wilhelm I. zu ehren, war Herru Dr. Kamp zugefallen; die gleiche Pflicht der Pietät gegen Se. Maj. Kaiser Friedrich III. wurde vom Herrn Kollegen Süß erfüllt.
Der 9. März gewann für die Schule noch eine besondere Bedeutung. Se. Excellenz der Herr Kultusminister hatte, wie den übrigen höheren Mädchenschulen der Monarchie, so auch der Elisabethenschule ein Bildnis Ihrer Majestät der hochseligen Kaiserin Augusta zugewendet. Mit ganz besonderem Danke mufte dieses Geschenk darum aufgenommen werden, weil wohl keine Mädchenschule es bei Lebzeiten der hohen Frau hat unterlassen können, auf dieses unerreichte Vorbild echter Frauengröße hinzuweisen, deren menschliches Loos sie einen schweren Leidensweg führte bis sie gewürdigt wurde zu der ersehnten Herrlichkeit einzugehen; deren selbstverleugnende Demut und unermüdete Pflichterfüllung in der Ausübung der werkthätigen Menschenliebe der Kaiserkrone einen unvergänglichen Glanz verliehen hat, den man rühmen: wird, solange deutsche Frauentugend den Stolsz aller Kinder unseres Vaterlandes bilden wird. Am 7. Januar, nachmittags 4 ½ Uhr, hatte Kaiserin Augusta ihre Augen für immer geschlossen. Wohl war damals auch in der Schule das Gedächtnis des Todes dieser erlösten Dulderin mittrauernd begangen worden; aber nunmehr war der erwünschte Anlaß gegeben, ihrem An-


