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1. Chronik des Schuljahres.
Nachdem im Eingange dieser Nachrichten das demnächst abzuschließende Schuljahr schon im allgemeinen charakterisiert worden ist, bleibt nun noch übrig, dessen Verlauf in seinen einzelnen hervorragenden Ereignissen darzustellen.
Dasselbe begann Montag, den 3. Mai, ausnahmsweise darum so spät, weil die Osterferien auf 2 ½ Woche ausgedehnt worden waren. Durch Beschluß der Behörden waren die freien Tage, welche das Pfingstfest begleiten, den Osterferien zugelegt worden, um sowohl dem Sommersemester mehr Zusammenhang zu geben, wie auch der Pause nach der langen Winterarbeit eine größere Dauer zu gewähren.
Den Begin bildeten wiederum die diesmal auf den 3., 4. und 5. Mai fallenden Auf- nahmeprüfungen, Konferenzen und Eröffnungsfeierlichkeiten; es war jedoch möglich, schon am 4. Mai, nachmittags um 3 Uhr, den regelmäßigen Klassenunterricht seinen Anfang nehmen zu lassen. Der Gesamtzugang an Schülerinnen, welche in die Seminar- und Schulklassen eintraten, belief sich auf 63. Dabei ergab sich aufs neue die Erfahrung, daß in den mittleren Klassen, insbesondere von VI.— II., die schon vorhandene Uberfüllung jede weitere Aufnahme unmöglich machte; infolgedessen mußten zahlreiche Gesuche abgewiesen werden.
Das schöne Frühlingswetter gestattete es, schon am 21. Mai das hergebrachte Maifest in gewohnter Weise zu feiern. Auch in diesem Jahre waren wir vom Wetter begünstigt; die Ein- drücke des Tages waren allseitig die befriedigendsten.
Die freien Tage zu Pfingsten waren schon in den verlängerten Osterferien vorwegge- nommen; der Schulschluß erfolgte darum Samstag, den 12 Juni, um 12 Uhr, und der Unterricht nahm wiederum seinen Anfang Dienstag, den 15. Juni, morgens um 7 Uhr. Durch die bestimmten Anordnungen der Behörden war es der Schule verboten, den Unterricht am sogenannten»Wäldches- tag« auszusetzen; trotz des überaus schlechten Wetters, welches noch dazu an diesem Tage end- losen Regen brachte, konnten es manche Eltern sich nicht versagen, ihre Kinder dem Unterrichte zu entziehen. Die Schule verzichtete auf ihr Recht, gegen diese Eigenmächtigkeit den gebührenden Einspruch zu erheben.
Die Sommerferien dauerten von Samstag den 3. Juli bis Montag den 2. August. Die Urlaubsgesuche vor und nach denselben fehlten auch in diesem Jahre nicht. Dieselben hielten sich jedoch innerhalb mäßiger Grenzen; wir erkennen gerne an, daß sowohl die Gesundheit der Kinder, wie die Geschäftsverhältnisse der Eltern nicht selten das genaue Einhalten der Ferien- dauer unmöglich machen. In solchen Fällen muß die Schule sich bereit finden lassen, einen an- gemessenen Urlaub zu bewilligen. Je ungezwungener die Nachgiebigkeit unsererseits ist, um so mehr dürfen wir erwarten, daß dieses Entgegenkommen nur in dringenden Fällen in Anspruch genommen wird. Wir können mit Genugthuung konstatieren, daß auch der Verdacht eines Miß- brauchs von Jahr zu Jahr seltener aufgetreten ist.
Die andauernde große Hitze, welche nach den Ferien eintrat, nötigte uns, an 7 Tagen den Unterricht teilweise ausfallen zu lassen.
Gerade in die heiße Zeit fielen die diesjährigen Lehrerinnenprüfungen. Nachdem am 20. und 21. August die schriftlichen Arbeiten angefertigt worden waren, folgte am 23., 24., 25.


